Jour fixe zu „Verfolgung, Widerstand, Exil“ mit Texten von Weiss

In der Breisacher Spitalkirche in Breisach am Rhein wurde im Rahmen einer Zusammenarbeit der Gedenk- und Bildungsstätte Blaues Haus Breisach mit dem Bronislaw-Huberman-Forum zwischen dem 11. und 13. Juni 2021 ein Schwerpunkt-Wochenende mit Musik und Literatur zum Thema "Verfolgung, Widerstand, Exil" angeboten. Im Mittelpunkt des dritten Abends am Sonntag, dem 13. Juni standen Texte von Peter Weiss zu seiner Kafka-Dramatisierung "Der Prozess", zur Textgeschichte seines Oratoriums "Die Ermittlung" sowie zu Fragmenten aus seiner "Ästhetik des Widerstands" (Lesung: Gerd Heinz und Helmut Grieser). Zum Abschluss erklang Luigi Nonos elektronische Realisation "Ricorda cosa ti hanno fatto in Auschwitz – cori dall Ermittlung di Piero Weiss".

Nähere Informationen (Badische Zeitung)

„The Aesthetics of Resistance“: Band 2 erschienen

The Aesthetics of Resistance, Vol. 2
Anderthalb Jahrzehnte nach dem ersten Band hat Duke University Press 2020 den zweiten Band der Übersetzung von Peter Weiss' opus magnum „Die Ästhetik des Widerstands“ in das amerikanische Englisch vorgelegt: Peter Weiss: The Aesthetics of Resistance. Volume II. A novel. Translated by Joel Scott. Durham, N. C., USA: Duke 2020.

Verlagsinformation:

A major literary event, the publication of the second volume of Peter Weiss's three-volume novel The Aesthetics of Resistance makes one of the towering works of twentieth-century German literature available to English-speaking readers for the first time. The crowning achievement of Peter Weiss, the internationally renowned writer best known for his play Marat/SadeThe Aesthetics of Resistance spans the period from the late 1930s to World War II, dramatizing antifascist resistance and the rise and fall of proletarian political parties in Europe.

Volume II, initially published in 1978, opens with the unnamed narrator  in Paris after having retreated from the front lines of the Spanish Civil War. From there, he moves on to Stockholm, where he works in a factory, becomes involved with the Communist Party, and meets Bertolt Brecht. Featuring the narrator's extended meditations on paintings, sculpture, and literature, the novel teems with characters, almost all of whom are based on historical figures. Throughout, the narrator explores the affinity between political resistance and art—the connection at the heart of Weiss's novel. Weiss suggests that meaning lies in embracing resistance, no matter how intense the oppression, and that we must look to art for new models of political action and social understanding. The Aesthetics of Resistance is one of the truly great works of postwar German literature and an essential resource for understanding twentieth-century German history.

Duke University Press

Gisela Peter für ehrenamtliche Tätigkeit in der Peter-Weiss-Bibliothek mit Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet

Für ihr jahrzehntelanges, mittlerweile ehrenamtliches Wirken in der Peter-Weiss-Bibliothek, einer Stätte der Begegnung mit Lesern und Schriftstellern in Berlin-Hellersdorf, wurde Bibliothekarin Gisela Peter von Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle bei einem feierlichen Akt im Januar 2021 der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Gisela Peter hat gemeinsam mit ihrem Mann dazu beigetragen, dass seit 1990 etwa 500 Veranstaltungen organisiert werden konnten und sich die Hellersdorfer Bibliothek zu einem Treffpunkt auch für die Nachbarschaft entwickelte.

Medienbericht:

 

Der Chronist der „Weltkomödie“ und seine Beziehungen zu Peter Weiss

In memoriam Christoph Meckel

Wie Peter Weiss hat auch Christoph Meckel sowohl als Autor wie auch als bildender Künstler gearbeitet. Beide kannten und schätzten sich. Während aber Weiss nach seiner Phase als Bildkünstler nicht mehr schrieb, hat Meckel beides stets parallel betrieben.

In meiner Zeit als Studienleiter an der Evangelischen Akademie Iserlohn hatte ich die Chance, eine Ausstellung zu Meckels „Weltkomödie“ zeigen zu können.  Im Zentrum stand seine Radierung „Der kranke Engel“ von 1985. Eine Hommage an den bekannten finnischen Maler Hugo Simberg und dessen Gemälde „Der verwundete Engel“ von 1903, das in Finnland zum nationalen Identifikationsbild wurde.  Im Gespräch verwies Meckel auf freundlich-heitere Weise darauf, dass er sich selbst stark mit beiden Bildern identifiziere, gab aber ähnlich wie Simberg keine Hinweise zur Interpretation. Aus seinem umfangreichen Werk als Autor und bildender Künstler kann man aber schließen, dass sein Engel als Symbol für die Gefährdung dieser Welt und der Menschen angesehen werden kann. Im Zeichen der aktuellen Corona-Krise drängen sich dazu besonders viele Assoziationen auf.

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