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Peter Weiss‘ Spuren in Bremen: Außerschulische Lernorte und Werkstatteinblicke

CALL FOR PARTICIPATION:

Peter Weiss‘ Spuren in Bremen: Außerschulische Lernorte und Werkstatteinblicke

am Freitag, 27. November 2026

Impulsvorträge:

Prof. Dr. Michael Hofmann (Paderborn): „Außerschulische Lernorte im Kontext der ‚Ästhetik des Widerstands‘ von Peter Weiss“

Frieder Stange (Leipzig): „Erfahrung und Erwartung. Überlegungen zur Prädisposition der Rezeption des Romans ‚Die Ästhetik des Widerstands‘“

Der Autor Peter Weiss (1916-1982), der insbesondere für sein ambitioniertes Spätwerk Die Ästhetik des Widerstands (1975/1978/1981) bekannt ist, gerät sowohl im akademischen als auch im schulischen Umfeld zunehmend aus dem Blickfeld. Nur vereinzelt findet eine Beschäftigung mit seinem Werk noch statt wie beispielsweise im Rahmen der diesjährigen Konferenz am German Department der Princeton University zur Ästhetik des Widerstands oder durch Inszenierungen seiner Dramentexte und kulturelle Veranstaltungen. Im Literaturunterricht der Sekundarstufe II spielt das dokumentarische Theaterstück Die Ermittlung (1965), das den ersten Frankfurter Auschwitzprozess zum Gegenstand hat, noch eine Rolle, das an deutschen Theatern immer wieder aufgeführt wird und 2024 von RP Kahl filmisch bearbeitet wurde.

Insgesamt lässt sich aber ein Verschwinden feststellen, dem Texte wie Abschied von den Eltern (1961) oder Der Schatten des Körpers des Kutschers (1960) oder der einstmalige Welterfolg des Marat/Sade (1964) anheimfallen.

Die geplante Veranstaltung versteht sich als Versuch, dem konstatierten Relevanzverlust etwas entgegenzuhalten, literaturwissenschaftlich und -didaktisch zu widerstehen. Zu diesem Zweck wird sowohl nach den Gründen dieses Vergessens zu fragen sein als auch – wichtiger noch! – nach Möglichkeiten, wie jener einschlägige Autor, der politische Einmischung und künstlerisches Schaffen stets als amalgamiert begriffen hat, Student*innen und Schüler*innen in einer Zeit rechtspopulistischer und autoritärer Aufstiege sowie tiefgreifender Polarisierungen wieder nähergebracht werden kann.

Peter Weiss verbrachte einen Großteil seiner Kindheit, die Zeit zwischen den Jahren 1918 und 1929, in Bremen. Diese Zeit greift der Autor in seinen Texten auf und verbindet Elemente seiner Biographie bis hin zum Spätwerk mit seinem literarischen Schaffen. Die Stadt Bremen spielt dabei immer wieder eine Rolle und gemeinsam wollen wir uns in Form eines Stadtspaziergangs auf eine Spurensuche der Bremer Stationen des Autors begeben. Im Anschluss werden wir uns im Bremer Haus der Wissenschaft einfinden, um dort mit zwei Vorträgen und Impulsreferaten über den Autor ins Gespräch zu kommen.

Prof. Dr. Michael Hofmann wird ausgehend von der konkreten Bedeutung, die Orte und Räume für die Inszenierung und Reflexion ästhetischer Erfahrung in Peter Weissʾ Ästhetik des Widerstands haben, an neuere Konzepte der Berücksichtigung außerschulischer Lernorte im Literaturunterricht anknüpfen. Nach einer konzeptionellen Grundlegung untersucht Hofmann die Darstellung Bremens im ersten Band der Ästhetik des Widerstands und reflektiert das didaktische Potential des Umgangs mit diesem außerschulischen Lernort.

Frieder Stange ermöglicht einen Werkstatteinblick in sein Promotionsprojekt zur Rezeptionsgeschichte der Ästhetik des Widerstands von 1975-1995.

Eingeladen sind Student*innen, Promovend*innen, Postdoktorand*innen und Professor*innen, Lehrer*innen und Interessierte, die sich mit dem Autor befassen und in einen Austausch über seine Aktualität treten möchten. Besonders begrüßt werden Studierendenarbeiten und Promotionsprojekte, die in Form von Impulsreferaten (etwa 10-15 Minuten) vorgestellt werden können.

Um Anmeldung wird in Form einer kurzen Mail gebeten: Name/Kurzbiographie und ggf. Interessenbereich/Forschungsanliegen (200-500 Zeichen) bitte bis zum 31. Oktober 2026 an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Anreisekosten können übernommen werden.

Beginn des Spaziergangs: 11 Uhr (circa 2 Std.);

Beginn des Workshops: 14 bis circa 17 Uhr: Haus der Wissenschaft, Bremen.

Weitere Details werden nach Ablauf der Anmeldefrist bekanntgegeben.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der Universität Bremen (Prof. Dr. Axel Dunker) und der Universität Hildesheim (Dr. Donata Weinbach) mit freundlicher Unterstützung der Internationalen Peter Weiss Gesellschaft.