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Aktuelles

Premiere der Filmfassung von „Die Ermittlung“ im Juli 2024

Unter der Regie von RP Kahl haben 60 Schauspielerinnen und Schauspieler „Die Ermittlung“ von Peter Weiss nach vierwöchiger Probenzeit für die Kinoleinwand umgesetzt. Zu der Verfilmung des Stücks ist ein Trailer veröffentlicht worden. Der Kinostart ist auf den 25. Juli 2024 angesetzt. Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) zeichnete den Film im Mai 2024 mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ aus.

Am 6. und 7. Juli 2024 ist der Ensemblefilm „Die Ermittlung“ bei dem Filmfest München zu sehen nach dem gleichnamigen Theaterstück von Peter Weiss aus dem Jahr 1965.

Am Mittwoch, dem 17. Juli 2024, 18:30 Uhr, wird im Essener Kino Lichtburg eine Aufführung in Anwesenheit des Regisseurs, des Produzenten und mehrerer Schauspieler erfolgen.

„Die Uraufführung [von Weiss‘ Stück im Jahr 1965] war ein singuläres Ereignis […]. Alles lange her. 2017 wussten nach einer Studie der Körber Stiftung vier von zehn Schülern nicht, dass Auschwitz ein Vernichtungslager war, 2024 erreicht die AfD gerade junge Leute über soziale Medien wie TikTok mehr als jede andere demokratische Partei und reüssiert bei den Europawahlen ausgerechnet in dieser Wählergruppe noch überm Durchschnitt der Wählenden. Keine schlechte Idee also, Peter Weiss‘ ‚Ermittlung‘ wieder aus der Versenkung zu holen. […] Der Film ist lang und erlaubt sich nur sehr langsam, mit winzigen Effekten an Emotionen zu appellieren: Die Zeugengesichter rücken näher, es gibt Lichtverschiebungen, zugleich verfremdend wie emotionalisierend, langsam ertönt eine Tonspur. Das ist sehr dezent gemacht und hilft, dabeizubleiben, vier lange, bewegende Stunden.“

Barbara Burckhardt, in: Theater heute, Nr. 7, Juli 2024, S. 70

Begleitmedien

Medienberichte

Filmkritiken

Der Schatten des Körpers des Kutschers – Ein Abend zu Peter Weiss

„Der Schatten des Körpers des Kutschers – Ein Abend zu Peter Weiss“ ist am 20. Juli 2024, um 19:30 Uhr im Kino 4 des Domstadtkinos Merseburg zu sehen. Ulrich Jacobi präsentiert abendfüllend Kurzfilme des Autors, spricht über Peter Weiss und liest aus dessen Werken „Die Ästhetik des Widerstands“ und „Der Schatten des Körpers des Kutschers“.
Peter Weiss, der mit seiner Familie ab 1940 in Schweden im Exil lebte und auch später größten Teils in Stockholm wohnte, schrieb auf Deutsch. Seine Werke und Theaterstücke wurden ab den 1960er Jahren in beiden deutschen Staaten verlegt und aufgeführt.
Dieses exklusive Programm findet aus Anlass des Films „Die Ermittlung – Oratorium von Peter Weis“ der ab 25. Juli im Domstadtkino (König-Heinrich-Straße 7, 06217 Merseburg) zu sehen ist, statt.

Ursprünglicher Hinweis

„Die Ermittlung“ im Begleitprogramm zur Ausstellung „Das UNESCO-Weltdokumentenerbe“

Das Theater Megalomania aus Frankfurt am Main ist in Wiesbaden mit der ERMITTLUNG von Peter Weiss zu Gast. Das Dokumentartheaterstück über die Frankfurter Auschwitzprozesse entstand während der Prozesstage (1963–1965). Der Text, von Peter Weiss zusammengefasst zu einem „Oratorium in 11 Gesängen“, beinhaltet echte Aussagen der Täter und Opfer, die hier einander gegenüberstehen. Es sind Aussagen, wie sie auch im Prozess der Öffentlichkeit zu Gehör kamen. Das Megalomania zeigt das Stück in einer gekürzten Fassung mit film-dokumentarischem Anteil. Acht Personen stehen hier gemeinsam auf der Bühne, weitere 18 sind in den digital eingespielten Zeugenaussagen zu sehen.

Heute leben kaum noch Zeugen der NS-Zeit. Es bleiben uns nur Briefe, Dokumente, Akten, Gedenkstätten, Fotographien. Die Akten des Auschwitzprozesses, die im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden aufbewahrt werden, sind deswegen nicht umsonst durch die UNESCO zum Teil des Weltdokumentenerbes erklärt worden. Gerade die Auseinandersetzung mit Auschwitz bleibt bis heute zentral: Wie war Auschwitz möglich? Wie konnten die Täter und Täterinnen den Massenmord durchführen? Weiterhin bleiben die erinnerungskulturellen Fragen: Wie soll man heute damit umgehen und wie soll man sich erinnern? Auschwitz und der Holocaust bleiben ein wesentlicher Teil der deutschen und der allgemeinen Weltgeschichte.

Dienstag, 25. Juni 2024, 10:00 - 12:30 Uhr
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Mosbacher Straße 55
65187 Wiesbaden

Weitere Informationen

Performance in Wien als Zeichen gegen Krieg

Die interkulturelle Truppe freier Theaterschaffender „Sprung.Wien“ richtet am Mittwoch, 12. Juni 2024 ab 19 Uhr im Nordbahnsaal in der Bruno-Marek-Allee 5/1 in Wien ein Community-Projekt aus, das an Texte von Peter Weiss anknüpft. Die Performance „Du, an Deinem Ort“ basiert auf Auszügen aus dem Roman „Die Ästhetik des Widerstands“. Die szenische Reportage ist Teil einer Performance-Serie, die Impulse für den Frieden setzen soll.

Im Anschluss an die Performance soll in einem Vortrag der zeitgenössische Kontext hergestellt werden. Dabei kommen in einem Beitrag mit dem Thema „Frauen für Frieden und Freiheit – seit 1915“ Aktivist:innen der Frauen-Friedensorganisation Women’s International League for Peace and Freedom (WILPF) zu Wort.

Tickets für die Performance können unter www.diehauswirtschaft.at erworben werden.

Weitere Hinweise

Die Verwicklung, nach Motiven von Luigi Nono und Peter Weiss

In Die Verwicklung erforschen KGI: büro für nicht-übertragbare angelegenheiten die Grenzen des Verstehens und des Unbewussten. Inspiriert von Luigi Nonos musikalischen Arbeiten und Peter Weiss‘ dramatisiertem Oratorium des Auschwitz-Prozesses Die Ermittlung will Die Verwicklung bekannte Erzählungen von Geschichte stören und unsere Begriffe von Vergangenheit und Gegenwart, Schuld und Aufarbeitung irritieren.

Der Komponist Luigi Nono schuf durch elektronische Verfremdung historischer Dokumente Musik und forschte so nach einer nicht-sprachlichen Art der Darstellung des Unfassbaren. Der Autor Peter Weiss entwickelte aus Protokollen des ersten Auschwitz-Prozesses das dokumentarische Theaterstück Die Ermittlung. Auch ein Versuch, Dinge, für die es keine Sprache gibt, dennoch aus der Sphäre des Schweigens zu zerren.

In Die Verwicklung greift KGI Nonos Suche nach einer anderen, nicht-sprachlichen Art der Darstellung auf. Basierend auf Die Ermittlung verdichten sie hunderte von Zeug:innenaussagen zu einem musikalischen Oratorium, das versucht, Ungesagtem, Nicht-Dokumentiertem auf die Spur zu kommen und uns in Lücken blicken zu lassen.

Lesung mit Sharon Dodua Otoo und Podiumsgespräch über Otoos Texte

Freitag, 26. April 2024, 18.30 Uhr Kulturhaus Babelsberg, Karl-Liebknecht.-Str, 135, 14482 Potsdam (S-Bahn Babelsberg)

Eine Veranstaltung der Internationalen Peter Weiss Gesellschaft (IPWG),

Lesung mit Sharon Dodua Otoo und Podiumsgespräch über Otoos Texte und die Diskussion um den Peter Weiss-Preis der Stadt Bochum mit Fatma Aydemir, Maryam Aras (beide Mitglieder der Jury des Peter Weiss Preises) und Michael Hofmann (IPWG); Moderation: Arnd Beise (IPWG).

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Die Berlinale wird Kahls Verfilmung von Weiss‘ „Die Ermittlung“ nicht zeigen

Regisseur R.P. Kahls Verfilmung „Die Ermittlung“ nach einem Theaterstück von Peter Weiss, die den ersten Auschwitz-Prozess in Frankfurt behandelt, wird trotz ihrer großen Aktualität von der Berlinale überraschend nicht gezeigt, wie die Tageszeitung Welt berichtet. Anders als zunächst geplant wurde der Film nicht in das finale Festivalprogramm aufgenommen. Regisseur Kahl wurde mitgeteilt, dass im diesjährigen Programm bereits ausreichend Filme über den Holocaust vertreten seien. Das Berlinale-Leitungsduo Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek würdigte den Beitrag des Films zur deutschen Geschichte, kreideten dem Film aber mangelnde künstlerische Originalität und Überlänge an.

Nähere Informationen

Sharon Dodua Otoo im Gespräch mit Jon Cho Polizzi

Im Rahmen einer „Autor:in-trifft-Übersetzer:in“-Veranstaltung wird sich am Donnerstag, dem 7. März 2024 um 18:30 Uhr die britisch-deutsche Schriftstellerin Sharon Dodua Otoo auf Zoom mit ihrem talentierten Übersetzer Jon Cho Polizzi austauschen. Es geht um Otoos Roman Adas Raum (Ada’s Room/Ada’s Realm), um Humor, Berliner Schnauze und Politik in der Sprache und Literatur. Die Veranstaltung ist kostenfrei, findet in englischer Sprache statt und wird simultan in die britische Gebärdensprache übersetzt von Involve. Weitere Informationen hier

Lesung in Frankfurt a. M.: Peter Weiss‘ „Meine Ortschaft“ (Auschwitz 1965)

Sonntag, 18. Februar 2024, 11 Uhr – Club Voltaire, Frankfurt a. M.
Peter Weiss: „Meine Ortschaft" gelesen von Edgar M. Böhlke
 
Peter Weiss hat den Auschwitz-Prozess von 1963–65 in Frankfurt intensiv begleitet und ihm in seinem
Theaterstück „Die Ermittlung" ein Denkmal gesetzt.
In dieser Zeit besuchte er Auschwitz. Der Text „Meine Ortschaft" erschien zuerst 1965 in der Anthologie
„Atlas, zusammengestellt von deutschen Autoren" im Verlag Klaus Wagenbach. Statt über Stockholm, wo
er schon lange lebte, schrieb er über Auschwitz: „Ein Ort, für den ich bestimmt war und dem ich entkam".
 
In die Lesung eingefügt werden Fotografien, die
Bernd Löser (AG FotoGesellschaft) bei einem Besuch
der Gedenkstätte Auschwitz machte.
 
Moderation: Dr. Manfred Wittmeier
Business Crime Control e.V. und KunstGesellschaft e.V. in Kooperation mit dem Club Voltaire
 
Teilnahmebeitrag 5/1 Euro
 

Hinweise 2023

Stellungnahme der IPWG zu den Vorgängen um die Verleihung des Peter Weiss-Preises der Stadt Bochum 2023

Mit Befremden und Sorge sieht die IPWG die Diskussion um die designierte Peter Weiss-Preisträgerin Sharon Dodua Otoo. Wir gratulieren der Jury für ihre Entscheidung, die Verfasserin des grandiosen Romans Adas Raum aus dem Jahre 2021 auszuzeichnen, der ganz im Sinne von Peter Weiss als ein Musterbeispiel einer „Ästhetik des Widerstands“ angesehen werden kann. Otoo verbindet in ihrem epischen Meisterwerk Geschichten über die Unterdrückung von Frauen mit antikolonialen Perspektiven sowie mit einer eigenwilligen Thematisierung des Nationalsozialismus. Die Verwendung einer komplexen Dingsymbolik erhöht den ästhetischen Reiz des Romans, der als ein exemplarisches Modell postmigrantischen Erzählens in deutscher Sprache gelten kann.

Umso vehementer kritisiert die IPWG, wie eilfertig Otoo von offizieller Seite – auf alleiniger Grundlage eines tendenziösen Online-Artikels – wegen einer vor längerer Zeit geleisteten Unterschrift unter eine pro-palästinensische Petition als Preisträgerin in Frage gestellt wurde. Peter Weiss, nach dem der Preis der Stadt Bochum benannt wurde, hat sich in seinem Werk eindringlich mit dem Nationalsozialismus und dessen Fortleben befasst; er hat seine unverbrüchliche Solidarität mit Israel als Heimstatt der Juden betont, gleichzeitig aber die konkrete Politik verschiedener israelischer Politiker zu mehreren Gelegenheiten kritisiert. Wir sind uns nicht sicher, ob Peter Weiss selbst unter den aktuellen Diskursbedingungen eine Chance gehabt hätte, den Peter Weiss-Preis zu erhalten.

Hinweise 2022

Sonderausgabe der Zeitschrift „New German Critique“

Aus Anlass des Erscheinens der englischen Übersetzung des zweiten Bandes von Peter Weiss‘ Die Ästhetik des Widerstands bei Duke University Press haben Kai Evers, Julia Hell und Seth Howes im November 2022 eine Sonderausgabe der Zeitschrift „New German Critique“ herausgegeben, die neue, an aktuellen Fragestellungen orientierte Lesarten des Romans bietet.

Nähere Informationen

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Gunilla Palmstierna-Weiss ist tot

Die Internationale Peter Weiss-Gesellschaft trauert um Gunilla Palmstierna-Weiss. Wie die schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter berichtet, ist die schwedische Bühnenbildnerin, Kostümgestalterin und Keramikerin Gunilla Palmstierna-Weiss verstorben. Sie war 94 Jahre alt. Gunilla Palmstierna-Weiss‘ Karriere als Bühnenbildnerin und Kostümdesignerin begann mit der legendären Premiere von Peter Weiss‘ „Marat/Sade“ am Schillertheater Berlin 1964. Von 1964 bis zu seinem Tod 1982 war sie mit dem deutsch-schwedischen Autor, Maler und Filmemacher Peter Weiss verheiratet. Sie trat in Weiss‘ Filmen auf und gestaltete Bühnen und Kostüme für seine Dramen.