Hinweise 2015

Beitragsaufruf: Peter Weiss 1916-2016. Experiment und Engagement heute

Anlässlich des Peter-Weiss-Jubiläums 2016 organisieren die Universitäten von Ferrara (Matteo Galli) und Mailand (Marco Castellari) in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut eine internationale Tagung (Ferrara, 24.-26. November 2016), die sich der Aktualität des Schriftstellers, Malers und Filmemachers, des experimentellen Künstlers und unbequemen Interpreten seiner Zeit widmet.

Weiss’ multimediales und mehrsprachiges Œuvre erscheint heute nach Jahren gemäßigten kritischen Interesses in einem neuen Licht. Sowohl sein Engagement für eine gesellschaftlich-politisch wirksame Kunst als auch sein ständiges Suchen nach neuen, der Gegenwart angemessenen Ausdrucksformen, seine eifrig rezipierten Bühnen- und Prosawerke der 1960er-70er Jahre wie die weniger bekannte frühe literarische Produktion, sein umfangreiches und vielschichtiges essayistisches Œuvre wie sein zwischen Avantgarde und Dokumentarismus angesiedeltes malerisches und filmisches Werk treten zunehmend in Dialog mit ästhetischen und politischen Diskursen unserer Gegenwart.

Man denke nur an die Aktualität von experimenteller und engagierter Kunst im Spannungsfeld von ›Fiktion‹ und ›Dokument‹ oder an die Brisanz von Fragen, die Weiss in den Mittelpunkt seines Werks rückte – etwa der Nexus Macht-Gewalt und dessen Inszenierung; historische und globale Konstellationen ästhetischer bzw. politischer Krise, Revolution oder Stagnation; die Dialektik von Unzugehörigkeit und Verstrickung beim Intellektuellen/Künstler; die Reflexion über Sprache, Identität, Text und Repräsentation im Medienzeitalter.

Willkommen sind Vortragsvorschläge, die diese Aktualität von Experiment und Engagement zur Diskussion stellen und in einen der folgenden thematischen Schwerpunkte einzugliedern sind bzw. sie übergreifend verknüpfen. Angestrebt ist der Dialog zwischen verschiedenen Forschungsgebieten, -traditionen und -generationen.

- Kunst und Politik bei Peter Weiss und heute,
- intermediale Ausdrucksformen bei Peter Weiss (Produktion / Rezeption),
- Peter Weiss und/in Italien,
- aktuelle Fragen der Edition, Interpretation, Rezeption von Peter Weiss’ Werken.

Bitte schicken Sie bis zum 31. Dezember 2015 eine Word-Datei mit Abstract (max. 250 Worte) und Kurzvita (max. 150 Worte) – beides in deutscher Sprache – an marco.castellari(at)unimi.it und matteo.galli(at)unife.it. Die Entscheidung über die Annahme der Vorträge wird Ende Februar bekanntgegeben.

Tagungssprache ist Deutsch. Reise- und Übernachtungskosten werden von der Organisation übernommen.

Beitragsaufruf (deutsch)

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„Die Ermittlung“ in München

Am 4. Dezember 2015 zeigte das Theater „Pathos München“, Studiobühne Theaterwissenschaft LMU München, als Projekt von Hannah Bader „Die Ermittlung“ nach Peter Weiss.

Nähere Informationen

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„Die Ermittlung“ in Gera

Am 9. November 2015, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, zeigten Theater und Philharmonie Thüringen eine einstündige Fassung von Peter Weiss‘ „Ermittlung“ als szenische Lesung im Justizzentrum Gera. Nähere Informationen

Kritik

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8. Peter-Weiss-Woche in Rostock

Peter-Weiss-Haus, Doberaner Straße 21, D-18057 Rostock, 2. bis 7. November 2015

Auswahl aus dem Programm:

  • Montag, 2. November, 13:00-16:00 Uhr: Offenes Austauschtreffen zu Vorhaben im Rahmen des 100. Geburtstages von Peter Weiss 2016
  • Dienstag, 3. November, 20:00 Uhr: Die Ermittlung – Filmaufnahmen der Uraufführung in der Volkskammer am 19.10.1965. Mit Einführung durch Prof. Dr. Lutz Hagestedt, Univ. Rostock
  • Freitag, 6. November, 20:00 Uhr: Filmvorführung + Gespräch mit Regisseur: Der Schatten des Körpers des Kameramanns
  • Samstag, 7. November, 19:00 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Schutte: Zur Darstellung des Spanischen Bürgerkriegs in der Ästhetik des Widerstands

Nähere Informationen; Peter-Weiss-Haus

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Deutschlandfunk zu 50 Jahren „Die Ermittlung“

Deutschlandfunk, Kalenderblatt, 19. Oktober 2015, 9.05 Uhr

Vor 50 Jahren: Das Drama „Die Ermittlung“ von Peter Weiss wird uraufgeführt

Nähere Informationen

Zum selben Thema:

Richard Schild: Eine antifaschistische Totenklage, in: junge welt, 21. Oktober 2015

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Kolloquium „Dokument | Rechenschaft | Erinnerung“ und Mitgliederversammlung 2015

Zur Jahresmitgliederversammlung 2015 kommt die IPWG am Montag, dem 19. Oktober 2015 um 14.00 Uhr am Simon-Dubnow-Institut an der Universität Leipzig zusammen.  Alle Mitglieder sind herzlich zur Teilnahme eingeladen! Anschließend folgt ein Kolloquium anlässlich des 50. Jahrestages der Uraufführung der Ermittlung.

Kolloquium „Dokument | Rechenschaft | Erinnerung. 50 Jahre Ringuraufführung der ‚Ermittlung‘ von Peter Weiss, 1965/2015“

Eine Veranstaltung des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur e. V. an der Universität Leipzig in Kooperation mit der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft e. V. (IPWG)

Datum
Montag, 19. Oktober 2015

Veranstaltungsort
Simon-Dubnow-Institut, Goldschmidtstr. 28 (Veranstaltungsraum), 04103 Leipzig

Bühnenbild Piscator 1965 

Abbildung: Bühnenbild zur Aufführung der Ermittlung am 19. Oktober 1965 an der Freien Volksbühne Berlin. © IPWG.

Am 19. Oktober 1965 wurde das Theaterstück ‚Die Ermittlung‘ von Peter Weiss an vierzehn Bühnen in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik sowie in England parallel uraufgeführt. Das 50-jährige Jubiläum dieses Ereignisses nimmt das Simon-Dubnow-Institut zusammen mit der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft zum Anlass, um wichtige Facetten des Stücks und seiner Wahrnehmung in Ost und West sowie die politische und kulturelle Situation in den 1960er Jahre zu beleuchten. Neben einzelnen Aspekten der Wirkungsgeschichte in Israel und Deutschland werden dabei die Form der ‚Ermittlung‘ als dokumentarisches Stück und die diesem inhärenten Möglichkeiten der Erinnerung an die Schoah thematisiert. Zudem sollen die spezifische Gestaltung des Dramas im Kontext von Peter Weiss’ Verständnis jüdischer Zugehörigkeit sowie die zeitgenössische und aktuelle Aufführungspraxis dieses bedeutenden deutschsprachigen Dramas der Gegenwart diskutiert werden.

Programm

14:00                Öffentliche Mitgliederversammlung der IPWG

15:15                Kaffeepause

15:30                Begrüßung zum Kolloquium
                          Jörg Deventer (Leipzig)/Arnd Beise (Fribourg)
 
15:45–17:15    Panel I: Dokument | Übersetzung | Inszenierung20151019 Leipziger Tagung
                          Chair: Arndt Engelhardt (Jerusalem)

                          Arnd Beise/Melanie Raemy (Fribourg)
                          „Wir kannten alle die Gesellschaft /
                          aus der das Regime hervorgegangen war“.
                          ‚Die Ermittlung‘ als dokumentarisches Theaterstück

                           Ilana Hammerman (Jerusalem)
                           ‚Die Ermittlung‘ aus israelischer Sicht

17:15                Kaffeepause

17:30–19:00    Panel II: Zeitgeschichte | Erinnerung | Relektüre
                          Chair: Arnd Beise (Fribourg)

                          Michael Hofmann (Paderborn)
                          Peter Weiss’ ‚Ermittlung‘ und das Gedächtnis der Schoah

                          Christa Grimm (Altenburg/Leipzig)
                          ‚Die Ermittlung‘ auf der Bühne: Altenburg 1965 und 2015

19:00                Ende des Kolloquiums

Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Arnd Beise, Universität Freiburg (CH) | Jörg Deventer, Simon Dubnow Institut, Leipzig | Arndt Engelhardt, Franz Rosenzweig Minerva Research Center, Hebräische Universität Jerusalem | Christa Grimm, Universität Leipzig | Ilana Hammerman, Jerusalem | Michael Hofmann, Universität Paderborn | Melanie Raemy, Universität Freiburg (CH)

Kontakt
Simon-Dubnow-Institut
 für jüdische Geschichte und Kultur e. V.
an der Universität Leipzig
Goldschmidtstraße 28
D-04103 Leipzig
Tel. 0341 21735-50 | Fax 0341 21735-55
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! | www.dubnow.de

Ankündigung als pdf-Datei

Aufnahme von Chair und Referent(inn)en: Klaus Wannemacher

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Peter Weiss-Lesekreis im Literaturhaus Rostock

Literaturhaus Rostock im Peter-Weiss-Haus, 18. Oktober 2015, 17:00 Uhr

Neuer Lesekreis: Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss
Moderation: Jens Lippert, Ralph Kirsten

Das Freihandelsabkommen TTIP, die Überwachungsaffäre, der Volksentscheid zur Gerichtsreform, die Hilfe für Flüchtlinge oder die Bebauung der Mittelmole: die  Bürger/innen bringen sich immer stärker in den politischen Alltag ein. Ob eine politische Haltung, sofern sie erfolgreich sein soll, auch eine ästhetische Haltung braucht, inwieweit diese Haltungen zusammenhängen und sich vielleicht auch bedingen, darum geht es Peter Weiss in seinem Hauptwerk. Wir wollen in einer gemeinsamen Lektüre das Werk rund 40 Jahre später befragen. Der Lesekreis ist eine Initiative zum 100. Geburtstag von Peter Weiss 2016. Die weiteren Treffen und die Zusammenarbeit werden bei der ersten Zusammenkunft besprochen - egal ob Sie Peter Weiss kennen oder die Ästhetik schon gelesen haben - seien Sie herzlich eingeladen.

Literaturhaus Rostock

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25 Jahre Peter-Weiss-Bibliothek

Alternative Bibliothek Berlin-Hellersdorf. Jubiläumsveranstaltungen u. a. am 17. und 19. September 2015

Donnerstag, 17. September 2015 um 18.30 Uhr

»Der versäumte Paradigmenwechsel. Woran die DDR scheiterte.«

Peter-Weiss-Bibliothek, Hellersdorfer Promenade 24, 12627 Berlin. Eintritt frei (Platzreservierung unter Tel. 99 120 08)Prof. Dr. Siegfried Prokop

Prof. Dr. Siegfried Prokop gehört zu jenen Persönlichkeiten, die oftmals ihre neuen Bücher in der Peter-Weiss-Bibliothek vorstellen und diskutieren. Siegfried Prokop, (geb 1940), Historiker und Publizist, studierte von 1958 bis 1963 Geschichte und Germanistik in Berlin und Leningrad. 1983 bis 1996 war er Professor für Zeitgeschichte am Institut für Geschichte der Humboldt-Universität zu Berlin, danach Gastprofessor in Paris, in Moskau und in Montreal. 1994 bis 1996 Vorsitzender der Alternativen Enquetekommission »Deutsche Zeitgeschichte«, von 2003 bis 2005 Präsident des Ostdeutschen Kuratoriums der Verbände.

Sonnabend, 19. September 2015 um 10.30 Uhr

Das Team »Kalliope« wagt eine Annäherung an Heinrich Heine. Ein literarisch-musikalisches Porträt: »... nichts als ein Dichter.«

Haus am Beerenpfuhl, Tangermünder Str. 30, 12627 Berlin. Eintritt mit EinladungTeam Kalliope

Das Kalliope-Team bietet unter dem Titel »Literatur erleben« zahlreiche anspruchsvolle literarische Programme an. Gisela M. Gulu (lit. Bearbeitung und Moderation), Lusako Karonga (Wort und Gesang) und Armin Baptist (Komposition und Klavier) haben eine literarisch-musikalische Hommage an einen Unbequemen vorbereitet.

Zum Ausklang lädt die Peter-Weiss-Bibliothek alle Gäste zu einem kleinen Imbiß und freundschaftlichen Gesprächen ein.

Montag, 2. November 2015: Vernissage

Roland R. Berger gestaltet eine größere Ausstellung mit »Blättern zur Literatur« im Saal und im Konferenzraum des Hellersdorfer Kulturforums.

Nähere Informationen

Presseberichte

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„Marat/Sade“ in Toronto

The Persecution and Assassination of Jean-Paul Marat as Performed by the Inmates of the Asylum of Charenton Under the Direction of the Marquis de Sade

Soulpepper Theatre Company; Premiere: Montag, 14. September 2015
Young Centre for the Performing Arts, 50 Tank House Lane, Toronto, ON M5A 3C4

Die Soulpepper Theatre Company, eigenen Angaben zufolge „Nordamerikas einziges Repertoire-Theater, das ganzjährig spielt“, zeigt unter der Regie ihres Gründungsleiters Albert Schultz mit großem Soulpepper-Ensemble „ein höchst theatralisches und selten gespieltes Meisterwerk des 20. Jahrhunderts.“
Soulpepper-Webseite

Theaterkritiken

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Mit sich und der Schuld allein: „Ermittlung“ ohne Zeugen und Richter

Das Freie Werkstatt-Theater Köln zeigt eine Bearbeitung der Ermittlung, die die große Personnage des Weiss‘schen Stücks, das mehr als zwanzig Rollen verzeichnet, auf vier Funktionsträger des SS-Lagerpersonals reduziert: den Adjutanten des Kommandanten, einen Arzt, einen Blockführer und einen Wachmann. Zeugen treten nicht auf, und kein Richter bringt die Anklage vor. Die Täter sind mit sich und ihrer Schuld allein. Das Freie Werkstatt Theater zeigt eine Inszenierung von Ulrich Hub, u. a. mit Marius Bechen und Eva Horstmann. Premiere war am 10. September 2015, weitere Aufführungen am 18., 19., 23. und 24. September, 22. bis 24. Oktober, jeweils 20 Uhr.

Nähere Informationen

Theaterkritik

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„Der Triumph des Todes“ bei Kunstfest Weimar

Das Deutsche Nationaltheater Weimar wird sich mit Frederic Rzewskis zeitgenössischer Musiktheaterkomposition Der Triumph des Todes am Kunstfest Weimar beteiligen. Auf der Grundlage von Peter Weiss‘ dokumentarischer Theatercollage Die Ermittlung formuliert Rzewski eine tiefgreifende Kritik an jenen gesellschaftlichen Prinzipien, die die „Todesmaschinerie“ Auschwitz ermöglichten.

In seiner Komposition für Stimmen und Streichquartett, die in den 1980er-Jahren entstanden ist, verbindet Rzewski unterschiedliche Stilmittel, die bislang als unvereinbar galten. So finden sich bekannte Melodien von Johann Strauß und Country-Musik ebenso wieder wie Klänge, die die Musiker(innen) mit zusätzlichen Gegenständen erzeugen. Rzewskis performative Musiksprache ermöglicht einen unmittelbaren Zugang zu den historischen Aussagen und Beschreibungen, der sein Werk bis heute – 50 Jahre nach der Uraufführung von Die Ermittlung und 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs – zu einem brisanten Theaterstück macht.

Gemeinsam bringen das Deutsche Nationaltheater und das Kunstfest Weimar Der Triumph des Todes am Sonntag, dem 30. August 2015 zur deutschen Erstaufführung, an der u. a. Sänger(innen) des DNT-Opernensembles sowie Musikerinnen der Staatskapelle Weimar beteiligt sind. Weitere Aufführungen am 1. und 6. September.

Siehe Kunstfest Weimar, Theaterkompass und Interview der Ostthüringer Zeitung mit Rzewski, 28.8.2015.

Aufführungsberichte

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Fund eines Selbstporträts aus Weiss‘ Zeit bei Hesse in Montagnola

Andreas Platthaus, stellvertretender Feuilleton-Chef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, schildert in einem Beitrag die verschlungenen Umwege, die ein Selbstporträt von Peter Weiss nahm, das während seines Aufenthalts bei Hermann Hesse in Montagnola 1938 entstand und das Weiss der Berliner Schauspielerin Margarete Melzer geschenkt zu haben scheint.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. August 2015

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Einzug der Mitgliedsbeiträge 2015

Liebe Mitglieder der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft,

zum 29.05.2015 ziehen wir die Mitgliedsbeiträge für das Jahr 2015 ein. Falls Sie der IPWG eine Einzugsermächtigung erteilt haben, sorgen Sie bitte für ausreichende Kontodeckung. Sollten Sie der IPWG keine Einzugsermächtigung erteilt haben, überweisen Sie bitte Ihren Mitgliedsbeitrag selbstständig bis zum 29.05.2015 auf das Konto der IPWG. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 50,- Euro; für Studierende, Schüler, Arbeitslose 30,- Euro. Die Kontoverbindung der IPWG lautet:

Internationale Peter Weiss-Gesellschaft e.V.
IBAN: DE93 4455 0045 0002 5683 19, BIC: WELADED1ISL

Wenn sich Ihre Kontoverbindung geändert hat, schreiben Sie mir bitte eine Nachricht an folgende E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Nur so können wir unnötige Rückbuchungskosten für die Gesellschaft vermeiden. Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.

Herzliche Grüße
Anja Schnabel
(für den Vorstand der IPWG)

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Versteigerung einer US-Sammlung von Weissiana

Weiss, Peter. Umfangreiche Sammlung von Materialien, Vertragsentwürfen, Korrespondenzen, Programmheften, Rezensionen etc. zum Werk des Autors. Aus dem Besitz von Weiss’ literarischer Agentin für die USA, Joan Daves. New York, Frankfurt, Stockholm u.a., um 1962-82. In vier starken Aktenordnern. Schätzpreis: 1800,-- €.

Berlin, 2. Mai 2015, 10.00 Uhr. Webseite des Auktionshauses

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Vortrag zu Weiss‘ Dante-Projekt an der Universität Pisa

Am Donnerstag, dem 23. April 2015 um 8:30 Uhr hält Marco Castellari an der Universität Pisa einen Gastvortrag zu Weiss‘ Dante-Projekt und insbesondere zum postum edierten „Inferno“-Stück im Rahmen von Serena Grazzinis Vorlesung zum deutschsprachigen Theater.

Marco Castellari (Università degli Studi di Milano): „Du liest also Dante gegen den Strich. Peter Weiss‘ 'Divina-Commedia'-Projekt.

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Weiss‘ letzter Film „Hinter den gleichen Fassaden“ auf DVD

DIE MODERNE STADT
Filmessays zur neuen Urbanität der 1950/60er Jahre

Hrsg. von Ralph Eue und Florian Wüst

Im April 2015 präsentieren Ralph Eue und Florian Wüst auf einer DVD-Edition erstmals außerhalb Dänemarks den 1960 in Kopenhagen entstandenen, kaum bekannten Film Bag de ens facader (Hinter den gleichen Fassaden) von Peter Weiss und seiner Ko-Autorin Eva Rée Hinrichsen. Im Kontext dazu eine Auswahl an experimentellen und dokumentarischen Kurzfilmen aus den Jahren 1956 bis 1965 von Herbert Vesely, Dieter Lemmel, Rudi Hornecker und Manfred Durniok.

Den Idealen des „Neuen Bauens" der 1920er Jahre folgend, zielte die Modernisierung der europäischen Großstädte nach 1945 auf bessere Lebensbedingungen für die arbeitende Bevölkerung. Überall fehlte es an Wohnraum. Industrielle Massenproduktion und Konsumkultur stellten die Menschen und ihre sozialen Beziehungen vor große Veränderungen. Das Medium Film diente als ein Mittel, um einerseits die Stadt- und Verkehrsmodelle „von Morgen" zu bewerben und andererseits der Kritik an der Rationalisierung des Alltags Ausdruck zu verleihen. Diese Auswahl an dokumentarischen und experimentellen Kurzfilmen eröffnet einen einzigartigen historischen Blick auf die Kontroverse um die moderne Stadt.

Filmliste:

  • En dag i staden (Ein Tag in der Stadt), Pontus Hultén & Hans Nordenström, SE 1956, 19 min
  • Für einen Platz an der Sonne, Rudi Hornecker, BRD 1959, 10 min
  • Die Stadt, Herbert Vesely, BRD 1960, 36 min
  • Bau 60, Dieter Lemmel, BRD 1961, 12 min
  • Bag de ens facader (Hinter den gleichen Fassaden), Peter Weiss, DK 1961, 27 min
  • Die gemordete Stadt, Manfred Durniok, BRD 1965, 40 min

Bonus: Die Stadt von Morgen – Ein Film vom Städtebau, Maximilian von Goldbeck & Erich Kotzer, D 1930, 33 min

Disk: DVD5, codefree, Länge: 177 min, Bild: PAL, s/w, 4:3
Sprache: Deutsch, Dänisch, Schwedisch, Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch
Mit ausführlichem Booklet

Kooperationspartner: Goethe-Institut, München, KW Institute for Contemporary Art, Berlin

Erhältlich über absolutmedien.de und den Buchhandel. Preis: 14,90 Euro. Lieferbar ab 1. April 2015

Die Filmkuratoren stellen die Filme der DVD am 16. April im Zazie Kino & Bar in Halle und am 14. Mai 2015 am KW Institute for Contemporary Art in Berlin vor.

Medienberichte

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Stiller Held des deutschen Widerstands: „Elser“ als SWR2-Hörspiel

2 Elser klaussner friedel blow Vom schwäbischen Möbelschreiner zum mutigen NS-Widerstandskämpfer: Georg Elser. Am Karfreitag, 3. April, sendet SWR2 die Hörspielproduktion „Elser“, die auf den 1964 entdeckten Verhörprotokollen des gescheiterten Hitler-Attentäters beruht. In den Hauptrollen zu erleben sind die Schauspieler Christian Friedel (Georg Elser), Burghart Klaußner (Kripochef Nebe), Johann von Bülow (Gestapo-Chef Müller) und Katharina Schüttler (Elsers Geliebte Elsa).

Das Hörspiel „Elser“ ist parallel zum gleichnamigen Kinofilm von Oliver Hirschbiegel entstanden, der am 9. April in den Kinos startet. Drehbuchautor Fred Breinersdorfer schrieb für das Hörspiel ein neues, eigenständiges Manuskript. Im Unterschied zum Film erzählt das Hörspiel die Geschichte des Schreiners Georg Elser aus dem schwäbischen Königsbronn vor allem aus dessen Innenperspektive. Breinersdorfer setzt (fiktive) innere Monologe und subjektive Erinnerungsfragmente ein, um Elsers feste Überzeugungen, aber auch seine Zweifel zu spiegeln. Nach seiner Festnahme an der Grenze zur Schweiz wurde Elser der Gestapo übergeben, nach Berlin geschafft und im Reichssicherheitshauptamt Arthur Nebe, dem Chef der Kripo, und Gestapo-Chef Heinrich Müller überstellt. Tagelang wird Elser durch Nebe und Müller verhört – bis er schließlich gesteht.

Autor: Fred Breinersdorfer, Regie: Iris Drögekamp, Dramaturgie: Ekkehard Skoruppa, Ton: Burkhard Pitzer-Landeck, Schnitt: Claudia Peycke. Produktion: SWR/NDR 2015. Mit Christian Friedel, Katharina Schüttler, Burghart Klaußner, Johann von Bülow u. a.

Das Hörspiel Elser (SWR/NDR) von Fred Breinersdorfer wird gesendet

  • in NDR Kultur am 1. April 2015 um 20 Uhr
  • in SWR2 am Karfreitag, 3. April 2015 um 20.03 Uhr, ca. 90 Min.

Weitere Informationen zum Hörspiel; Foto: SWR; ein Foto aus dem Hörspielstudio mit Burghart Klaußner (Kripochef Nebe), Christian Friedel (Elser) und Johann von Bülow (Gestapo-Chef Müller)

Der Kinofilm Elser (SWR/WDR/ARD Degeto/BR/ARTE) von Oliver Hirschbiegel kommt am 9. April 2015 in die deutschen Kinos. Film und Hörspiel sind in den Hauptrollen identisch besetzt.

Weitere Informationen zum Film

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Podium zur „Ästhetik des Widerstands“ im HAU 2

„Die Ästhetik des Widerstands“. Mit Oliver Frljić, Borka Pavićević, Srećko Horvat / Moderator: Boris Buden
In Kooperation mit dem Zentrum für kulturelle Dekontamination (Belgrad). Das Projekt „Die Ästhetik des Widerstands“ wird gefördert von Szenenwechsel, Förderprogramm der Robert Bosch Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Theaterinstitut.
Hebbel am Ufer - HAU 2, Hallesches Ufer 32, Berlin, 28. März 2015, 20.00 Uhr

Europa scheint am Scheideweg zu stehen, zwischen wachsendem Rechtspopulismus und neuen linken Bewegungen. Die Gesprächsrunde nimmt Peter Weiss’ Jahrhundertroman „Die Ästhetik des Widerstands“ zum Ausgangspunkt, um über das komplexe Verhältnis von Widerstand und Ästhetik nachzudenken. Wenn das Theater, wie der französische Philosoph Alain Badiou behauptet, zwischen Liebe und Politik steht, dann stellt sich heute mehr denn je die Aufgabe, die drei konstituierenden Bestandteile dieser dialektischen Beziehung neu zu denken: Theater, Liebe und Politik.

Oliver Frljić ist einer der wichtigsten Regisseure Kroatiens und zur Zeit Leiter des Nationaltheaters in Rijeka, Borka Pavićević gilt als legendäre Figur der serbischen Linken und ist Leiterin des Zentrums für kulturelle Dekontamination in Belgrad und Srećko Horvat ist einer der führenden jungen Philosophen der Region und Leiter des „Philosophischen Theaters“ am Kroatischen Nationaltheater in Zagreb. Moderiert wird die Debatte von dem Philosophen und Kulturkritiker Boris Buden. Projektseite der Robert Bosch Stiftung

Berichte

taz, 29.3.2015

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Vortrag zu Weiss im Braunschweiger Raabe-Haus

Raabe-HausIn der Reihe „Vielfacher Schriftsinn“ lesen Martin Orti, Jürgen Beck-Rebholz und Hans Gerd Hahn am Dienstag, dem 17. März 2015, um 19.30 Uhr, unter dem Titel „Peter Weiss (1916-1982): Und dennoch Hoffnung“ im Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig, Leonhardstraße 29a. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen und Reservierung unter der Telefonnummer 7075834.

Der Prosaautor, Dramatiker, Maler, Grafiker und Experimentalfilmer Peter Weiss hat die Hoffnungen und Niederlagen der sozialen Bewegungen im 20. Jahrhundert thematisiert. Er erwarb sich in der deutschen Nachkriegsliteratur gleichermaßen als Vertreter einer avangardistischen Beschreibungsliteratur, als Verfasser autobiographischer Prosa wie auch als politisch engagierter Dramatiker einen Namen, weniger bekannt sind seine bildnerischen Arbeiten, die alle von seiner Suche nach neuen eigenständigen Ausdrucksformen zeugen.

Pressemitteilung der Stadt Braunschweig und des Literaturzentrums Braunschweig; Aufnahme: Brunswyk, CC-BY-SA-3.0

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„Marat/Sade“ am Luzerner Theater

Am Luzerner Theater hatte am Samstag, dem 14. März 2015 unter der Regie von Bettina Bruinier Peter Weiss‘ Schauspiel „Marat/Sade“ Premiere. Das Stück kehrte damit nach 50 Jahren an den Ort seiner Schweizer Erstaufführung zurück. Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste standen auch acht Schauspielschülerinnen und -schüler auf der Bühne. Weitere Aufführungen am 20.3., 22.3., 29.3., 2.4., 11.4.2015 und öfter.

Weitere Informationen auf SRF und auf Luzerner Theater

Theaterkritiken

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Aufsatz zu Weiss‘ Freund Peter Kien erschienen

Peter Kien oder: Ästhetik als Widerstand. Unter diesem Titel ist jetzt die Druckfassung des Hörfunkfeatures von Karl Braun aus dem Jahr 1994 erschienen. In: Karl Braun: Der Wunsiedler Friedhof und andere Grenzgeschichten. Wien: Edition Sonnberg, 2015. S. 215 – 240.

Peter Kien, der Freund von Peter Weiss in seiner Zeit an der Kunstakademie in Prag, wurde von Dezember 1941 bis Oktober 1944 in Theresienstadt gefangen gehalten. Weiss berichtet in „Abschied von den Eltern“, wie er noch versuchte, Kien zu warnen: »Fliehe, Peter Kien, bleibe nicht hier. Fliehe, verstecke dich, du mit deinem hilflos offenstehenden Gesicht, /…/«. Peter Kien konnte nicht fliehen. Von Theresienstadt aus wurde er am 16. Oktober 1944 nach Auschwitz „und dort zwei Tage später zu Tode gebracht“. (Braun S. 11)

Braun konzentriert sich in seinem Feature darauf, wie Kien als Maler versuchte, das Elend und die unmenschliche Gewalt zu dokumentieren und wie er mit dem Komponisten Viktor Ullmann, einem Schüler von Arnold Schönberg, in Theresienstadt das Libretto für dessen Einakter-Oper „Der Kaiser von Atlantis“ – einer Persiflage auf Hitler – schrieb und dabei das leistete, was Peter Weiss später in seiner „Ästhetik des Widerstands“ als Möglichkeit des Handelns mit den Mitteln der Kunst beschrieb.

Eine Herausforderung in Sachen Weiss und Kien ist für Braun noch offen: „Ein ungelöster ‚Auftrag‘ /…/ lautet für mich: den Spuren Peter Kiens im Werk seines Jugendfreundes Peter Weiss und der erstaunlichen Nicht-Präsenz Theresienstadts in dessen Werk nachzugehen.“ (S. 11). Braun selber fürchtet, dass er aufgrund seiner wissenschaftlichen Tätigkeit nicht mehr die Freiheit eines Features finden wird, um dieser Frage nachzugehen. Vielleicht inspiriert sein Beitrag aber andere.

P.S. Peter Kien ist 70 Jahre nach Auschwitz weiterhin präsent. Der MDR wiederholte am 28.1.2015 ein Feature von Petra Kiener von 1994 mit dem Titel: „Peter Kien nicht vergessen. Eine Spurensuche.“ Petra Kiener plant einen Film über Kien. Vgl. auch das ausführliche Kapitel zu Peter Kien und Peter Weiss in dem gerade erschienenen Band: Jürgen Kaumkötter, Der Tod hat nicht das letzte Wort. Kunst in der Katastrophe 1933-1945. Berlin: Galiani 2015 (Rezension bei literaturkritik.de).

P.P.S. Das Stück „Der Kaiser von Atlantis“ wurde zuletzt 2013 aufgeführt u.a. von der Deutschen Staatsoper Berlin und vom Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen.

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„Die Ermittlung“ in Bad Segeberg

In Bad Segeberg lasen Bürger der Kreisstadt am Dienstag, dem 27. Januar 2015 um 19 Uhr im Bürgersaal im Rathaus, Lübecker Straße 9, zum Gedenken an die Opfer des Holocaust aus dem Drama Die Ermittlung von Peter Weiss. Ein Flöten-Ensemble spielte Stücke aus den „23 Pieces“ von John Dowland.

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„Die Ermittlung“ im Amtsgericht Altenburg

Amtsgericht AltenburgDas Fünfspartentheater „Theater & Philharmonie Thüringen“ lädt am Dienstag, dem 27. Januar 2015, um 19:30 Uhr in das Amtsgericht Altenburg ein.

Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ist dort in der Reihe „Theater außer Haus“ Die Ermittlung von Peter Weiss als szenische Lesung zu erleben. Für die szenische Einrichtung zeichnet Manuel Kressin verantwortlich. Es lesen Anne Diemer, Johanna Paliege, Bruno Beeke, Ulrich Milde und Philipp Reinheimer.

Erneute Aufführung am Freitag, 19. Juni 2015. Nähere Informationen

Aufnahme: WikiABG, CC-BY-SA-2.5

 

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Romanadaption „Der Prozess“ in Messina

Das sizilianische „Teatro dei Naviganti“ in Messina zeigt vom 23. bis 25. Januar 2015 jeweils ab 21:00 Uhr Peter Weiss‘ Bühnenfassung von Franz Kafkas Romanfragment Der Prozess. Die Romanadaption wird in der Via Del Santo 67, 98124 Messina gespielt. Nähere Informationen (auf italienisch)