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Hinweise 2025

50 Jahre »Die Ästhetik des Widerstands«

Literaturgespräch mit Birgit Müller-Wieland und Ingo Schulze
Moderation: Arnd Beise und Michael Hofmann

»Wie sollten wir noch Romane schreiben, wenn ringsum Ungeheuerliches im Entstehn begriffen ist«?

Vor 50 Jahren, im Herbst 1975, erschien der erste Band der Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss (1916–1982). Anfänglich von der Kritik ambivalent aufgenommen, wurde rasch klar, dass dieses Romanprojekt zwischen Historiografie und verlebendigender Fiktion ein Jahrhundertwerk ist, »eines der erregendsten, mutigsten und traurigsten Bücher« seiner Zeit, wie Wolfgang Koeppen es nannte.

In der Ästhetik des Widerstands verschränkt Weiss die Geschichte des Widerstands gegen Unterdrückung mit der Frage nach der Rolle von Kunst und Literatur für das Bewusstsein der Widerstehenden. Beispielhaft steht dafür die Geschichte jener, die zwischen 1937 und 1945 gegen den Faschismus kämpften.

Für viele Schriftsteller:innen der Gegenwart war die Lektüre dieses dreibändigen Monuments ein Erlebnis ganz eigener Art. Die Internationale Peter Weiss-Gesellschaft (IPWG) lädt deshalb ein zu einem Gespräch über die Bedeutung von Peter Weiss’ Romanprojekt für die eigene literarische Entwicklung. Arnd Beise und Michael Hofmann von der IPWG diskutieren mit der österreichischen Schriftstellerin Birgit Müller-Wieland und dem Berliner Autor Ingo Schulze, die beide 19 Jahre alt waren, als Peter Weiss seine »Ästhetik des Widerstands« vollendete.

»Die Hoffnungen würden bleiben. Die Utopie würde notwendig sein.«

Literaturgespräch am 29. November 2025 · 18.00 Uhr
Ort: Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Eberhard-Lämmert-Saal, Eingang Meierottostr. 8, 10719 Berlin. Organisiert von Claude Haas

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XXII. cinefest und 38. Internationaler Filmhistorischer Kongress Hamburg

Zwischen Schreibmaschine und Filmkamera. Literaten und ihr Verhältnis zum Film. 38. Internationaler Filmhistorischer Kongress

Betrachtet man die literarische Szene der 1950er bis 1980er Jahre in West- und Ost-Deutschland, so zeigt sich ein bemerkenswer­ter Unterschied. In der DDR arbeiteten viele führende Schriftstellerinnen und Schriftsteller auch selbst im Film: Christa und Gerhard Wolf schrieben Drehbücher, Helga Schütz hat u. a. an der Filmhochschule in Babelsberg studiert, Jurek Beckers Welterfolg »Jakob der Lügner« begann als Drehbuch. In West-Deutschland hingegen war der Film für viele Autorinnen und Autoren zunächst nicht Teil ihrer Medienarbeit – es sei denn, sie konnten ihre Bücher für die Verfilmung »verkaufen«. Eine Änderung dieser filmskeptischen Haltung erfolgte erst im Verlauf der 1960er und 1970er Jahren.

Der 38. Internationale Filmhistorische Kongress auf dem cinefest 2025, der vom 19. bis 22. November 2025 in Hamburg ausgerichtet wird, geht den gesellschaftlichen Gründen und kulturellen Auswirkungen dieser Situation nach. Die Vorträge sollen die im Schnittfeld von literatur-, medien- und speziell filmwissen­schaftlicher Forschung die spannungsvolle Beziehung von Literaten zum Film beleuchten.

Im Rahmen des Filmhistorischen Kon­gresses wird auch Peter Weiss‘ wohl wichtigstes filmisches Werk vorgeführt, der Spielfilm Hägringen, den Weiss 1958/1959 als Adaption seiner frühen Prosa­arbeit Der Vogelfreie / Dokument I über die Be­gegnung eines fremden Jugendlichen mit der großen Stadt drehte (Nordisk Tonefilm, sw, 81 Min.). Einführend wird die Filmhistorikerin Heike Klapdor in einem Vortrag „Statt Wörter: Erscheinungen. Peter Weiss‘ intermediale Kunst“ der Frage nachgehen, wie Weiss die lite­rarische in eine filmische rite-de-passage ver­wandeln konnte. Als Vorfilm wird Weiss‘ Experimentalfilm Stu­die IV: Frigörelse (Befreiung) von 1954 gezeigt.

Die IPWG unterstützt die Vor­führung von Weiss‘ Spielfilm am Donnerstag, dem 20. November 2025, 17:00 Uhr, im Kommunalen Kino Metropolis durch eine Filmpaten­schaft. 

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67. Nordische Filmtage Lübeck (Retrospektive) mit Weiss-Kurzfilmen

Die 67. Nordischen Filmtage Lübeck finden vom 5. bis 9. November 2025 statt und sind ein Festival für aktuelle Filmkunst aus nordischen, baltischen und norddeutschen Ländern. Im Rahmen der diesjährigen Retrospektive rückt Kurator Jörg Schöning die enge Verbindung von Film und bildender Kunst ins Zentrum. Die Filme von und mit Künstlern zeigen, wie im Fall der Kurzfilme von Peter Weiss, die Auseinandersetzung mit dem Medium Film oder künstlerische Werke, die im Rahmen einer Spielfilmhandlung in Szene gesetzt werden.

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Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum geht an Yael Ronen

Der Peter-Weiss-Preis 2025 der Stadt Bochum wird an die Theaterautorin und -regisseurin Yael Ronen verliehen. Die Auszeichnung, benannt nach dem Autor, Dramatiker, Maler und Filmemacher Peter Weiss, wird seit 1990 alle zwei Jahre an eine Persönlichkeit aus einer der Sparten Literatur, Theater, bildende Kunst und Film vergeben. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

Die feierliche Preisverleihung wird am Freitag, dem 6. März 2026 in Bochum vorgenommen. 

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Medienberichte

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Lesung von „Abschied von den Eltern“ bei Ö1

Am 23. Oktober 2025 sendete Ö1 erneut Markus Meyers Lesung von Peter Weiss‘ „Abschied von den Eltern“, die bereits aus Anlass von Weiss‘ 100. Geburtstag im November 2016 Teil des Ö1-Programms gewesen ist. 

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Neuerscheinung: Peter Weiss Short Film Collection

Peter Weiss war ein gefeierter deutsch-schwedischer Schrift­steller und Dramatiker, der vor allem durch sein Bühnenstück Marat/Sade bekannt wurde. Sein literari­scher Ruhm überschat­tete seine Arbeit als surrealistischer Maler und Avantgarde-Filmemacher. Die oberflächliche Realität wird zu suggestiven Bildern, die so fest, so gewiss und so verlockend wie das Objekt selbst wer­den. Die Beharrlichkeit der Bilder – Halluzina­tionen, Träume, Wahnvorstellungen – wurde später zu einem wiederkehrenden Charakteristikum von Weiss‘ Werk. Neben den Filmen Studie I bis V (1952-1955) enthält die Blue-ray Disc unter anderem die Kurzfilme Ansikten i skugga (Gesichter im Schatten; 1956) und Enligt lag (Im Namen des Gesetzes; 1957), doch auch seltener dokumen­tierte Kurzfilme wie Ateljéinteriör (Das Atelier des Dr. Faust; 1956) und Tagning Öyvind Fahl­ström (Aufnahme: Öyvind Fahlström; 1961). Alle in der Edition enthaltenen Filme wurden vom Schwedischen Filminstitut zwischen 2015 und 2020 digitalisiert. 

Blu-ray mit 13 Kurzfilmen des deutsch/schwe­dischen Autors und Dramatikers Peter Weiss. Paris: Re:Voir, 2025. 132 Min. 24,90 Euro. 

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„Die Ermittlung“ im Landtag Baden-Württemberg

Eine der spektakulärsten Inszenierungen des Schauspiels Stuttgart in der Saison 2025/2026 ist „Die Ermittlung“ von Peter Weiss. Das Stück über die Auschwitz-Prozesse war eines der erfolgreichsten in den Nachkriegsjahren. Intendant Burkhard C. Kosminski brachte es am 30. September 2025 im Landtag Baden-Württemberg heraus. Interessierte Städte und Institutionen können die Inszenierung einladen. 

Es handelt sich um die dritte Darbietung von Weiss‘ Schauspiel in einem deutschen Landesparlament, nach früheren Lesungen der „Ermittlung“ im Niedersächsischen Landtag am 11. Februar 2009 und in der Bremischen Bürgerschaft am 10. März 2016. Die wiederholten Darbietungen des Stücks im Rahmen der Erinnerungskultur in deutschen Landesparlamenten stellen ein singuläres Phänomen in der deutschen Theatergeschichte dar.

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Die Stuttgarter Inszenierung der „Ermittlung“ wird im Rahmen des Hamburger Theater Festivals am Sa., 20. Juni 2026 (19:30 Uhr) und am So., 21. Juni 2026 (16:00 Uhr) auch im Helmut Schmidt Auditorium der Bucerius Law School (Jungiusstraße 6, 20354 Hamburg) zu sehen sein. 

Medienberichte

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„Die Ermittlung“ im Rahmen der LIT Kartause, Köln

Im Rahmen der Reihe „LIT Kartause: Szenische Lesungen und Musik“ wird am Samstag, dem 20. September 2025 in der Kartäuserkirche Köln das Theater von Peter Weiss gewürdigt, mit „Die Ermittlung“ – einem Leseabend zur Erinnerung an die Auschwitzprozesse.

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„Die Ermittlung“ in Oelde

Am Sonntag, 7. September 2025 ab 17:00 Uhr wird das Theaterstück „Die Ermittlung“  im Rathaus im großen Ratssaal der Stadt Oelde aufgeführt. 

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Medienberichte

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Uta Kösser, 1942–2025

Am 28. Juli 2025 ist die Kulturwissenschaftlerin Uta Kösser im Kreis ihrer Familie in Leipzig verstorben. Uta Kösser war Professorin am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig und hatte dort den Lehrstuhl für Geschichte der Ästhetik inne, bis sie 2006 in den Ruhestand ging. Sie war eine herausragende Wissenschaftlerin, die nicht nur auf dem Gebiet der Ästhetik forschte, sondern sich auch intensiv mit dem Werk von Peter Weiss auseinandersetzte und dazu publizierte. Ihre letzte Doktorandin, PD Dr. habil. Sabine Sander, hat zu ihrem Andenken einen persönlichen Nachruf verfasst, der auf der Homepage von Cultura e.V. – der Alumni-Initiative des Instituts für Kulturwissenschaften erschienen ist. Sie betont, dass Uta Kösser für sie persönlich weit mehr als eine akademische Mentorin war: Sie war eine inspirierende Gesprächspartnerin, die mit klarem Blick, großer intellektueller Neugier und menschlicher Wärme Studierende, Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen ermutigte. Ihr Engagement, ihre kritische Denkweise und ihre humorvolle Art bleiben allen, die Sie kannten, unvergessen. 

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Die Ästhetik des Widerstands – Variationen von Peter Weiss

Die Ästhetik des Widerstands – Variationen von Peter Weiss. Von Fabian Saul

Deutschlandfunk, 16. August 2025, 20.05 Uhr

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Medienberichte

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Jochen Vogt, 1943–2025

Professor Jochen Vogt, der ehemalige Vorsitzende der Internationalen Peter Weisss-Gesellschaft, Verfasser einer Bildmonographie und zahlreicher weiterer Publikationen zu Peter Weiss und Literaturwissenschaftler mit einem Schwerpunkt auf deutscher und europäischer Literatur des 20. Jahrhunderts ist mit 82 Jahren am 8. August 2025 verstorben. Die IPWG trauert mit der Familie.

Ein Nekrolog, WAZ, 11. August 2025

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„Die Ermittlung“ im Jugend- und Bürgerzentrum in Koblenz

Das Ensemble des Stadtteiltheaters Karthause im JuBüZ präsentiert am Samstag, 17. Mai 2025 um 20 Uhr im Saal des Jugend- und Bürgerzentrums, Potsdamer Straße 4, in Koblenz die Theaterpremiere des Stückes „Die Ermittlung“ von Peter Weiss. Regie führt der Dipl. Theaterpädagoge (FH) und Leiter des JuBüZ, Michael Lüdecke. 

Das Ensemble des Stadtteiltheaters Karthause wagt den Versuch, auf Basis ausgewählter Texte des Stückes und eigenproduzierter Ensembleszenen die aktuelle Frage nach dem heutigen Umgang mit dem Holocaust und dem Erstarken des Rechtsextremismus und Antisemitismus in Deutschland zu stellen.

Weitere Vorstellungen finden am 18. Mai um 15 Uhr, am 24. Mai um 20 und am 25. Mai 2025 um 15 Uhr statt. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kartenreservierung sind unter Telefon 0261  914 06 00 00 möglich.

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Pressemeldung der Stadt Koblenz, 16. Juni 2025

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Lesemarathon am Schauspielhaus Bochum

08.05.–10.05.2025: Erinnerung ist Arbeit an der Gegenwart

Vom 8. bis 10. Mai 2025 lädt das Schauspielhaus Bochum zu einem vielstimmigen Programm ein, um 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs über Krieg und Erinnerung, die Gefahren von altem und neuem Faschismus sowie die Herausforderungen für unsere demokratische Zukunft nachzudenken. In Zusammenarbeit mit dem Bochumer Bündnis Wir für Demokratie schaffen Diskussionsrunden, Lesungen, Konzerte und begleitete Busfahrten zu historischen Erinnerungsorten Raum für Reflexion und Begegnung.

Am 9. und 10. Mai werden Lesungen mit Ensemblemitgliedern des Schauspielhaus Bochum und Mitgliedern von Wir für Demokratie angeboten. Der Eintritt ist frei, der Einlass erfolgt jeweils zur vollen Stunde. Im Rahmen des Lesemarathons wird der Schauspieler Konstantin Bühler im sogenannten Oval Office des Schauspielhauses am Freitag, dem 9. Mai um 14:00 Uhr aus der Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss lesen.

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Joel Scott – Ästhetik und Widerstand

Anlässlich des Erscheinens der englischen Übersetzung des dritten Bands der Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss sprechen Gäste aus Wissenschaft, Aktivismus und Literatur über ihren persönlichen Bezug zum Werk.

Die Ästhetik des Widerstands ist eines der Schlüsselwerke der deutschen Nachkriegsliteratur. Peter Weiss’ Hauptwerk, das zwischen 1975 und 1981 publiziert wurde, ist ein außerordentlicher historischer Roman, der die Geschichte der antifaschistischen Widerstandsbewegungen in Europa im Vorfeld und während des Zweiten Weltkriegs nachzeichnet. Gleichzeitig setzt sich das Buch mit den Beziehungen zwischen Widerstandspraxis und ästhetischen Formen auseinander. In Zeiten, in denen faschistische Tendenzen erneut erstarken, bietet das Buch wertvolle Hinweise dazu, wie wir uns in einem solchen Umfeld politisch organisieren und aktiv sein können.

Gut 20 Jahre nach Veröffentlichung des ersten Bandes in englischer Sprache sprechen die Veranstalter:innen mit Beteiligten des Projekts, sowie Aktivist:innen und Expert:innen mit persönlichem Bezug zum Werk.

Vorträge und Lesungen von: Wissenschaftler:innen Jenny Willner und Alexander Lin, Aktivistin Simin Jawabreh und Übersetzer:innen Charlotte Thießen und Joel Scott. Die Veranstaltung findet vorwiegend auf Englisch statt.

Mittwoch, 30. April 2025 | 19:00 Uhr | Vierte Welt, Kottbusser Tor im Zentrum Kreuzberg | Adalbertstr. 96 | Galerie 1.OG | 10999 Berlin.

Eintritt frei – Um Anmeldung wird gebeten

Mit Unterstützung des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg im Rahmen von «Kultur am 1. Mai!»

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Manfred Haiduk, 1929–2025

Literatruwissenschaftler Manfred Haiduk

Manfred Haiduk, der beste Freund von Peter Weiss in der DDR, Herausgeber seiner Werke, Ehrenmitglied der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft, ist kurz nach seinem 96. Geburtstag am 5. April 2025 verstorben. Die IPWG trauert mit der Familie.

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Szenische Lesung & Podiumsdiskussion: „Marat/Sade“ in Berlin

THEATER GEGENDRUCK MARAT SADE BERLIN 14022025Szenische Lesung von Peter Weiss’ Stück MARAT/SADE durch das freie Theater Gegendruck mit Live-Musik und anschließender Podiumsdiskussion, Moderation: Prof. Dr. Michael Hofmann

Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade lautet der vollständige Titel des Stücks, das den deutsch-schwedischen Autor Peter Weiss Mitte der 1960er Jahre über Nacht weltberühmt machte. Aus Anlass der 60-jährigen Wiederkehr der Uraufführung von MARAT/SADE am Westberliner Schillertheater präsentiert das freie Theater Gegendruck seine Inszenierung des modernen Klassikers jetzt als szenische Lesung am ZfL.

In MARAT/SADE bringen Patientinnen und Patienten der Heilanstalt Charenton unter Spielleitung des Marquis de Sade die Französische Revolution auf die Bühne. Im Mittelpunkt steht die immer noch aktuelle Auseinandersetzung zwischen dem Revolutionär Marat und dem Marquis de Sade. Revolution oder Reform? Wie besonnen oder kühn soll beziehungsweise kann eine Gesellschaft auf Herausforderungen agieren? Individualismus und Lebensgenuss stehen gegen die Notwendigkeit, sich eine grundlegend andere Welt zu erstreiten.

MARAT/SADE ist ein wilder Mix aus Tragödie und Farce, aus »Theater im Theater« und historischem Drama.

Das freie Theater Gegendruck aus Recklinghausen ist unter anderem für seine Inszenierungen von Stücken von Peter Weiss bekannt. Zum Ensemble der szenischen Lesung gehören u.a. Desiree Baier (Puppenspiel) und Claudius Reimann (Live-Musik).

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig.

Ort: Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Eberhard-Lämmert-Saal, Eingang Meierottostr. 8, 10719 Berlin
Zeit: 29. März 2025 · 18.00 Uhr
Organisiert von Internationale Peter Weiss-Gesellschaft (IPWG)
 

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„L’Esthétique de la résistance“ am Pariser Odéon

Eine weitere Bühnenbearbeitung der Ästhetik des Widerstands nach Neuffer/Krupas Fassung für das Schauspiel Essen von 2012 und der Wiener Performance „Du an deinem Ort – Teil 2“ von 2024 hat der französische Schauspieler und Schriftsteller Sylvain Creuzevault für das Pariser Théâtre National de l'Odéon entwickelt. Die vierstündige szenische Bearbeitung des Romans, die von 15 Schauspieler:innen dargeboten wird, entführt die Zuschauer:innen nach Deutschland in den inneren Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Die Bühnenfassung für das traditionsreiche Pariser Staatstheater wird vom 1. bis 16. März 2025 aufgeführt.

Bereits vor zwei Jahren hatte Creuzevault eine Ausstellung mit dem Titel L'Esthétique de la résistance am Théatre national de Strasbourg und andernorts präsentiert.

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Jonas Lüscher: Verzauberte Vorbestimmung

In Jonas Lüschers Buch „Verzauberte Vorbestimmung“ begibt sich der schweizerisch-deutsche Schriftsteller auf die Spuren des Schriftstellers und Malers Peter Weiss und stellt schwerpunktmäßig zwei Episoden in dessen Leben ins Zentrum, zum einen die Flucht vor den Nationalsozialisten in jungen Jahren, zum anderen einen Besuch in einer Ortschaft bei Lyon, die Weiss 1960 aufsuchte, um ein Bauwerk des Künstlers Ferdinand Cheval zu besichtigen.

Verlagsankündigung

Rezensionen

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Social Media-Angebot zu Peter Weiss: bluesky

Seit Anfang 2022 gab es unter dem X-handle @weissnotizen zweieinhalb Jahre lang Tweets zu Leben und Werk von Peter Weiss (1916-1982), dreimal in der Woche. Diese Arbeit soll nun auf bluesky weitergeführt werden.

Stefan Howald beginnt mit den @weissnotizen neu, auf bluesky, wo hoffentlich fundierte Debatten möglich bleiben. Weiterhin wird er sich mit allen Facetten des Lebens und Werks von Peter Weiss beschäftigen, dazu generell über engagierte Literatur berichten. Der neue Account wird wiederum in Zusammenarbeit mit der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft IPWG betrieben. Bitte nutzen Sie das neue Angebot @weissnotizen auf bluesky.

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Erinnerung an die Befreiung von Auschwitz vor 80 Jahren

Am 27. Januar 2025 jährt sich zum 80. Mal die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz. Aus diesem Anlass wird in der Johanniskirche Magdeburg um 20.00 Uhr das „Oratorium in elf Gesängen, Die Ermittlung“ aufgeführt. Mit der szenischen Lesung, basierend auf den Aussagen im Frankfurter Auschwitz-Prozess der 1960er Jahre, setzt der Dramatiker Peter Weiss ein eindringliches Mahnmal. Als besonderer Gast wird der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag, Michael Roth, bei der einmaligen Aufführung am Holocaust-Gedenktag mitwirken. Veranstalter sind das Puppentheater Magdeburg, die Magdeburger Domgemeinde, die Dommusik und das Friedensforum Johanniskirche.

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Medienbericht

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„Die Ermittlung“: Israelische Filmpremiere in Tel Aviv und Jerusalem

Israelische Filmpremiere: Die Ermittlung (2024), Regie: RP Kahl, 214 Minuten mit einer 15-minütigen Pause, hebräische/englische Untertitel

„Die Ermittlung“ ist eine filmische Adaption des gleichnamigen Theaterstücks von Peter Weiss. Sie kombiniert Film, dokumentarisches Theater und Fernseh-/Hörspielelemente. Die Dialoge basieren auf persönlichen Aufzeichnungen, Zeitungsartikeln und Protokollen aus den Frankfurter Auschwitz-Prozessen der 1960er und 1970er Jahre.

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Live-Gespräch mit dem Regisseur RP Kahl, dem Produzenten Alexander van Dülmen und den Schauspielern Rony Herman und Clemens Schick statt, die bei den Vorführungen anwesend sein werden. Eine Kooperation des Goethe-Instituts Israel, Yad VaShem und der Friedrich Naumann Stiftung.

Vorführungszeiten:
Montag, 27. Januar 2025 um 18:00 Uhr,
Kinemathek Tel Aviv,
Sprinzak Str. 2, Tel Aviv
https://www.cinema.co.il/

Dienstag, 28. Januar 2025 um 18.00 Uhr,
Kinemathek Jerusalem,
Hebron Road 11, Jerusalem
https://jer-cin.org.il/en/event/80916

Medienberichte

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RP Kahls Verfilmung von „Die Ermittlung“ bei Arte

Am 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, Montag, dem 27. Januar 2025, wird Arte im Rahmen eines entsprechenden Schwerpunkts ab 21.45 Uhr RP Kahls „Die Ermittlung“ nach Peter Weiss zeigen. Zudem wird der Film ab dem 27. Januar Serie in elf Folgen zwischen 14 und 33 Minuten in der ARD Mediathek abrufbar sein und im BR Fernsehen gezeigt Auch Sky wird RP Kahls Filmfassung an diesem Tag zeigen. Am 28. August 2025 wird der Spielfilm um 0:30 Uhr vollständig in der ARD gezeigt. 

„RP Kahl hat das Dokumentartheaterstück von Peter Weiss über den ersten Auschwitz-Prozess, der von 1963 bis 1965 geführt worden ist, verfilmt. [...] Ein Film, der so clever ist, dass er keine Bilder zeigt und gerade dadurch an weitesten vordringt unter all den Spiel- und Dokumentarfilmen – viele von ihnen sehenswert –, die an diesem Jahrestag im deutschen Fernsehen zu sehen sind. Ein Film, den die Öffentlich-Rechtlichen gerade so weit vor dem größten Teil ihres Publikums verstecken bei einem Spartensender im Spätprogramm, dass es davon garantiert nicht behelligt wird, und die Umstände dieser Ausstrahlung trotzdem haarscharf noch nicht peinlich sind.“

Stefan Fischer: In die Sparte geschoben, in: Süddeutsche Zeitung, 25./26.1.2025, Nr. 20, S. 40.

Medienberichte

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Berliner Lesung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur gegen das Vergessen“

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur gegen das Vergessen“ interpretieren am 26. Januar 2025 in der Sophienkirche Berlin um 15 Uhr Schauspieler:innen wie Nina Kunzendorf, Samuel Finzi und Mark Waschke Texte aus Peter Weiss’ „Ästhetik des Widerstands“. Die Lesung wird von einer Soundcollage des Holocaustüberlebenden Bob Rutman begleitet.

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Kinoinitiative 27. Januar – 80 Jahre Befreiung Auschwitz‐Birkenau

Aus Anlass der Befreiung des KZ und Vernichtungslagers Auschwitz‐Birkenau vor 80 Jahren zeigen das Haus der Geschichte und das Haus des Dokumentationsfilmsin Stuttgart am 26. Januar 2025, 11 Uhr bis 16 Uhr, RP Kahls Kinoadaption des Theaterstücks von Peter Weiss zu den Frankfurter Ausschwitz‐Prozessen. Nach der Pause folgt ein Podiumsgespräch. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft der baden-württembergischen Landtagspräsidentin Muhterem Aras und dem Landesbeauftragten gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben, Dr. Michael Blume.

Veranstaltungshinweise