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Peter Weiss Jahrbuch 18.
Hrsg. von Arnd Beise, Michael Hofmann, Martin Rector,
Jochen Vogt.
St. Ingbert: Röhrig Universitätsverlag 2009. 198 Seiten, Broschur, 22
Euro. [ISBN 978-3-86110-454-4.] (lieferbar)
Peter Weiss Jahrbuch 17.
Hrsg. von Arnd Beise, Michael Hofmann in Verbindung
mit der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft.
St. Ingbert: Röhrig Universitätsverlag 2008. 206 Seiten, Broschur, 20
Euro. [ISBN 978-3-86110-454-4.] (lieferbar)
Peter Weiss Jahrbuch 16.
Hrsg. von Arnd Beise, Michael Hofmann, Martin Rector, Jochen Vogt.
St. Ingbert: Röhrig Universitätsverlag 2007.
179 Seiten, Broschur, 40 DM / 20 Euro. [ISBN 978-3-86110-430-8.]
(lieferbar)
Peter Weiss Jahrbuch 16
Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands. Hörbuch-Edition. Regie
und Bearbeitung: Karl Bruckmaier. Mit Peter Fricke, Robert
Stadlober, Rüdiger Vogler, Susanne-Marie Wrage, Hanns Zischler und
anderen. München: Der Hörverlag 2007. 12 CDs. Gesamtlaufzeit etwa
630 Minuten. 59 Euro. ISBN 978-3-86717-014-7
http://www.hoerverlag.de/3-86717-014-2.php?sender=titelsuche
Jens-Fietje Dwars: Und dennoch Hoffnung. Peter Weiss. Eine Bio
graphie. Berlin: Aufbau-Verlag 2007. 302S. 24,95 ?. ISBN 978-3-351-
02637-0
http://www.aufbauverlag.de/index.php4?page=28&&show=17351
"Die Ermittlung von Peter Weiss - Ein Stück der Sechziger Jahre in der heutigen Wertung -"
Doktorarbeit von Rosamaria Brugnatelli eingereicht im ANNO ACCADEMICO 2000-2001an der UNIVERSITA’ DEGLI STUDI DI MILANO
Die Ermittlung von Peter Weiss
Ein Stück der 60er Jahre in der heutigen Wertung
Das Thema meiner Dissertation ist Peter Weiss’ Stück „Die Ermittlung“ (1965), die Theaterdarstellung des Prozesses, der in Frankfurt von 1963 bis August 1965 stattfand und der die von den Naziverbrechern im Vernichtungslager Auschwitz verübten Grausamkeiten in den Vordergrund stellt. Mit diesem Text in der Hand frage ich mich heute, ob ein Werk – das so streng einem Tagesereignis jener Jahre verpflichtet ist, das so viele erst nun besänftigte Auseinandersetzungen aufgehoben hat und das seinen Erfolg zum Teil jenen besonderen politischen und kulturellen Zeitumständen verdankt – über 35 Jahre nach seinem Erscheinen noch einen künstlerischen Wert hat, ob Publikum und Kritiker seine Wirkung anerkennen und welches Interesse noch an diesem Werk besteht bzw. seinen Verfall bestimmt.
Als Ausgangspunkt meiner Forschung habe ich „Die Ermittlung“ im Hinblick auf den historisch-politischen Zustand sowie die kulturell-literarischen Strömungen untersucht, die damals in Deutschland vorherrschten (Weiss’ Hauptaugenmerk galt der kulturell-sprachlichen Beziehung hinsichtlich der Teilung von BRD und DDR sowie den ideologischen Sperren jener Jahre).
Dann folgt ein Überblick über die Kennzeichen des dokumentarischen Theaters, des literarischen Genres, dem das Stück angehört, und über seine Wurzeln in der Tradition der ‘Zeitstücke’ der 20er Jahre, der Inszenierungen von Piscator, des epischen Theaters und der Lehrstücke von Brecht.
Im zweiten Teil des ersten Kapitels folge ich Weiss’ persönlicher und künstlerischer Entwicklung: seiner Suche nach unterschiedlichen Ausdrucksmitteln im Bereich der Bildenden Kunst und Literatur, und zwar seinen Schritten von der Malerei zur Graphik, von der Film- zur Erzählkunst, vom Roman zur Dramaturgie und seine Entwicklung von der Subjektivität zur Objektivität, die sich in „Die Ermittlung“ widerspiegelt.
Im zweiten Kapitel geht meine Forschung mit der Analyse der biografischen Anregungen weiter, mit den literarischen Nebenprodukten und den Fragmenten, die teils selbständige Werke, teils Zwischenstufen zur Abfassung von „Die Ermittlung“ sind, und mit den Studien, die vor dem Stück kamen und seinen Form- und Wesensgrund bilden (die Oratoriumsform und die Trennung in 33 Teile nach dem dantesken Muster; das dialektische Verfahren der Gegenüberstellung von These und Antithese, das aus den marxistischen Studien stammt).
Im dritten Kapitel komme ich zur Analyse der Personen und ihrer Rolle, die sie im Aufbau des Stückes spielen. Es geht um das Benehmen der Protagonisten, um ihre Ausdrucksweise und ihre Gedankengänge im Rahmen des Prozesses - der nur eine der zwei Ebenen des Stückes darstellt - sowie im Rahmen der epischen Erzählung.
Außer diesem Querverlauf folge ich ebenfalls der Entfaltung des Stückes gemäß der Reihenfolge der 11 Gesänge und 33 Teile, die die Stationen des Häftlingsdramas darstellen und die den Genozid – von der Ermordung Einzelner bis hin zur Massenvernichtung – als industrielles Verfahren kennzeichnen.
Im vierten Kapitel wird besondere Aufmerksamkeit auf die Sprache gelegt, die das Grundelement der epischen Erzählung ist und die besonders in diesem Stück vielfache Funktionen übernimmt. Tatsächlich fehlen sowohl eine dramatische Fabel und Handlung als auch Figuren im traditionell-theatralischen Sinn (und sogar jedes visuelle Element, weil auch die Regieanweisungen vorschreiben, die Wiedergabe eines Gerichtsverfahrens zu vermeiden). Daher ist klar, das alles auf der evokatorischen Macht des Wortes beruht. In meiner Forschung versuche ich also die lexikalen, morphologischen und syntaktischen Kennzeichen der Sprache, den Gebrauch von besonderen Stilmitteln und die Konstruktion im Zeichen der Montagetechnik hervorzuheben, die Weiss aus seinen eigenen Versuchen in der bildenden Künste entlehnt, und sie in Beziehung zu den expressiven und ästhetischen Zielen des Verfassers zu setzen.
Im letzten Kapitel überprüfe ich die Aufnahme des Stückes von Seiten des Publikums und der Kritik, – ein Stück, dessen Thema von unzweifelhaft erregender Wirkung und polemischen Inhalts war und zudem noch von einer nicht üblichen ideologischen Anrede begleitet wurde, sodass es ungeheueres Aufsehen in jener Zeit hervorrief. Zum Schluss wäge ich die darauf folgenden Kritikbeiträge hinsichtlich der späteren Wirkung des Werkes ab, um zu verstehen, ob es neue Ansatzpunkte für oder gegen die Anerkennung des Werkes gibt.
Oggetto della tesi è l’opera teatrale di Peter Weiss “Die Ermittlung” (1965) trasposizione teatrale del processo svoltosi a Francoforte dalla fine del 1963 all’agosto del 1965 che portò alla ribalta delle cronache gli orrori compiuti da criminali nazisti nel campo di sterminio di Auschwitz.
Mi sono posta come obiettivo di capire se un’opera di oltre 35 anni fa, così legata a un fatto di cronaca di quegli anni, suscitatrice di polemiche ormai sopite e giunta al successo anche grazie a un periodo politico e culturale così particolare, potesse ancora avere una validità artistica e come tale essere riconosciuta dal pubblico e dai critici e quali potevano essere i motivi dell’interessamento o al contrario dell’abbandono di questo testo ormai datato.
Il punto di partenza del mio studio consiste in un inquadramento della Ermittlung nel contesto della situazione storico-politica e delle correnti culturali e letterarie prevalenti in Germania (che rappresentò nella sua interezza, al di là della divisione politica fra BRD e DDR e degli steccati ideologici di quegli anni, l’ambito di riferimento culturale e linguistico di Weiss.)
Risulta opportuna anche un’indagine sul teatro documentario, quale genere letterario di pertinenza dell’opera, e sulle sue radici nella tradizione dei ‘Zeitstücke’ degli anni Venti, negli allestimenti di Piscator e nel teatro epico-didattico di Brecht.
Segue poi il percorso di maturazione personale ed artistica di Weiss; un cammino che vede l’autore esplorare con curiosità e serietà, attraverso una serie di sperimentazioni basate su studi e ricerche, i più svariati mezzi e modalità espressive sia nel campo delle arti figurative che in quello letterario, passando dalla pittura alla grafica, dal cinema al racconto, dal romanzo alla drammaturgia, maturando nel contempo un passaggio dalla soggettività all’oggettività, che trova riscontro in una parallela evoluzione politica orientata dapprima all’impegno sociale e poi alla scelta di campo politico marxista, di cui la Ermittlung può essere considerata un punto di arrivo.
Nel secondo capitolo si passa allo studio dell’opera, analizzandone i motivi di ispirazione di tipo biografico, le produzioni letterarie e i frammenti che, pur nella loro autonomia compositiva, ne rappresentano le tappe intermedie, gli studi che ne precedettero la composizione e che ne costituirono il fondamento formale e sostanziale (la forma dell’oratorio e l’articolazione in trentatre parti, che gli derivò dagli studi su Dante; il procedimento dialettico della contrapposizione tesi/antitesi, ricavato dagli studi marxisti).
Nel terzo capitolo si giunge all’analisi dei personaggi e del ruolo che essi svolgono nell’economia dell’opera, che ne determina il modo di porsi, di parlare e di argomentare sia rispetto alla cornice processuale che rappresenta uno dei due piani dell’opera, sia rispetto al piano remoto che è l’oggetto della narrazione epica, e cioè Auschwitz.
Oltre a questo procedere di tipo trasversale, si segue il dipanarsi dell’opera secondo la successione degli undici canti (e delle trentatre parti) nella quale essa è suddivisa che rappresentano le stazioni del dramma del deportato e che segnano il progressivo perfezionarsi del massacro dalla dimensione individuale a quella collettiva dello sterminio, attraverso un procedimento di massificazione di tipo industriale.
Nel quarto capitolo, uno studio particolare è dedicato all’uso della lingua, elemento fondamentale della narrazione epica, che assolve, nello specifico di questa opera, molteplici funzioni. Mancando infatti un intreccio drammatico e un’azione scenica, nonché delle figure nel senso teatrale tradizionale (e persino ogni elemento di tipo visuale, poiché anche le note di regia suggeriscono di rifuggire dalla rappresentazione dell’aula di tribunale) appare ovvio che tutto si basa sulla potenza evocativa della parola. Nel mio studio cerco quindi di cogliere le caratteristiche lessicali, morfologiche e sintattiche della lingua, l’uso di particolari mezzi stilistici e le costruzioni basate sulle tecnica del montaggio, mutuata dalle precedenti esperienze di Weiss in campo figurativo, mettendoli in stretta relazione con gli obiettivi espressivi ed estetici dell’autore.
Nell’ultimo capitolo infine esamino l’accoglienza da parte del pubblico e della critica alle rappresentazioni teatrali dell’opera, il cui tema di indubbia carica emotiva e polemica e l’inusuale messaggio ideologico che lo accompagnava, destò nell’immediato così vasto clamore; vengono infine soppesati i successivi contributi critici per una valutazione a distanza di anni, per capire se sussistano nuovi elementi a favore o a sfavore di un riconoscimento della validità artistica della Ermittlung.
Conclusioni: per una valutazione dell’opera a distanza di anni
Ritengo che sia impossibile e ingiusto negare – come qualcuno tenta di fare - gli intenti politici cui la “Ermittlung” è improntata dalla volontà compositiva del suo autore. In questo senso, nel corso dell’analisi dell’opera, non ne ho mai stravolto l’interpretazione e ho sottolineato sia i passi in cui la denuncia politica del sistema capitalista traspare in modo più evidente (per esempio nelle parole del teste 3), come anche gli accenni trasversali a questo tema che la percorrono dall’inizio alla fine e lo stesso procedere dialettico di contrapposizione tesi/antitesi utilizzato dall’autore per far emergere - con metodo critico scientifico che fa appello alla razionalità - una presa di posizione da parte del pubblico.
Semmai si può rilevare che accanto a questa posizione marxista dell’autore, nel solco del pensiero filosofico precedente, affiorano anche posizioni etiche di tipo kantiano e richiami alla filosofia della storia hegeliana, secondo la quale “lo svolgersi del tempo (…) procede dal meno perfetto verso il più perfetto, sia in senso etico che logico”.
D’altronde, ogni prodotto in ogni epoca reca, poco o tanto, i segni del modo di pensare dell’autore, il che non ha mai impedito, alle generazioni successive, di apprezzare un’opera indipendentemente dalla condivisione o non condivisione di quel modo di pensare.
Senza dunque voler depurare l’Ermittlung dal suo intento politico e dal procedere ad esso funzionale, le attribuisco anche, come valore ulteriore e congiunto ad esso, la dignità artistica derivante dalla sua capacità evocativa che travalica i limiti della storia: l’Ermittlung non mette solo in scena il processo di Francoforte che attraverso le parole dei testimoni ci fa rivivere Auschwitz ma è la rappresentazione di una vicenda umana di portata universale, che la rende simile all’antica tragedia greca. Essa si rivolge a noi con la forza e la potenza evocativa del mito: parla alle nostre menti con la lucidità del ragionamento, ma risveglia in esse echi remoti: paure e angosce primigenie ci percorrono come un brivido e ci ammoniscono a proposito dell’eterna ferocia dell’uomo sull’uomo.
Per questo penso che l’opera possa rivolgersi ancora alle generazioni future: raccontare di questo orrore e indicare – quale moderna forma di catarsi attiva - la via della rigenerazione e del riscatto. E Weiss ce l’addita nell’impegno politico a favore degli oppressi, in cui materializzò l’imperativo morale che fu alla base della sua vita: la continua ricerca della verità e un agire coerente con la sua affermazione.
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Rosamaria Brugnatelli
E-Mail: rbrugnatelli@fastwebnet.it
Im März 2007 erschien „Peter Weiss' Divina Commedia-Projekt (1964-1969). "...läßt sich dies noch beschreiben" - Prozesse der Selbstverständigung und der Gesellschaftskritik“ von Yannick Müllender.
Gegenstand des Buches ist Peter Weiss' Projekt einer modernen Neuschreibung der Divina Commedia, das er von 1964 bis 1969 mit unterschiedlichen konzeptionellen Vorstellungen hartnäckig verfolgte. Im Gesamtwerk formt es einen Knotenpunkt, an dem mehrere seiner Texte ihren Ursprung finden. Die Analyse der Notizen, Skizzen und Textfragmente aus dem Komplex der Divina Commedia vermittelt ein detailliertes Bild von der weltanschaulichen und künstlerischen Beschäftigung des Emigranten mit der deutschen Vergangenheit in den 1960er Jahren. Sie verdeutlicht das für sein Schaffen typische wechselseitige Spannungsverhältnis von subjektiven und politischen Reflexionen. Zugleich dokumentiert sie die Bedeutung, welche die schöpferische Aneignung eines klassischen Textes für die Entwicklung der künstlerischen Methode hat.
Die philologische Grundlage der Untersuchung bildet eine umfangreiche Edition, die einen zentralen Bereich des Weiss-Nachlasses erschließt und zahlreiche bislang unbekannte Texte präsentiert.
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Im April 2007 erschien „Wir können keine Form erfinden, die nicht in uns vorhanden ist. Gattungsfragen, Intertextualität und Sprachkritik in ‘Abschied von den Eltern’ und ‘Fluchtpunkt’ von Peter Weiss “ von Nils Göbel.
Jeder Autor steht unter dem Einfluss einer Unzahl von Prätexten. Kein Text entsteht ohne Berufung auf vorhandene Gattungen, intertextuelle Rückbezüge oder durch die zur Niederschrift verwendete Sprache. Die Textklassifikation ‘Autobiographischer Roman’ für ‘Abschied von den Eltern’ und ‘Fluchtpunkt’ ist problematisch. Es gilt im Besonderen mit Hilfe von Philippe Lejeunes Modell des ‘Autobiographischen Paktes’ zu hinterfragen, welche Produktivität sich hinter dieser offenbaren contradictio in adjecto verbirgt. Nils Göbel hinterfragt das Modell des ‘Autobiographischen Romans’ in Bezug auf Peter Weiss. Er sucht nach Überschneidungen von Lebenslauf und poetischer Darstellung und ergründet anschließend vor allem, an welchen Stellen Weiss aus welchen inszenatorischen Gründen abwich. Bezüge zu anderen Texten stellt Göbel vor allem zu Werken Kafkas, Henry Millers und Hamsuns her. Einige der Motive in Weiss’ Texten können durch das Aufdecken der intertextuellen Bezüge in einem erweiterten Horizont der Lesarten bewertet werden. Sprache selbst ist für Weiss sowohl ein Identität stiftender Faktor als auch ein Werkzeug zur politischen Aussage. Gerade die behandelten Schriften markieren einen Wendepunkt in seinem Umgang mit Sprache. Nach ihrer Fertigung stand ein neues, wenn auch nicht völlig unkritisches Konzept einer Sprache, die befreit ist von Anklängen an die „Sprache der Folterknechte und Mörder“.
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Die Notizbuch-CD in der "Digitalen Bibliothek"
Herausgegeben von Jürgen Schutte in Zusammenarbeit mit Wiebke Amthor und Jenny Willner.
Jetzt endlich systematisch erschlossen: die maßgebliche Quelle zu Leben und Werk.
Peter Weiss (1916–1982) ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Schriftsteller der 60er und 70er Jahre. Der Autor bedeutender Werke wie »Die Ermittlung« (1965) und »Die Ästhetik des Widerstands« (1975–1981) notierte bis zu seinem Tod im Mai 1982 regelmäßig Bemerkungen zur Zeit, zu seinem Leben und seiner Arbeit. Die Notizbücher umfassen zusammen 9.432 Seiten. Am Schnittpunkt von Leben und Werk dokumentieren sie – neben Spuren des Alltagslebens – persönliche Begegnungen, jeweils aktuelle Anstöße, Probleme und Widerstände der literarischen Produktion und zeitbezogene Reflexionen des Autors.
Mit dieser CD-ROM wird erstmals eine vollständige Transkription der handschriftlichen Notizbücher veröffentlicht. Im Vergleich dazu enthält die Ausgabe auch die vom Autor selbst veröffentlichten »Notizbücher 1960–1971« und »Notizbücher 1971–1980«, die eine stark bearbeitete Auswahl darstellen. Die CD-ROM ermöglicht eine komfortable Nutzung durch Hyperlinks, Volltextsuche, textkritische Anmerkungen, Register und beigefügte Faksimiles.
Gefördert durch: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Freie Universität Berlin, Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung, STIFTUNG PREUSSISCHE SEEHANDLUNG, AKADEMIE DER KÜNSTE Archiv
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Peter Weiss:
Das Kopenhagener Journal. Kritische Ausgabe.
Hrsg. v. Rainer Gerlach und Jürgen Schutte.
Göttingen: Wallstein Verlag 2006. 206 Seiten mit elf Abbildungen
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Axel Schmolke:
"Das fortwährende Wirken von einer Situation zur andern".
Strukturwandel und biographische Lesarten in den Varianten von
Peter Weiss' Abschied von den Eltern.
St. Ingbert: Röhrig Universitätsverlag 2006. 778 Seiten
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Peter Weiss Jahrbuch
für Literatur, Kunst und Politik im 20. und 21. Jahrhundert.
Hrsg. v. Arnd Beise, Michael Hofmann, Martin Rector, Jochen Vogt.
St. Ingbert: Röhrig Verlag 2006. 184 Seiten mit 15 Abbildungen
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Jan Kostka: Peter Weiss’ Vietnam/USA-Variationen über Geschichte und Gedächtnis.
Die Magisterarbeit erschien im November 2006 im Schkeuditzer Buchverlag:
ISBN 3-935530-55-2, 133 Seiten, 15,-€.
Peter Weiss bekundete 1968 mit dem Viet Nam Diskurs, seinem Reisebericht Notizen zum kulturellen Leben der Demokratischen Republik Vietnam, einer Dokumentation und zahlreichen Zeitungsartikeln und öffentlichen Auftritten seine Solidarität mit Nordvietnam und der Befreiungsbewegung im Süden des Landes. In der vorliegenden Studie wird die Frage nach den Voraussetzungen dieses Engagements gestellt: Nach dem Prozess einer künstlerischen Annäherung an das Thema, dem Verhältnis des Autors zu den sozialen Bewegungen seiner Zeit und schließlich nach seinem Weg zu einem kritischen Solidaritätsverständnis.
Basis dieser Untersuchung sind bislang unveröffentlichte Arbeitsnotizen, Entwürfe und Briefe aus dem Nachlass von Peter Weiss’. Sie lassen auf einen werkgeschichtlichen Entwicklungsprozess des Viet Nam Diskurses schließen: Ausgehend von der Gegenüberstellung der USA und Vietnams als Gegensatz von Überfluss und Mangel, Manipulation und Authentizität, der nur das Bewusstsein von Armut und Unterdrückung als Inzentiv von Veränderung zulassen würde, begann Peter Weiss bald den Blick auf die umfassende Zerstörung des historischen Gedächtnisses zu richten, die von diesem Gegensatz auf beiden Seiten verursacht wird. Verschiedene Variationen sind nun unterscheidbar, die die starre, ausweglose Gegenüberstellung von Arm und Reich aufspalten und die Möglichkeit von Veränderung, als Vergegenwärtigung des eigenen Beschädigtseins aus einer historischen Entwicklung heraus, in die Dramaturgie integrieren. Peter Weiss arbeitete hier mit Vermittlungen: Von Gegenwartsebenen aus tauchen Sprecher auf unterschiedliche Weise in ihre gesellschaftliche Vergangenheit ein, versuchen sie zu rekonstruieren oder nehmen identifikatorische Haltungen ein. Diese Gegenüberstellung von Gegenwart und Vergangenheit, Wissen und Erfahrung wird im fertigen Viet Nam Diskurs zugunsten einer unvermittelten Darstellung kollektiver Gedächtnisse aufgelöst. Es wird nicht mehr gezeigt von welchem dramaturgischen Standort aus die Sprecher in ihre verschiedenen Rollen schlüpfen, statt dessen wird deutlich, dass die Vergegenwärtigungen der Vergangenheit, die diese Sprecher unternehmen, unterscheidbaren Leitlinien folgen, Leitlinien, die im Verhalten der Sprecher in den diversen dargestellten Kampf- und Verhandlungsszenen vorgeführt werden.
Im Viet Nam Diskurs werden unterschiedliche kollektive Gedächtnisse miteinander konfrontiert – diese These verlangt einen dramentheoretischen Neuansatz. An die Stelle der klassischen Interpretationszugänge zum Dokumentartheater, die sich an der politisch entlarvenden Textmontage oder dem Modellcharakter von Dokumentardramen orientieren, rückt die Analyse der fiktionalen Situation, in der die Sprecher agieren, und der Struktur der vorgeführten historischen Erfahrung. Diese Strukturen verbinden in ihrem Wiedererkennungswert für die Rezipienten Vergangenheit und Gegenwart und beziehen sich über das dargestellte Geschehen in den USA und Vietnam auf die europäischen Zuschauer.
Im zweiten Teil der Arbeit wird in der Interpretation der Notizen zum kulturellen Leben der Demokratischen Republik Vietnam aufgezeigt, dass Peter Weiss bei seiner literarischen Auseinandersetzung mit dem Vietnam-Krieg eine bestimmte Perspektive verfolgte: den Blick auf die Opfer und auf ihr Wissen um die Kraft des Widerstands gegen die eigene Vernichtung. Diese Annäherung transportiert eine Kritik an der nordvietnamesischen Geschichtsschreibung im Krieg, die den Schmerz der Opfer ausschließt und letztendlich zu einem Kampf gegen die kollektiven Gedächtnisse führt. Vor dem Hintergrund eigener Reiseerfahrungen gestaltet Peter Weiss die Spannung zwischen dem in Riten und Traditionen bewahrten Gedächtnis der bäuerlichen Lebenswelt und der von Kulturpolitikern und Historikern aufgearbeiteten Vergangenheit zum Zwecke eines geschlossenen Verteidigungskampfes. Dass diese Spannung nach der Konsequenz einer Selbstüberprüfung der dünnen Konstruktion westeuropäischer Anteilnahme fragt, kann anhand der Eintragungen zur Vietnam-Reise in den tagebuchartigen Aufzeichnungen von Rekonvaleszenz dargelegt werden.
Mit diesen Untersuchungen soll die These begründet werden, dass die Grundannahme der Operationalität für ein bestimmtes politisches Ziel, die bislang die Kritik an Weiss’ Vietnam-Texten bestimmte, fragwürdig ist, denn in seinen scheinbar eindeutig Position beziehenden Texten schreibt Weiss vielmehr gegen die eigene Positionierung an, sie ist eher Anlass zu weiterer Auseinandersetzung als ein die Welt ordnender Standpunkt.
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