Prozess Auschwitz – Theater+ Film

Preview am 18. November 2021 um 20.00 Uhr im Gallustheater Frankfurt a. M., Kleyerstr. 5

Die Überlebenden der Vernichtungslager hatten die Bürde des Erlittenen für ihr weiteres Leben zu tragen. Der Frankfurter Auschwitz-Prozess zwang die ZeugInnen, sich dem Prozess des Erinnerns, des Berichts, der Befragung in öffentlicher Verhandlung auszusetzen. Wir nutzen die Protokolle des Prozesses, konzentrieren uns aber auf die unterschiedlichen Formen des Erinnerns: Erinnern als Rekonstruktion, fragmentierte und zerstörte Erinnerung, abgewehrte, verformte Erinnerung, Bilder ohne Sprache, scheiternder Sprechversuch. 

Auf der anderen, der Täterseite die Erinnerung als Verfälschung, Verleugnung oder Rechtfertigung, auftrumpfend oder abwehrend, larmoyant, aggressiv. 

Ästhetisch nähern wir uns diesen Formen des Erinnerns mit einer Partitur aus Stimmen, Aktionen,  einer Komposition für Sopran,Rauminstallation.

Szenisch werden Positionen im Prozess des Erinnerns, die der Opferzeugen und die der Täter, als unvereinbar gegenüber gestellt, es gibt keinen Dialog, es wird nicht die Form des Gerichtsprozesses gewählt. 

Die Textur des Films ist experimentell, nicht dokumentarisch. Es ist ein hybrides Projekt, indem sowohl die Form einer Aufführung in einem Theaterraum mit integriertem Film, als auch die Vorführung als Film gewählt werden kann, auch in Kombination mit einer szenischen Lesung. 

Das Projekt kann in seinen verschiedenen offenen Formen sowohl für Gedenk- und Diskussions-Veranstaltungen, in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen eingesetzt werden. Es kann auch als Material für die Arbeit von Laiengruppen genutzt werden. Der Film kann ausgeliehen werden für nicht kommerzielle Veranstaltungen. 

​Mitwirkende:

Akteure und Sprecher*innen: Barbara Englert; Edgar M.Böhlke; Ilja Kamphues

Komposition: Gerhard Müller-Hornbach 

Solistin: Johanna Greulich

Regie, Dramaturgie, Bühne: Ulrich Meckler

Video-Editing: Rainer Brumme

Kamera: Bernd Löser, Ulrich Meckler

Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Elisabeth Rohr (Marburg,Frankfurt)

Film-Booklet, Website des Theaters