Aktuelles
„L’Esthétique de la résistance“ am Pariser Odéon
Eine weitere Bühnenbearbeitung der Ästhetik des Widerstands nach Neuffer/Krupas Fassung für das Schauspiel Essen von 2012 und der Wiener Performance „Du an deinem Ort – Teil 2“ von 2024 hat der französische Schauspieler und Schriftsteller Sylvain Creuzevault für das Pariser Théâtre National de l'Odéon entwickelt. Die vierstündige szenische Bearbeitung des Romans, die von 15 Schauspieler:innen dargeboten wird, entführt die Zuschauer:innen nach Deutschland in den inneren Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Die Bühnenfassung für das traditionsreiche Pariser Staatstheater wird vom 1. bis 16. März 2025 aufgeführt.
Bereits vor zwei Jahren hatte Creuzevault eine Ausstellung mit dem Titel L'Esthétique de la résistance am Théatre national de Strasbourg und andernorts präsentiert.
Jonas Lüscher: Verzauberte Vorbestimmung
In Jonas Lüschers Buch „Verzauberte Vorbestimmung“ begibt sich der schweizerisch-deutsche Schriftsteller auf die Spuren des Schriftstellers und Malers Peter Weiss und stellt schwerpunktmäßig zwei Episoden in dessen Leben ins Zentrum, zum einen die Flucht vor den Nationalsozialisten in jungen Jahren, zum anderen einen Besuch in einer Ortschaft bei Lyon, die Weiss 1960 aufsuchte, um ein Bauwerk des Künstlers Ferdinand Cheval zu besichtigen.
Rezensionen
Social Media-Angebot zu Peter Weiss: bluesky
Seit Anfang 2022 gab es unter dem X-handle @weissnotizen zweieinhalb Jahre lang Tweets zu Leben und Werk von Peter Weiss (1916-1982), dreimal in der Woche. Diese Arbeit soll nun auf bluesky weitergeführt werden.
Stefan Howald beginnt mit den @weissnotizen neu, auf bluesky, wo hoffentlich fundierte Debatten möglich bleiben. Weiterhin wird er sich mit allen Facetten des Lebens und Werks von Peter Weiss beschäftigen, dazu generell über engagierte Literatur berichten. Der neue Account wird wiederum in Zusammenarbeit mit der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft IPWG betrieben. Bitte nutzen Sie das neue Angebot @weissnotizen auf bluesky.
Erinnerung an die Befreiung von Auschwitz vor 80 Jahren
Am 27. Januar 2025 jährt sich zum 80. Mal die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz. Aus diesem Anlass wird in der Johanniskirche Magdeburg um 20.00 Uhr das „Oratorium in elf Gesängen, Die Ermittlung“ aufgeführt. Mit der szenischen Lesung, basierend auf den Aussagen im Frankfurter Auschwitz-Prozess der 1960er Jahre, setzt der Dramatiker Peter Weiss ein eindringliches Mahnmal. Als besonderer Gast wird der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag, Michael Roth, bei der einmaligen Aufführung am Holocaust-Gedenktag mitwirken. Veranstalter sind das Puppentheater Magdeburg, die Magdeburger Domgemeinde, die Dommusik und das Friedensforum Johanniskirche.
Medienbericht
„Die Ermittlung“: Israelische Filmpremiere in Tel Aviv und Jerusalem
Israelische Filmpremiere: Die Ermittlung (2024), Regie: RP Kahl, 214 Minuten mit einer 15-minütigen Pause, hebräische/englische Untertitel
„Die Ermittlung“ ist eine filmische Adaption des gleichnamigen Theaterstücks von Peter Weiss. Sie kombiniert Film, dokumentarisches Theater und Fernseh-/Hörspielelemente. Die Dialoge basieren auf persönlichen Aufzeichnungen, Zeitungsartikeln und Protokollen aus den Frankfurter Auschwitz-Prozessen der 1960er und 1970er Jahre.
Im Anschluss an die Vorführung findet ein Live-Gespräch mit dem Regisseur RP Kahl, dem Produzenten Alexander van Dülmen und den Schauspielern Rony Herman und Clemens Schick statt, die bei den Vorführungen anwesend sein werden. Eine Kooperation des Goethe-Instituts Israel, Yad VaShem und der Friedrich Naumann Stiftung.
Vorführungszeiten:
Montag, 27. Januar 2025 um 18:00 Uhr,
Kinemathek Tel Aviv,
Sprinzak Str. 2, Tel Aviv
https://www.cinema.co.il/
Dienstag, 28. Januar 2025 um 18.00 Uhr,
Kinemathek Jerusalem,
Hebron Road 11, Jerusalem
https://jer-cin.org.il/en/event/80916
Medienberichte
RP Kahls Verfilmung von „Die Ermittlung“ bei Arte
Am 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, Montag, dem 27. Januar 2025, wird Arte im Rahmen eines entsprechenden Schwerpunkts ab 21.45 Uhr RP Kahls „Die Ermittlung“ nach Peter Weiss zeigen. Zudem wird der Film ab dem 27. Januar Serie in elf Folgen zwischen 14 und 33 Minuten in der ARD Mediathek abrufbar sein und im BR Fernsehen gezeigt Auch Sky wird RP Kahls Filmfassung an diesem Tag zeigen. Am 28. August 2025 wird der Spielfilm um 0:30 Uhr vollständig in der ARD gezeigt.
„RP Kahl hat das Dokumentartheaterstück von Peter Weiss über den ersten Auschwitz-Prozess, der von 1963 bis 1965 geführt worden ist, verfilmt. [...] Ein Film, der so clever ist, dass er keine Bilder zeigt und gerade dadurch an weitesten vordringt unter all den Spiel- und Dokumentarfilmen – viele von ihnen sehenswert –, die an diesem Jahrestag im deutschen Fernsehen zu sehen sind. Ein Film, den die Öffentlich-Rechtlichen gerade so weit vor dem größten Teil ihres Publikums verstecken bei einem Spartensender im Spätprogramm, dass es davon garantiert nicht behelligt wird, und die Umstände dieser Ausstrahlung trotzdem haarscharf noch nicht peinlich sind.“
Stefan Fischer: In die Sparte geschoben, in: Süddeutsche Zeitung, 25./26.1.2025, Nr. 20, S. 40.
Medienberichte
- wunschliste.de, 14. Januar 2025
- br.de, 15. Januar 2025
- filmdienst.de, 16. Januar 2025
- Jüdische Allgemeine, 19. Januar 2025
- klamm,.de, 19. Januar 2025
- sky.de, 20. Januar 2025
- tele.ch, Januar 2025
- tittelbach.tv, Januar 2025
- derstandard.de, 26. Jänner 2025
- ndr.de, 27. Januar 2025
- Berliner Landeszentrale für politische Bildung, 27. Januar 2025
- prisma.de, 27. Januar 2025
- fr.de, 3. Februar 2025
- filmdienst.de, 31. Juli 2025 (Aufnahme in die ARD-Mediathek)
Berliner Lesung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur gegen das Vergessen“
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur gegen das Vergessen“ interpretieren am 26. Januar 2025 in der Sophienkirche Berlin um 15 Uhr Schauspieler:innen wie Nina Kunzendorf, Samuel Finzi und Mark Waschke Texte aus Peter Weiss’ „Ästhetik des Widerstands“. Die Lesung wird von einer Soundcollage des Holocaustüberlebenden Bob Rutman begleitet.
Nähere Informationen
Kinoinitiative 27. Januar – 80 Jahre Befreiung Auschwitz‐Birkenau
Aus Anlass der Befreiung des KZ und Vernichtungslagers Auschwitz‐Birkenau vor 80 Jahren zeigen das Haus der Geschichte und das Haus des Dokumentationsfilmsin Stuttgart am 26. Januar 2025, 11 Uhr bis 16 Uhr, RP Kahls Kinoadaption des Theaterstücks von Peter Weiss zu den Frankfurter Ausschwitz‐Prozessen. Nach der Pause folgt ein Podiumsgespräch. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft der baden-württembergischen Landtagspräsidentin Muhterem Aras und dem Landesbeauftragten gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben, Dr. Michael Blume.
Veranstaltungshinweise
Andere Literarische Gesellschaften: Hinweis der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft
Auf Bitten der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, die wie die IPWG Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) ist, weisen wir außer der Reihe auf folgende Veranstaltung hin, die möglicherweise auch für IPWG-Mitglieder von Interesse sein könnte:
Die Wuppertaler Literaturgesellschaft veranstaltet nach Italien, Israel, Frankreich, Österreich, Polen, Tschechien und der Schweiz vom 8. – 11. Mai 2025 ihr 25. „Forum" in den Niederlanden, genauer in Amsterdam: „Prinz Jussuf hatte einen König in Holland". Anlass: 80 Jahre nach der Befreiung von der Wehrmachtsbesatzung in den Niederlanden und in Deutschland von der NS-Diktatur. Zugleich ist es das 80. Todesjahr von Anne Frank und Else Lasker-Schüler. Sie hatte Lesungen in den Haag und Amsterdam, ihre Gedichte wurden von zwei deutschen Komponisten in Amsterdam vertont (und jetzt dort aufgeführt); ihr berühmtes Exilgedicht „Die Verscheuchte" wurde von Klaus Mann 1934 im Amsterdamer Exil-Verlag Querido erstmals veröffentlicht.
Nähere Informationen, auch zur Anmeldung, finden Sie hier: https://www.goethe.de/ins/nl/de/ver.cfm?event_id=26167747
Die EU-Antisemitismusbeauftragte Dr. Katharina von Schnurbein gestaltet die Schlussveranstaltung mit einem Vortrag und dem auch in Deutschland bekannten Jazzpianisten Jasper van't Hof. Die Teilnahme ist kostenlos.
Hinweise 2024
Interdisziplinäres Kulturprojekt zur „Ästhetik des Widerstands“
Am 23. November 2024 stellte das Team von "Sprung.wien" auf der Wieden in Wien die Performance "Du an deinem Ort – Teil 2" vor. Die Vorstellung zeigte eine theatralische Bearbeitung des Werks "Die Ästhetik des Widerstands" von Peter Weiss. Sie beinhaltete unter anderem Performances, Lesungen und Vorträge. Die Darstellung begab sich auf die Suche nach Formen des Widerstands gegen Ausbeutung und Krieg. Das Stück wurde im "Transform! Europe"-Saal in der Gußhausstraße 14/3 vorgeführt.
Nähere Informationen
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Hinweise 2023
Stellungnahme der IPWG zu den Vorgängen um die Verleihung des Peter Weiss-Preises der Stadt Bochum 2023
Mit Befremden und Sorge sieht die IPWG die Diskussion um die designierte Peter Weiss-Preisträgerin Sharon Dodua Otoo. Wir gratulieren der Jury für ihre Entscheidung, die Verfasserin des grandiosen Romans Adas Raum aus dem Jahre 2021 auszuzeichnen, der ganz im Sinne von Peter Weiss als ein Musterbeispiel einer „Ästhetik des Widerstands“ angesehen werden kann. Otoo verbindet in ihrem epischen Meisterwerk Geschichten über die Unterdrückung von Frauen mit antikolonialen Perspektiven sowie mit einer eigenwilligen Thematisierung des Nationalsozialismus. Die Verwendung einer komplexen Dingsymbolik erhöht den ästhetischen Reiz des Romans, der als ein exemplarisches Modell postmigrantischen Erzählens in deutscher Sprache gelten kann.
Umso vehementer kritisiert die IPWG, wie eilfertig Otoo von offizieller Seite – auf alleiniger Grundlage eines tendenziösen Online-Artikels – wegen einer vor längerer Zeit geleisteten Unterschrift unter eine pro-palästinensische Petition als Preisträgerin in Frage gestellt wurde. Peter Weiss, nach dem der Preis der Stadt Bochum benannt wurde, hat sich in seinem Werk eindringlich mit dem Nationalsozialismus und dessen Fortleben befasst; er hat seine unverbrüchliche Solidarität mit Israel als Heimstatt der Juden betont, gleichzeitig aber die konkrete Politik verschiedener israelischer Politiker zu mehreren Gelegenheiten kritisiert. Wir sind uns nicht sicher, ob Peter Weiss selbst unter den aktuellen Diskursbedingungen eine Chance gehabt hätte, den Peter Weiss-Preis zu erhalten.