Das Deutsche Theater streamt „Marat/Sade“

Das Deutsche Theater in Berlin zeigt Inszenierungen in voller Länge als Videostream, Einführungen sowie weitere Webformate, die derzeit vorbereitet werden. Das Angebot wechselt jede Woche. Gestreamt werden DT-Klassiker als Video-on-Demand jeweils am Dienstag und Donnerstag ab 18 Uhr bis 12 Uhr am darauffolgenden Tag.

Am 14. April 2020 um 18.00 Uhr wird "Marat/Sade" in der Regie Stefan Puchers gezeigt.

Zu welchen Extremen sich der Individualismus entwickelt und wie radikal sich damit die Frage der gesellschaftlichen, politischen und religiösen Zugehörigkeit stellt, hatte Peter Weiss als 1965 sein Stück Marat/Sade uraufgeführt wurde, kaum ahnen können. Doch nicht nur das Spannungsfeld zwischen Individualismus und politischer Bewegung beschäftigt ihn, auch das Verhältnis zur Gewalt. Sein Marquis de Sade, Namenspatron des "Sadismus", tut sich mit der realen Anwendung von Gewalt schwerer als der Ideologe Jean Paul Marat, Wortführer der französischen Revolution. Das Spektrum der Gewaltformen umfasst dabei nicht nur Staatsterrorismus, Säuberungen, Kriege und Folter, sondern auch die Gewalt der Straße. Was zu der vielleicht aktuellsten Frage führt, die Peter Weiss, der am 8. November 2016 hundert Jahre alt geworden wäre, mit seinem Stück stellt: Wer ist das Volk? Welches Maß an Mündigkeit ist ihm zuzutrauen, welche Gefahren der Manipulation und des Rückfalls in Barbarei bestehen? Und in welchem Dilemma zwischen Fortschritt und Rückschritt steht damit die Demokratie?

DT Heimspiel

Berliner Abendblatt, 8. April 2020   
Stuttgarter Nachrichten, 9. April 2020

60-Jahr-Feier des Kunstmuseums Bochum verschoben

Am 4./5. April 2020 hatte das Kunstmuseum Bochum sein 60-jähriges Bestehen feiern wollen. In diesem Zusammenhang hatte auch die Eröffnung der ständigen Präsentation der eigenen Sammlung in der historischen Villa Marckhoff neben dem „Neubau“ am Stadtpark Bochum aus dem Jahr 1983 erfolgen sollen. Zu den Arbeiten, die die Sammlung des Museums prägen und die in der Villa Marckhoff gezeigt werden sollen, zählen Peter Weiss im historischen Teil, Arbeiten zum Spanischen Bürgerkrieg und Werke von Künstlern aus Ost- und Mitteleuropa, die das Museum schon früh gesammelt hat. Wie so viele Veranstaltungen in diesen Tagen hat die Corona-Pandemie nun auch die Museums-Eröffnung unmöglich gemacht.

Nähere Informationen

Kroesinger inszeniert „Die Ermittlung 2020“ an der Volksbühne Berlin

An der Volksbühne Berlin unter Intendant Klaus Dörr werden in der kommenden Saison unter anderem Kay Voges („Right Here – Right Now“), Claudia Bauer („Germania“ nach Heiner Müller), David Marton („Howl“ nach Allen Ginsberg), Stefan Pucher („Legende“ nach Ronald M. Schernikau) sowie Hans-Werner Kroesinger inszenieren („Die Ermittlung 2020“ von Peter Weiss).

Nähere Informationen

Medienberichte

Verwobenheit als Kern des Schreibens

Wie sich deutsche Schriftsteller nach 1945 mit Schuld und Schulddiskursen auseinandersetzten
 
Neben Liebe und Tod gehört Schuld zu den zentralen Großthemen der Literatur, die seit jeher Anlass für Erzählungen geben. Bereits ein flüchtiger Blick auf den Kanon westlicher Literaturtradition legt die Vermutung nahe, dass begangenes oder erlittenes Unrecht künstlerische Kreativität in besonderem Maße anregt, ja, das Erzählen geradezu notwendig werden lässt.
 

Nach Norden. Deutsche Künstlerinnen und Künstler im skandinavischen Exil

Werke aus der Sammlung Memoria Thomas B. Schumann und von Ann Böttcher (SE)

Ausstellung zu deutschen Künstlerinnen und Künstlern im skandinavischen Exil

Ernst Martin Benedikt, Otto Ehrich, Erwin Graumann, Eric Johansson, Bruno Krauskopf, Lotte Laserstein, Helga Leiser-Fejne, Rudi Lesser, Rolf Nesch, Hilde Rubinstein, Hugo Steiner-Prag, Hans Tombrock, Peter Weiss, Paul Wieghardt und Ann Böttcher (SE)

Unter den präsentierten Werken befindet sich auch das Bild „Die Kartenleserin“ von Peter Weiss.

Museum Haus Opherdicke, Kreis Unna, Dorfstraße 29, 59439 Holzwickede

Ausstellungseröffnung am Sonntag, 8. März 2020, 11.30 Uhr auf Haus Opherdicke

Öffnungszeiten Museum Di – So 10.30 – 17.30 Uhr, nähere Informationen