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Hrsg. v. Michael Hofmann, Martin Rector und
Jochen Vogt in Verbindung mit der Internationalen Peter
Weiss-Gesellschaft.
Band 1, 1992 bis Band 7, 1998 Opladen: Westdeutscher
Verlag; ab Band 8, 1999 Sankt Ingbert: Röhrig Universitätsverlag.
Das Peter Weiss Jahrbuch (PWJ) versteht sich
als Forum der Forschung und Diskussion über das Leben
und Werk des Schriftstellers, Malers und Filmemachers
Peter Weiss (1916-82), aber auch über solche Werke,
Personen und Probleme, die wie Peter Weiss einen bedeutenden
Anteil an den künstlerischen und politischen Entwürfen
des zwanzigsten Jahrhunderts hatten und dabei die politische
Verantwortung der Kunst mit einer Sensibilität für innovative
künstlerische Ausdrucksformen, nicht zuletzt mit den
Experimenten der Avantgarde, verbanden.
Peter Weiss wurde als Sohn eines aus der
Slowakei stammenden jüdischen Textilkaufmanns und einer
aus dem Alemannischen kommenden Mutter in Nowawes bei
Berlin geboren, verbrachte Kindheit und Jugend in Bremen
und Berlin, Lehr- und Wanderjahre im Tessin und in Prag,
die Emigration in London und lebte schließlich mit schwedischem
Pass in Stockholm, unterbrochen von längeren Aufenthalten
in Paris und Berlin und von Reisen in die Dritte Welt.
In seinen Ölgemälden, Zeichnungen und Collagen, in seinen
Experimental- und Dokumentarfilmen, in seinen surrealistischen
Prosatexten und den autobiographischen Erzählungen,
in seinen politischen und dokumentarischen Dramen mit
dem Welterfolg des Marat/Sade (1964), in seinen öffentlichen
Bekenntnissen zur Verantwortung des Schriftstellers
und schließlich in seinem summum opus, der Ästhetik
des Widerstands, hat Weiss versucht, die genuinen Möglichkeiten
der Kunst von der Antike über das Mittelalter bis zur
klassischen Moderne und zur Avantgarde mit den Erkenntnissen
der Psychoanalyse und der moralischen Verpflichtung
nach Auschwitz und Schoah zu verbinden und öffentlich
und streitbar Stellung zu beziehen zu den großen Epochenwidersprüchen
des 20. Jahrhunderts, dem Gegensatz zwischen Kapitalismus
und Sozialismus, Faschismus und Stalinismus, Kolonialismus
und Dritter Welt, Ost und West, Bundesrepublik und DDR,
dem Auseinanderfallen von Widerstand und Exil, Unterdrückung
und Schuld, Moral und Macht, politischer und künstlerischer
Avantgarde. Ganz im Sinne von Peter Weiss werden seine
Person und sein Werk nicht als Gegenstand kritikloser
Bewunderung angesehen, sondern als eine Herausforderung
zur Diskussion, bei der neue historische Erfahrungen
neue Bewertungen und neue Einschätzungen ergeben können.
Unser Jahrbuch öffnet sich ausdrücklich gegenüber Autoren
und Texten, die in Literatur und Kunst des zwanzigsten
Jahrhunderts ähnliche Fragestellungen wie Peter Weiss
bearbeitet haben, auch wenn diese zu anderen Schlussfolgerungen
gekommen sind.
Das PWJ erscheint seit 1991 jährlich im Umfang
von ca. 160 Seiten mit den ständigen Rubriken „Archiv“
(Erstveröffentlichungen von Peter Weiss aus dem Nachlass),
„Dossier“ (Dokumentationen und Recherchen zu Werk und
Wirkung von Peter Weiss), „Analyse“ (wissenschaftliche
Aufsätze und Essays zu Peter Weiss und anderen Autoren/Themen)
und „Kritik“ (Rezensionen zu Neuerscheinungen zu Peter
Weiss und zu anderen Autoren/Themen).
Zu künftigen Bänden vgl. unter
Call for Papers
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