Zum Hauptinhalt springen

Inte­rieurs des Exil

Internationaler Workshop im Rahmen der UIBK-SAS-Kooperation.

Universität Innsbruck, 14. Oktober 2026, 15:45 – 15. Oktober 2026, 15:30 Uhr, Eintritt frei, Anmeldung erforderlich

Mit den deutsch-jüdischen Exilanten und Exilantinnen des 20. Jahrhunderts gingen auch viele Habseligkeiten – Tische, Regale, Kommoden oder Geschirr – in die Fremde. Mit den verbliebenen Dingen mussten sie sich oft unter widrigen Umständen in fremder Umgebung in neuer Bleibe einrichten. Diesen Exponaten der Verpflanzung und ihren Behausungen gilt unter literatur- und kulturgeschichtlicher Perspektive das Augenmerk des Workshops.

Die Dingwelten und die Sprache gingen im Exil dabei enge Verflechtungen ein. Die Gegenstände erwiesen sich als verstrickt in Prozesse des Beredtwerdens von Vertreibung; sie wurden zu Trägern von Erinnerung und Neuverortung. Anhand ausgewählter Autorinnen und Autoren – von Stefan Zweig über Monika Mann bis Peter Weiss – verfolgt der Workshop diese Spur. Im Blick stehen Schauplätze vom brasilianischen Petrópolis über Capri bis New York und zurück in die Reihenhäuser der Bundesrepublik. Diskutiert wird die Bedeutung von Innenräumen und Möblierungen in materieller wie metaphorischer Hinsicht. Die Exilliteratur eröffnet dabei neue Perspektiven auf die Umbrüche und die Wohnkultur des 20. Jahrhunderts.

Mit Beitrag von Kira Jürjens (Berlin): Extrakte. Verdichtetes Wohnen im Exil (bei Peter Weiss)

Nähere Informationen