„There’s No Such Thing as Solid Ground“

Otobong Nkanga, 2019 mit dem Peter-Weiss-Preises der Stadt Bochum ausgezeichnet, gibt nun im Gropius Bau, Berlin, bis zum 13.12.2020 einen Einblick in ihre Arbeit unter dem Titel „There’s No Such Thing as Solid Ground“.

In der Süddeutschen Zeitung schreibt dazu Till Briegleb: „[…] die skulpturale Erscheinung ihrer Arbeiten [ist] oft weniger eindrücklich als der intellektuelle Kontext, der erst durch Zusatzinformationen erkennbar wird. […] Die klugen Beziehungen, die sie zwischen Kompositionen, Materialien und fundierter Kritik an den Auswüchsen von Gier, Egoismus herstellt, machen ihre Arbeit aber zu einem der interessantesten Ansätze intellektueller Kunst in einer Welt, die täglich mehr nach Luft ringt.“ (SZ Nr. 162, Do., 16.7.2020, S. 11)

R.S.

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Die Ausstellung „Nach Norden. Deutsche Künstlerinnen und Künstler im skandinavischen Exil“ in Haus Opherdicke im Kreis Unna/Dortmund ist jetzt bis zum 7.2.2021 verlängert.

Peter Weiss ist mit dem Ölgemälde „Die Kartenlegerin“ von 1944 in dieser Präsentation von Werken aus der Sammlung von Thomas B. Schumann prominent vertreten.

1944 in Schweden entstanden, symbolisiert die Arbeit von Peter Weiss eine Zeit des Umbruchs sowohl in der persönlichen Entwicklung als Maler als auch für die Zeit im Exil. In dem informativen Katalog beschreibt Sepp Hiekisch-Picard vom Museum Bochum das Bild als beispielhaft für eine neue Epoche im Malstil von Weiss, in der er vom detailreichen, altmeisterlichen Stil hin zu großflächigeren Kompositionen und einer aufgehellten Palette findet.

Von besonderem Interesse ist auch das im Katalog erläuterte Projekt des Leihgebers, Thomas B. Schumann, seine bisher rund 800 Bilder umfassende Sammlung von Künstler*innen im Exil in einem eigenen Museum zusammenzuführen. Die Arbeiten von Peter Weiss sind ihm dafür von besonderem Interesse.

Rüdiger Sareika

kreis-unna.de

Schauspiel Frankfurt öffnet wieder – u. a. mit Weiss

Drei Monate nach der Schließung öffnet das Schauspiel Frankfurt am 13. Juni 2020 wieder seine Türen und zeigt jeweils an den Wochenenden 11 ausgewählte Vorstellungen, die den Hygiene- und Sicherheitsverordnungen entsprechen, darunter am 27. Juni „Abschied von den Eltern“ von Peter Weiss. Die Anzahl der Plätze ist auf 25 begrenzt.

frankfurt-live.com

„Abschied von den Eltern“ online auf Flimmit & Kino VOD CLUB

Der Stadtkino Filmverleih macht auf den Streaming-Plattformen Flimmit und Kino VOD CLUB aktuelle preisgekrönte Dokumentarfilme und Highlights europäischer Filmfestivals für alle online zugänglich. Seit 1. Mai 2020 online verfügbar ist ABSCHIED VON DEN ELTERN von Astrid J. Ofner nach der gleichnamigen autobiografischen Erzählung von Peter Weiss.

Alle Filme zu sehen auf stadtkinowien.vodclub.online und www.flimmit.com

Mit Raimund Fellinger starb der Lektor, der über lange Zeit das Werk von Peter Weiss betreute

Mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod Raimund Fellingers erfahren, mit dem uns seit der Gründung der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft im Jahr 1989 eine enge Zusammenarbeit verband.

Gerade im 75. Jahr nach der Befreiung von Auschwitz erinnern wir uns an Raimund Fellingers Wertschätzung des Autors Peter Weiss, die er 2016 in die Worte fasste: „Die gesamten Anstrengungen, Auseinandersetzungen, Kämpfe, die Peter Weiss mit sich, den Zeitgenossen wie den (literarischen und politischen) Traditionen geführt hat, dienten allein dem Ziel, nicht vor der Barbarei in die Knie zu gehen, gegen Auschwitz anzuschreiben, anzudenken.“

Wir haben Raimund Fellinger als einen homme de lettre erlebt, der es sich ebenfalls zum Ziel gesetzt hatte, nicht vor der Barbarei in die Knie zu gehen. In diesem Sinne werden wir weiterhin gern seiner gedenken.