45 Weiss-Bilder in Stockholm veräußert

Gunilla Palmstierna-Weiss hat Ende Januar 2019 eine umfangreiche Sammlung von Peter Weiss-Bildern veräußert. Die Auktion bei dem renommierten schwedischen Auktionshaus Bukowskis umfasste 49 Kunstwerke von den frühesten Ölgemälden Mitte der 1930er bis Ende der 1950er Jahre. Palmstierna-Weiss teilte mit, dass die bei dieser Auktion erzielten Einnahmen es ihr ermöglichen sollen, die wenigen Weiss-Kunstwerke zurückzukaufen, die seit dem Diebstahl des größten Teils des bildkünstlerischen Nachlasses von Peter Weiss bei einem Einbruch in einem Stockholmer Lager im Jahr 2008 wieder aufgetaucht seien.

In Zusammenhang mit der Auktion gab Palmstierna-Weiss im Januar 2019 an, dass der Verkauf der Bilder zugleich maßgeblich dazu beitrage, dass sich ein breiteres Publikum mit den Kunstwerken von Peter Weiss, die nun von einigen der bekanntesten schwedischen und internationalen Museen erworben worden seien, vertraut machen könne. Die Werke hätten einen historischen Wert sowohl für Institutionen als auch für Sammler, da Peter Weiss als Künstler und Autor national und international geschätzt wurde, sagte Palmstierna-Weiss. Nur auf vier Werke wurde kein Zuschlag erteilt. Die Auktion erzielte einen sechsstelligen Euro-Betrag. 

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„Hotel Auschwitz“

Von den Erlebnissen einer Bildungsfahrt nach Polen erzählt Regisseur Cornelius Schwalm in seiner Komödie „Hotel Auschwitz“. Der Film berichtet von einer deutschen Theatergruppe, die eigentlich an einer Inszenierung des Stücks Die Ermittlung von Peter Weiss arbeitet. Zu Recherchezwecken hat die Gruppe eine Exkursion an den Erinnerungsort der nationalsozialistischen Judenvernichtung angesetzt.

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Ausstellung „Die einzig revolutionäre Kraft. Kunst und Revolution 1918 und 1968“

Zur Finissage der Ausstellung „Die einzig revolutionäre Kraft. Kunst und Revolution 1918 und 1968“ am 13. Januar 2019 um 15 Uhr lädt ABG-Net.de zu einer letzten Führung durch die Ausstellung in das Lindenau-Museum Altenburg ein. Daran wird sich ein Gespräch mit der Germanistin Dr. Christa Grimm über den Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ von Peter Weiss anschließen, der in der Ausstellung auf besondere Weise präsentiert wird. Aufgrund der positiven Publikumsresonanz wird die Ausstellung zudem eine Woche bis zum 20. Januar 2019 länger gezeigt.

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Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands. Lesenächte der Fachschaft AVL München

Peter Weiss und insbesondere sein dreibändiger Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ sind am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (AVL) der Universität München im vergangenen Jahr zum Gegenstand von Seminaren, Tagungen, wissenschaftlichen Arbeiten und privaten Lektüren geworden. Diese Entwicklung möchte die Fachschaft AVL zum Anlass nehmen, um die „Ästhetik des Widerstands“ in zwei Lesenächten zu lesen. Zu diesen lädt die Fachschaft Interessierte als Zuhörende ebenso wie als Lesende am 11. und 12. Januar 2019 ab 20 Uhr (am Freitag) und ab 19 Uhr (am Samstag) in R U104B ein. Die Fachschaft wird sich in den beiden Nächten dem 1. Band der „Ästhetik des Widerstands“ widmen (und die Lektüre der anderen Bände dann in Folgeformaten fortsetzen).

Lesen werden neben Studierenden und Lehrenden auch Gäste aus Chemnitz. Noch ist jedoch die Leseliste nicht gefüllt und die Fachschaft sucht weiterhin zahlreiche LeserInnen. Interessierte sind herzlich dazu einladen, sich in folgender Leseliste einzutragen. Weil die Textblöcke der ÄdW sehr umfangreich teilweise anspruchsvoll zu lesen sind, können sich auch gerne zwei Personen pro Abschnitt eintragen und das Buch bei Erschöpfungserscheinungen dann weitergeben.

Die Fachschaft freut sich sehr auf zwei spannende Lesenächte zu Beginn des neuen Jahres und auf eine intensive Beteiligung.

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„Kill the Audience“ an den Münchner Kammerspielen

KILL THE AUDIENCE. VON RABIH MROUÉ

Inszenierung: Rabih Mroué. Münchner Kammerspiele, Uraufführung am 12. Dezember 2018

Mit dem „Viet Nam Diskurs“ schrieb Peter Weiss ein politisch-agitatorisches Stück gegen den Vietnamkrieg. Die Inszenierung des Stücks 1968 an den Münchner Kammerspielen richtete sich direkt an die Zuschauer*innen: Was bedeutet es, einem politischen Stück beizuwohnen? Die Aufforderungen des Stücks wörtlich nehmend sammelten die Schauspieler*innen am Ende des Stücks Geld für den Vietcong. Es folgte eine veritable Auseinandersetzung zwischen den Regisseuren Wolfgang Schwiedrzik und Peter Stein einerseits und Intendant August Everding andererseits. Selbst als die Sammlung von Geld untersagt wurde, warfen die Zuschauer*innen Münzen auf die Bühne. Doch was ist mit diesem Geld geschehen? Wurden damit Waffen gekauft, um aus dem Theater heraus real politisch einzugreifen? Regisseur Rabih Mroué geht diesen Spuren nach. 50 Jahre nach dem damaligen Konflikt erforscht Mroué am gleichen Ort (im damaligen Werkraum) die Rolle der Zuschauer*innen. Kann es überhaupt noch ein Publikum geben, wenn das Theater zur Straße wird? Verschwindet es, wenn die Bühne genutzt wird zur offenen politischen Auseinandersetzung? „Kill the Audience“ ist die dritte Arbeit von Rabih Mroué an den Münchner Kammerspielen. Nach „Ode to Joy“ (2015) feierte „Rima Kamel“ (2017) im Rahmen einer Werkschau des Künstlers an den Kammerspielen Premiere.

Mit Zeynep Bozbay, Eva Löbau Live-Musik Marja Burchard, Maasl Maier Inszenierung Rabih Mroué Ausstattung Bettina Katja Lange, Rabih Mroué Licht Charlotte Marr Musik Marja Burchard, Maasl Maier Dramaturgie Martin Valdés-Stauber

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Theaterkritiken