Fredrik Söderling und Mikael Bondesson: Peter Weiss konst stolen
Am 26. Januar 2008 hatte Weiss' INFERNO
im
Badischen Staatstheater Karlsruhe Uraufführung.
Am
27.01 fand eine Diskussionsveranstaltung mit
Gunilla Palmstierna-Weiss statt.
Podcast zur Aufführung
Rezensionen
***
Am 3./4. Dezember wurden im Kino Arsenal in Berlin,
einige Filme von Peter Weiss gezeigt, die mit schwedischen und
internationalen Avantgardefilmen der 1930-50er Jahre in Verbindung gesetzt werden.
ANKÜNDIGUNG:
Die Poesie des Unbewußten
Peter Weiss und der Avantgardefilm
Peter Weiss ist heute vor allem als Schriftsteller und Bühnenautor
bekannt, dessen Roman "Die Ästhetik der Widerstands" (1975-81) zu den
herausragenden Werken der deutschsprachigen Literatur des 20.
Jahrhunderts zählt. Doch Weiss hat nicht nur als vom Surrealismus
inspirierter Maler begonnen, in einer intensiven, fast 10jährigen
Phase seines Schaffens beschäftigte er sich maßgeblich mit Film.
Zwischen 1952 und 1961 produzierte Weiss insgesamt 18 Filme und
Filmfragmente, die in enger thematischer Verbindung zu seinem frühen
malerischen und ab 1960 international erfolgreichen literarischen
Werk stehen.
Als Sohn jüdischer Eltern bei Berlin aufgewachsen, emigrierte Peter
Weiss Mitte der 1930er Jahre über Prag und London nach Stockholm, wo
er neben der Malerei auf Schwedisch zu schreiben versuchte. Gefühle
der Unzugehörigkeit, Selbstzweifel und die existentielle Unsicherheit
des Lebens im Exil prägten Weiss' künstlerische Arbeit, die sich
alsbald den Ausdrucksmöglichkeiten bewegter Bilder öffnete. 1952
schloß er sich dem Svensk Experimentfilmstudio an (ab 1954
Arbetsgruppen för Film), einer Gruppe von Intellektuellen, die
unabhängige Filme produzierten und in deren Kontext er seine ersten
surrealistischen Filmexperimente, die STUDIEN I-IV (1952-54),
realisieren konnte. Ab Mitte der 1950er Jahre widmete sich Peter
Weiss zunehmend dokumentarischen Projekten, die in einigen Fällen als
Auftragsproduktionen entstanden. Dieser Wandel von der
psychoanalytischen Introspektive zum Blick auf die äußere
Wirklichkeit und ihre sozialen Konflikte nimmt Weiss' Politisierung
in den 1960er Jahren vorweg. Sein filmisches Hauptwerk HÄGRINGEN von
1959 verbindet in der Geschichte eines jungen Mannes, der auf das
Inferno der modernen Stadt trifft, sowohl den surrealistischen als
auch den dokumentarisch-gesellschaftlichen Ansatz.
Parallel zur eigenen filmischen Arbeit setzte sich Peter Weiss auch
theoretisch mit der Filmkunst auseinander, seine Reflexionen fanden
in dem 1956 auf Schwedisch veröffentlichten Buch "Avantgardefilm"
ihren Höhepunkt, eine der ersten Abhandlungen ihrer Art. Durch die
Analyse einer subjektiven Auswahl von Filmen – beginnend bei Méliès
und Gance, über Eisenstein und die Avantgarde der 1920er Jahre bis
zum amerikanischen, französischen und schwedischen Experimentalfilm
der Nachkriegszeit – beschreibt Peter Weiss die poetische Kraft des
Mediums und dessen Möglichkeiten, neue visuelle und akustische Welten
zu entdecken.
Weiss' Todestag am 10. Mai 1982 jährte sich 2007 zum 25sten Mal. Dies
ist für das Kino Arsenal der Anlass, seinen Filmen und ihren
Inspirationsquellen sowie seinen frühen Auseinandersetzungen mit der
Geschichte des experimentellen Films eine dreiteilige, von Florian
Wüst kuratierte Reihe zu widmen.
Das erste Kurzfilmprogramm kombiniert STUDIE II (HALLUCINATIONER)
(1952) und STUDIE IV (FRIGÖRELSE) (1954) mit zeitnahen schwedischen
und amerikanischen Experimentalfilmen, die sich in ähnlicher Weise
räumlicher Anachronismen, bildnerischer Deformationen und surrealer
Symboliken bedienen, um innere Gefühle, Einsamkeit und Zerrissenheit
darzustellen oder soziale Rituale zu unterwandern: DE VITA HÄNDERNA
(Rut Hillarp, 1950), AT LAND (Maya Deren, 1944), SYCADORA (Eivor
Burbeck, 1951), THE LEAD SHOES (Sidney Peterson, 1949). (3.12.)
Gösta Werners MIDVINTERBLOT (1945) gilt als erster experimenteller
Kurzfilm des schwedischen Kinos. Das düster-dramatische Porträt eines
nordischen Menschenopfers im Bronzezeitalter eröffnet das zweite
Kurzfilmprogramm der Reihe, das das Thema unbewußer Traumzustände,
verdrängter Triebhaftigkeit und gesellschaftlicher Repression um
Terror und Faszination von Gewalt erweitert. Neben STUDIE I (SE 1952)
und ENLIGT LAG (IM NAMEN DES GESETZES) (SE 1957), in dem Peter Weiss
und Hans Nordenström den Alltag in einem Jugendgefängnis in Uppsala
dokumentieren, zeigen wir Luis Buñuels Klassiker des Avantgardefilms,
UN CHIEN ANDALOU (FR 1928), und Kenneth Angers FIREWORKS (USA 1947).
(3.12.)
Weiss' erster Spielfilm, HÄGRINGEN (SE 1959), basiert auf der
Erzählung "Dokument I", die er zehn Jahre zuvor im Eigenverlag
veröffentlicht hatte: ein junger Mann irrt durch die industrielle
Großstadt, deren aggressive und abweisende Dynamik sich in einer
Vielzahl von Begegnungen und absurden Impressionen offenbart. Mit
seiner atmosphärischen Dichte und bedachten Einstellungen erinnert
der Film in besonderer Weise an das alte Stockholm vor den großen
stadtplanerischen Modernisierungsmaßnahmen der 1950-70er Jahre. (4.12.)
Kuratiert von Florian Wüst.
Mit freundlicher Unterstützung durch die Schwedische Botschaft, Berlin.
PROGRAMM
Montag, 3. Dezember 2007, 19.00 Uhr
De vita händerna, Rut Hillarp, SE, 16mm, 1950, 13'
At Land, Maya Deren, USA, 16mm, 1944, 15'
Studie II (Hallucinationer), Peter Weiss, SE, 16mm, 1952 , 6'
Sycadora, Eivor Burbeck, SE, 16mm, 1951, 5'
The lead shoes, Sidney Peterson, USA, 16mm, 1949, 17'
Studie IV (Frigörelse), Peter Weiss, SE, 16mm, 1954, 9'
Montag, 3. Dezember 2007, 21.00 Uhr
Midvinterblot, Gösta Werner, SE, 16mm, 1945, 12'
Studie I, Peter Weiss, SE, 16mm, 1952, 6'
Fireworks, Kenneth Anger, USA, 16mm, 1947, 14'
Un Chien Andalou, Luis Buñuel, FR, 16mm, 1928, 18'
Enligt lag, Peter Weiss & Hans Nordenström, SE, 16mm, 1957, 18'
Dienstag, 4. Dezember 2007, 21.00 Uhr
Hägringen, Peter Weiss, SE, 16mm, 1959, 81'
Kino Arsenal
Freunde der Deutschen Kinemathek e.V.
Potsdamer Str. 2
10785 Berlin
tel 030-26955-100
(Link zur Veranstaltung)
***
***
01.November 2007 Veranstaltung mit Dwars im Brechthaus, Berlin
***
08.November 2007 Veranstaltung mit Dwars im Literaturhaus, Frankfurt
***
DER BRIEFWECHSEL ZWISCHEN PETER WEISS
UND SIEGFRIED UNSELD
Buchpremiere und Matinee mit dialogischer Lesung
Die IPWG lädt ein in die Peter-Weiss-Bibliothek in
Berlin-Hellersdorf (Hellersdorfer Promenade 24,
12627 Berlin,
(www.ab-hellersdorf.de)
am Sonntag, den 18. Nov. 2007, 10:30 bis 12:00 Uhr.
Der Briefwechsel wird vorgestellt von dem Herausgeber
Rainer Gerlach. Aus dem Briefwechsel lesen Nina West
und Yannick Müllender.
Einladung zur Jahresmitgliederversammlung
der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft
am 18. November 2007
in der Peter-Weiss-Bibliothek Berlin-Hellersdorf
(Hellersdorfer Promenade 24, 12627 Berlin),
12.30 bis 14.00 Uhr.
Als Tagesordnung schlage ich vor:
1. Feststellung der Tagesordnung
2. Bericht des Vorsitzenden
3. Bericht des Schatzmeisters
4. Planungen für die Jahre 2008 und 2009
5. Ehrenmitgliedschaft Youssri Khamis
6. Die Notizblätter
7. Verschiedenes
Die Mitgliederversammlung ist öffentlich.
Gez. Arnd Beise (Vorsitzender)
***
Jens-Fietje Dwars liest am 29. November 2007 im Museum Bochum
aus seinem 2007 erschienenen Buch "Und dennoch Hoffnung. Peter Weiss. Eine Biographie".
Dazu wird ein vom Autor gedrehter Dokumentarfilm zu dieser Biografie aufgeführt.
Das Filmmuseum München zeigte am 27.-29.4.2007,
jeweils um 18.30 Uhr
Peter Weiss – Filme I-III
***
Das Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft "Peter Weiss Notizbücher"/ ein elektronisches Editionsprojekt
an der FU-Berlin ist abgeschlossen.
Leitung: Prof. Dr. Jürgen Schutte
Mitarbeiterinnen: Wiebke Amthor, Jenny Willner
E-Mail: juergen.schutte@onlinehome.de
Von Mitte 1962 bis zu seinem Tod im Mai 1982 notierte Peter Weiss regelmäßig Bemerkungen zur Zeit, zu seinem Leben und seiner Arbeit. Im literarischen Nachlass des Autors, der im Peter-Weiss-Archiv der Akademie der Künste für die Forschung zugänglich ist, bilden die Notizbücher ein Konvolut von 71 Einheiten mit zusammen 9.432 Seiten handschriftlicher Eintragungen in deutscher, teilweise schwedischer und gelegentlich englischer Sprache, mit zahlreichen Skizzen und späteren Bearbeitungsspuren.
Die handschriftlichen Notizbücher sind ein spontan und ohne Veröffentlichungsabsicht entstandenes Zeugnis ihrer Entstehungszeit.
Sie sind für die Forschung rezipierbar und systematisch benutzbar gemacht worden, wobei
das Vorhaben nicht auf die Erarbeitung einer Buchausgabe zielte, sondern eine "Computer-Edition" auf CD-ROM erstellte. Das elektronische Medium ermöglicht eine umfassende, komfortable Nutzung der Notizbücher durch Hyperlinks, Volltextsuche mit Fundstellen-Listen, textkritische Anmerkungen, beigefügte Faksimiles u.a.m.
DFG-Forschungsprojekt
"Peter Weiss: Notizbücher"
***
23. März 2007, 14:45 - 15:30 Uhr
Leipzig liest Sachbuchforum Halle 2, Stand K205
„Abschied“ – Von den Eltern, von der Jugend.
Das Buch von Sabine Peters im Kontext des Werks von Peter Weiss
Lesung und Gespräch mit Sabine Peters, Trägerin des Evangelischen
Buchpreises, und Dr. Christa Grimm.
„Abschied“ Wallstein, 2003, ISBN 3892447055, € 18,00. / Berliner
Taschenbuchverlag, 2005, ISBN 9783833301643. In der Messebuchhandlung
erhältlich.
FLYER zur Veranstaltung
hier
***
Am Sonntag, 11. Februar 2007,
veranstaltete WDR 3
von 12.00 Uhr bis 19.00 Uhr einen
Peter-Weiss-Tag.
Programm
***
Zum 90. Geburtstag von Peter Weiss im Jahr 2006:
Peter Weiss-Veranstaltungen in Stockholm, 2006/07
AUSSTELLUNG IM MUSEUM BOCHUM
Ausstellung: Fluchtpunkt Paris.
Peter Weiss und die Avantgarde.
11. November bis 14. Januar 2007
im Museum Bochum
11. November 2006 bis 14. Januar 2007
»Fluchtpunkt Paris. Peter Weiss und die Avantgarde«
Die Ausstellung zeigt zwischen dem 11. November 2006 und Anfang Januar 2007 Original-Werke französischer Künstler der 1950er und 60er Jahre. Ziel ist es die Bedeutung der Pariser Kunst jener Jahre für die Avantgardekunstbewegung in Zentraleuropa zu zeigen. Perspektiviert wird der Blick durch die Begegnung des deutsch-schwedischen Künstlers Peter Weiss mit der Nachkriegs-Kunstszene in Frankreich. Der historische Blick auf die letzten Jahrzehnte, in denen Paris als Kunsthauptstadt der Welt galt, öffnet den Blick auf die Keimzelle dessen, was wir als kulturelle Identität Europas neu zu definieren aufgerufen sind. Zentrale Positionen des kulturellen Selbstverständnisses Europas sind in der Nachkriegszeit in dem Pariser »Laboratorium der Moderne« formuliert worden, als die französische Hauptstadt sowohl zentrales Museum dessen, was einst war, als auch Brutstätte des Neuen war.
Erstmals wird Paris als Hauptstadt der Moderne nicht sui generis im Spiegel der klassischen Avantgarde gezeigt, sondern im Spiegel der Wirkung vielfach unterschätzter und inzwischen nicht mehr selbstverständlich bekannter Nachkriegs-Avantgardisten wie Gherasim Luca, Wifredo Lam, Micheline Catty, Matta, Daniel Spoerri, Victor Brauner, Robert Filliou, Gilles Ehrmann, Jean Tinguely oder Jean Bazaine. Gemälde, Zeichnungen, Gouachen, Fotografien und wenige Skulpturen, deren Begegnung in Werken von Peter Weiss oder Christer Strömholm Spuren hinterlassen haben, werden einander und ihrer zentraleuropäischen Rezeption konfrontiert und erlauben den Besuchern die Rekonstruktion des kulturellen Horizonts der Zeit.
Bei dem Kolloquium zur Ausstellung sprachen die Literaturwissenschaftler und Frankreichkenner Karl-Heinz Götze (Aix-en-Provence), Isabelle Berruer (Orléans) und Günter Schütz (Paris).
SZENISCHE LESUNG
"Peter Weiss. Aus dem Pariser Journal"
Szenische Lesung mit Stefan M. H. Weiss
14. Januar 2007, 19:30 Uhr im Museum Bochum
Dramaturgie: Anja Brunsbach
Bildprojektionen: Ruth Klütsch
SZENISCHE INSTALLATION
Am 18. und 19. November 2006 wurde im Museum Bochum die von der IPWG initiierte szenische Installation
ABSCHIED/VON\DEN/ELTERN des Theaters Gegendruck gegeben.
Plakat zur Veranstaltung
hier
ABSCHIED/VON\DEN/ELTERN
Eine szenische Installation zum
90. Geburtstag von Peter Weiss
Museum Bochum 18. und 19. November 2006
»Abschied von den Eltern« (1961) ist eines der bekanntesten und bewegendsten Bücher von Peter Weiss, darstellend die exemplarische Kindheitsgeschichte in einem bürgerlichen Haushalt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Noch heute ist es für junge und alte Leser eine Lese-Zumutung und Herausforderung zugleich.
Zugleich plant das Theater Gegendruck, das zuletzt mit dem Jugend-Stück »Genua 01« nicht nur im Ruhrgebiet und zahlreichen Schulen erfolgreich unterwegs war, im Auftrag der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft eine szenische Installation zu der Erzählung von Peter Weiss, die an wenigstens fünf verschiedenen Orten im Ruhrgebiet gezeigt werden soll (Duisburg, Oberhausen, Essen, Bochum, Gelsenkirchen sowie als Heimspiel in Recklinghausen) und den Autor wieder nachdrücklich ins Gespräch bringen soll. – Es ist geplant, wie »Genua 01« auch diese Produktion wieder Schulen im Ruhrgebiet anzubieten.
näheres zur Darbietung
hier
***
KOLLOQUIUM IN POTSDAM
Peter Weiss Kolloquium: Politik der Poesis - Poesis der Politik
Am 8. November 2006 jährt sich zum 90. Mal der Geburtstag des deutschen Schriftstellers Peter Weiss. Da Peter Weiss in Nowawes, dem heutigen Babelsberg, seine ersten Lebensjahre verbrachte, möchten WissenschaftlerInnen und Literaturfreunde in Potsdam diesen Termin zum Anlass nehmen, um an ihn zu erinnern. MitstreiterInnen wollen die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam, der Brandenburgische Kulturbund e.V., die Universität Potsdam, das Filmmuseum Potsdam sowie der Literaturladen von Karsten Wist sein. Wir hoffen auch die Stadtverwaltung in dieses ehrende Gedenken einbeziehen zu können. Es geht nicht allein um eine bekräftigende biographische Bezugnahme, vielmehr stellt das Weiss’sche Werk eine komplexe Herausforderung dar, dem die Arbeit an der Vergegenwärtigung zu dienen hat.
So sind die literarischen Texte geprägt von Peter Weiss’ künstlerischer Selbstfindung und –vergewisserung, sie zeugen von den Versuchen mittels dieser Texte zu einer politisch verantwortungsvollen Positionierung zu gelangen. Ebenso sind es die dramatischen Werke, die Weiss für das europäische und deutsche Theater konzipierte, die in ihrem wirkungs-ästhetischem Gehalt eine innovative Provokation darstellten und - man denke an „ Die Ermittlung“ oder an den „Vietnam-Diskurs“ - zu einer unmittelbaren Bezugnahme des Theaters auf das politische Leben der Gegenwart herausforderten. Peter Weiss’ Standpunkt als Autor in einer geteilten Welt ist aus heutiger Sicht im Bewußtsein neuer und anderer Risse, die die Teilung der Welt markieren, gleichermaßen von Interesse, zumal sich für den Autor mit diesen Standpunkten immer zugleich auch ästhetische Entscheidungen eines Widerstand leistenden Künstlers verbanden. Wie sind überhaupt die Erkundungen des Bildenden Künstlers und des Filmemachers Peter Weiss in bezug auf die Herstellung einer neuen Subjektivität bei aller vermeintlichen dokumentarischen Arbeit zu bewerten? In der Nähe des heutigen Medienstandorts Babelsberg mögen diese Reflexionen von besonderem und nachdrücklichen Belang erscheinen. Wo verlaufen die Reibungspunkte mit einer als unabweisbar angenommenen wie gleichzeitig kritisch zu beurteilenden Tradition? Bezieht sie sich auf Haltungen des politisch Möglichen (Goethe) oder scheinen die visionären Entwürfe des Poetischen (Hölderlin) dem Scheitern anheim gestellt? Wird ein „Neuer Prozeß“ (Kafka) unabweisbar, in dem der Einzelne sich im Mahlstrom der Geschichte verliert?
Das Peter-Weiss-Kolloquium, das vom 3. bis 5.11. 2006 in Potsdam stattfinden soll, wird sich diesen Problemstellungen widmen und sich um eine aktuelle Sicht auf das Weiss’sche Werk bemühen. Besonderer Wert wird dabei auf die medienästhetische Komplexität des Werkes gelegt. Weiss hat eben als Maler wie im Film, auf dem Theater wie in der Prosa nach Ausdruck gesucht.
Ansprechpartner:
Universität Potsdam
Dr. Hans-Christian Stillmark, Institut für Künste und Medien
Dr. Margrid Bircken, Institut für Germanistik
Brandenburgischer Kulturbund e.V.
Programm
hier
***
PETER-WEISS-TAGE IM MUSEUM BOCHUM
»Peter-Weiss-Tage« Bochum 2006
»Fluchtpunkt Paris. Peter Weiss und die Avantgarde« (Ausstellung und Kolloquium)
»Im Wendekreis des Stiers: Das Konzept KulturOrt« (Podiumsdiskussion)
»Peter-Weiss-Preis« der Stadt Bochum für Ingo Schulze (Lesung und Preisverleihung)
Mitgliederversammlung der Internationalen Peter-Weiss-Gesellschaft e. V.
Theater Gegendruck »Abschied von den Eltern« (Szenische Installation)
Alle Veranstaltungen im Museum Bochum / Kunsthalle, Kortumstraße 147, 44777 Bochum
Freitag, 10. November 2006
19.00 Uhr: Eröffnung der »Peter-Weiss-Tage« Begrüßung der Gäste (Dr. Arnd Beise, Marburg)
19.30 Uhr: Lesung mit dem Preisträger des Peter Weiss Preises 2006 der Stadt Bochum, Ingo Schulze, eingeleitet und moderiert von Prof. Dr. Harro Müller-Michaels (Ruhr-Universität Bochum), in Zusammenarbeit mit der Literarischen Gesellschaft Bochum e. V.
Samstag, 11. November 2006
10.00–10.15 Uhr Begrüßung durch das Museum Bochum
10.15–13.15 Uhr Kolloquium »Fluchtpunkt Paris. Peter Weiss und die Avantgarde«.
Moderiert von Dr. Ingo Breuer (Köln) und Anja Schnabel (Paris); mit Vorträgen von:
Prof. Dr. Karl Heinz Götze (Aix-en-Provence):
Mythos und Erfahrung. Peter Weiss’ Bilder von Paris
Dr. Isabelle Berruer (Orléans):
Weiss en France. Französische Bilder von Peter Weiss
Dr. Günter Schütz (Paris):
Paris, Fluchtpunkt, Avantgarde, Weiss – auf der Suche nach einem Ausstellungstitel
PODIUMSDISKUSSION
Samstag, 11. November 2006
15.00 Uhr Im Wendekreis des Stiers.
Europa im Werk und in der Biografie von Peter Weiss unter dem Aspekt von »Ruhrgebiet 2010 – Kulturhauptstadt Europas«
Moderiert von Rüdiger Sareika (Ev. Akademie Iserlohn) diskutieren:
Prof. Gunilla Palmstierna-Weiss, freie Szenografin und Autorin, Stockholm
Dr. Hans-Georg Küppers, Kulturdezernent der Stadt Bochum
Prof. Dr. Olaf Schwencke, Hochschule der Künste, Berlin, ehemals Europaabgeordneter
Erdmann Linde, ehemals Leiter des WDR-Studios Dortmund und Europaabgeordneter
15.00 bis 16.30 Uhr: Podiumsdiskussion »Im Wendekreis des Stiers. Europa im Werk und in der Biografie von Peter Weiss unter dem Aspekt von ›Ruhrgebiet 2010 – Kulturhauptstadt Europas‹«, moderiert von Dr. Rüdiger Sareika (Kulturbeauftragter der Ev. Kirche von Westfalen), mit:
Prof. Gunilla Palmstierna-Weiss, freie Szenografin und Autorin, Stockholm
Dr. Hans-Georg Küppers, Kulturdezernent der Stadt Bochum
Prof. Dr. Olaf Schwencke, Hochschule der Künste, Berlin, ehemals Europaabgeordneter
Erdmann Linde, ehemals Leiter des WDR-Studios Dortmund und Europaabgeordneter
VERLEIHUNG DES PETER-WEISS-PREISES
Samstag, 11. November 2006
19.00 Uhr: Verleihung des »Peter-Weiss-Preises« der Stadt Bochum an Ingo Schulze.
Anschließend Empfang der Stadt Bochum.
Da Bochum zusammen mit den anderen Städten der Region seit Mitte dieses Jahres auf dem Kurs in Richtung „Ruhr 2010. Kulturhauptstadt Europas“ ist, bietet es sich an, im Rahmen der Tagung zur Verleihung des Peter-Weiss-Preises den europäischen Aspekt in den Mittelpunkt zu stellen.
Europa hat im Leben und Werk von Peter Weiss immer eine bedeutende Rolle gespielt. Seine Lebensstationen wie Berlin, Prag, London, Paris oder Stockholm waren zwar weitestgehend bedingt durch die Verfolgung im Dritten Reich, aber sie entsprachen auch seinem Selbstverständnis als Künstler. Schon von seinem Elternhaus her fühlte sich Peter Weiss einer internationalen und europäischen Tradition verbunden, der er dann auch nach dem Zweiten Weltkrieg entsprechend seiner eigenen Lebensziele folgte.
Im literarischen Werk behandelt Weiss eine ganze Reihe der Kulturhauptstädte Europas: Berlin, Madrid, Prag, Stockholm, London u.a. Es ist spannend nachzuvollziehen, welche Rolle er ihnen für das Leben im 20. Jahrhundert zumisst und was sich aus seiner Wahrnehmung für die Gegenwart und für die Bedeutung der europäischen „Kulturmetropolen“ ableiten lässt.
In deutlicher Abgrenzung zu den Kulturmetropolen beschreibt Weiss jedoch auch immer wieder die ländlichen Regionen: Holzfällerlager in Schweden, Insellandschaften vor Skandinavien, Gärten und Wälder im spanischen Bürgerkriegs, die Traumwelten des Landbriefträgers Chaval, schließlich „Meine Ortschaft“ - Auschwitz. Vor diesem Hintergrund drängt sich die Frage auf nach der Bedeutung der Regionen und des Regionalen im Vergleich zur Bedeutung der Großstädte in Europa.
Schließlich behandelt Peter Weiss in „Die Ästhetik des Widerstands“ vor dem Hintergrund des Widerstands gegen das Dritte Reich nicht nur eine Vielzahl europäischer Kunstwerke, sondern auch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede europäischer Mentalitäten von Griechenland, Italien bis Spanien und von Frankreich, Russland, bis Schweden und Deutschland. Hieran lassen sich vortrefflich Überlegungen zu den Beziehungen zwischen den europäischen Kulturen im Hinblick auf den Gedanken der Einigung Europas unter dem Vorzeichen der gemeinsamen Kultur anknüpfen.
Einige dieser Aspekte sollen unter dem aktuellen Gesichtspunkt der Neubelebung des europäischen Gedankens vor dem Hintergrund von „Ruhr 2010. Kulturhauptstadt Europas“ behandelt werden.
Der Autor Ingo Schulze
Kurzbiographie
MITGLIEDERVERSAMMLUNG
Sonntag, 12. November 2006
10.00 bis 12.30 Uhr: Öffentliche Mitgliederversammlung der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft e.V.
***
KOLLOQUIUM
Wissenschaftliches Kolloquium: 25 Jahre Peter Weiss' "Ästhetik des Widerstands"
7. bis 9. Juli Evangelische Akademie Iserlohn
Im Jahre 1981 erschien der dritte Band von Peter Weiss' Ästhetik des Widerstands. Seit dem Erscheinen des ersten Bandes im Jahre 1975 und
bis zum Ende der DDR 1989/90 stand der Roman, der eine Reflexion über das Scheitern der Arbeiterbewegung im Angesicht der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft mit einer literarischen Reflexion über Grundlagen einer kritischen Ästhetik verbindet, im Zentrum zahlreicher literarisch-ästhetischer
und politischer Diskussionen.
Prof. Dr. Michael Hofmann, Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn, veranstaltet als Herausgeber des Peter Weiss Jahrbuchs
in Zusammenarbeit mit Dr. Jens Birkmeyer (Universität Münster) und der Internationalen Peter Weiss - Gesellschaft ein wissenschaftliches Kolloquium zu
Peter Weiss' Roman, das vom 7. bis 9. Juli 2006 an der Evangelischen Akademie Schwerte stattfindet.
Die Veranstaltung wird von den Universitäten Paderborn und Münster finanziell getragen.
Fünfundzwanzig Jahre nach Erscheinen des dritten Bandes der Ästhetik des Widerstands geht es uns um eine kritische Bestandsaufnahme: Hat die Ästhetik
des Widerstands in unserer heutigen Welt, die durch die Folgen der Globalisierung und das Vorherrschen einer neo-liberalen Politik gekennzeichnet ist,
nur noch einen historischen Charakter? Gibt es Anknüpfungspunkte zwischen dem Roman und den Anliegen und Interessen einer postmodernen Gesellschaf? Gibt
es Berührungspunkte mit aktuellen Forschungsinteressen, die sich auf die Darstellung von Körperlichkeit und Gewalt, auf die Frage eines
Gedächtnisses der
Shoah, auf die Bedeutung interkultureller Konstellationen, auf die Relevanz von gender-Konzepten in der Beschreibung historischer Erfahrung, auf die
Interdependenz von Narration und Historie beziehen. Welchen Stellenwert gewinnt der Roman in der augenblicklichen methodischen Ausrichtung der
Literaturwissenschaft? Lässt sich die Ästhetik des Widerstands womöglich als Korrektiv für eine Kulturwissenschaft verstehen, die Fragen der materiellen
Verhältnisse und ungerechter Herrschaft immer weniger Beachtung schenkt?
Zu diesen Fragen werden u.a. sprechen: Prof. Jürgen Schutte (Berlin), Prof. Martin Rector (Hannover), Prof. Uta Kösser (Leipzig), Prof. Burkhardt Lindner
(Frankfurt am Main), Prof. Alfons Söllner (Chemnitz).
Die Wochenendtagung ist öffentlich. Interessierte sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Auskunft und Anmeldung: Prof. Dr. Michael Hofmann,
Tel. 05251/602891, m.hofmann@zitmail.uni-paderborn.de
***
EHRUNG
Ehrung für Judith Malina anlässlich ihres 80. Geburtstags
in der Akademie der Künste in Berlin, am 8. Juni 2006, um 18.30 Uhr
und 20.30 Uhr.
Judith Malina gründete gemeinsam mit Julian Beck das Living Theatre, deren
1964 bis 1966 gespielte "Marat-Sade"- Inszenierung weltberühmt
wurde.
***
THEATER
MARAT/SADE
im Stadtbad Oderbergerstrasse
Premiere am 24.5.06, 21 Uhr
ankündigen zu können:
Regie: Hannes Hametner
Ausstattung: Giovanni de Paulis
Es spielen Studenten des 6. Semesters der Schauspielschule für Theater und Film REDUTA – BERLIN
Weitere Vorstellungen am 25., 26., 27.Mai 2006 je 21Uhr
Stadtbad Oderbergerstraße
Oderberger Straße 57/59, 10435 Berlin
Kartenreservierungen unter hchiron@aol.com
Kartenpreise: 13/ 8 € ermäßigt
Presseankündigung:
hier
Flyer:
hier
Diese Produktion wird mit Unterstützung
der IPWG gezeigt.
***
MAITAGUNG
IPWG-Tagung Mai 2006
Leitung: Jürgen Schutte, Ulrike Weymann
Bitte beachten Sie die Änderung am Programm.
Folgender Programmpunkt muss leider entfallen: The collector - a recurrent figure in Weiss' prose, films and paintings
Magnus Bergh (Bonniers Verlag, Stockholm)
PETER WEISS - GRENZGÄNGER ZWISCHEN DEN KÜNSTEN: BILD - COLLAGE - TEXT - FILM
in Zusammenarbeit mit Archiv der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg,
Freunde der Deutschen Kinemathek e.V.,
Schwedische Botschaft
Termin:
12.-14. Mai 2006
Ort:
Akademie der Künste, Klubräume. Hanseatenweg 10, Berlin-Tiergarten
Freitagabend: Kino Arsenal am Potsdamer Platz
Samstagabend: Felleshus der Nordischen Botschaften, Rauchstr. 1, Berlin-Tiergarten
Freitag, 12. Mai 2006
18.30:
Begrüßung
Jürgen Schutte (2. Vorsitzender der IPWG)
Wolfgang Trautwein (Archiv der Akademie der Künste)
Stefanie Schulte Strathaus (Freunde der Deutschen Kinemathek)
Einführung in das Thema der Tagung: Ulrike Weymann (Mainz)
19.00:
Vorführung und Diskussion von Filmen von Peter Weiss
Mit Arnd Beise (Universität Marburg), Martin Rector (Universität Hannover), Gunilla Palmstierna-Weiss (Stockholm) und Stefanie
Schulte Strathaus (Freunde der Deutschen Kinemathek)
Sonnabend, 13. Mai 2006
9.00:
Film und Literatur: Zur Signifikanz und Darstellung des Raumes in Peter Weiss' Der Fremde und Hägringen
Ulrike Weymann (Universität Mainz)
Beschreibung und Moderne. Peter Weiss' Der Schatten des Körpers des Kutschers als literarische Archäologie des Kinos
Heinz Drügh (Universität Tübingen)
Moderation: Jürgen Schutte (FU Berlin)
10.30:
Kaffeepause
11.00:
Der Schatten des Körpers ... Standortbestimmung zwischen den Künsten
Manuel Köppen (Humboldt-Universität zu Berlin)
Der Spanische Bürgerkrieg in der Ästhetik des Widerstands und Claude Simons Georgica. Geschichte als
antifaschistischer Diskurs und intertextuelle Spiegelung.
Rüdiger Steinlein (Humboldt-Universität zu Berlin)
Moderation: N.N.
12.30:
Mittagspause
14.00:
The collector - a recurrent figure in Weiss' prose, films and paintings
Magnus Bergh (Bonniers Verlag, Stockholm)
Störgeräusche. Psychosomatische Schnittstellen bei Peter Weiss und Terezia Mora
Jenny Willner (FU Berlin)
Moderation: Yannick Müllender (Freie Universität Berlin)
15.30:
Kaffepause
16.00:
Ekphrasis als politische Hermeneutik in der Ästhetik des Widerstands
Klaus Müller-Richter (Internationales Zentrum für Kulturwissenschaften, Wien)
Enzyklopädisches Erzählen. Die Ästhetik des Widerstands als Weltlandschaft
Alexander Honold (Universität Basel)
Moderation: Christian Wollin (Freie Universität Berlin)
17.30:
Pause
19.30:
Lesung: Frühe (und unveröffentlichte) Texte von Peter Weiss, in deutscher und schwedischer Sprache
Nadja Weiss (Kgl. dramatisches Theater, Stockholm) und Nina West (Berlin)
Ort: Felleshus der Nordischen Botschaften, Rauchstraße 1, Berlin-Tiergarten
Moderation: Wiebke Annik Ankersen (angefragt)
Sonntag, 14. Mai 2006
10.00:
Die Arbeit am Bild als Ästhetik des Widerstands
Burkhardt Lindner (Universität Frankfurt a.M.)
Peter Weiss' bildnerische Wahrnehmung in der Literatur
Elisabeth Wagner (Humboldt-Universität zu Berlin)
Moderation: N.N.
11.30:
Kaffeepause
12:00:
Offene Gesprächsrunde: Perspektiven und Probleme der Peter Weiss-Rezeption und Peter Weiss-Forschung
Moderation: Jürgen Schutte und Ulrike Weymann
Parallel zur Tagung planen wir eine kleine Ausstellung:
Peter Weiss in der DDR - Bücher und andere Arbeiten von und über Peter Weiss in der DDR, mit besonderer Berücksichtigung der Sammlung Haiduk
Verantwortlich: Peter-Weiss-Bibliothek (angefragt) und Annette Weingärtner (Hannover)
Das Faltblatt zur Tagung
***
URAUFFÜHRUNG
URAUFFÜHRUNG EINER OPER NACH PETER WEISS
Ein Auftragswerk des Bremer Theaters
Johannes Kalitzke
INFERNO
Text von Peter Weiss
Musikalische Leitung: Stefan Klingele
Inszenierung: David Mouchtar-Samorai
Bühnenbild: Heinz Hauser
Kostüme: Urte Eicker
Dramaturgie: Ralf Waldschmidt
Die Premiere war am 11. Juni 2005 um 19.30 Uhr im Theater am Goetheplatz.
http://www.bremertheater.com
Theaterkasse 0421/3653-333
Bremer Theater, Goetheplatz 1-3, 28203 Bremen
Weitere Informationen bei:
Silke Oberschachtsiek, Referat für Presse- und Oeffentlichkeitsarbeit
0421/3653-210, soberschachtsiek@bremertheater.com
Dr. Ralf Waldschmidt, Leitender Dramaturg Musiktheater
0421/3653-208, rwaldschmidt@bremertheater.com
Peter Weiss (1916-1982) zählt zu den renommiertesten deutschsprachigen Autoren der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er wurde u. a. mit dem Georg-Büchner-Preis und dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet. Sein Theaterstück INFERNO entstand 1964, es wurde erst 2003 aus dem Nachlass veröffentlicht und bisher auch als Schauspiel nicht aufgeführt. In den 1960er Jahren plante Peter Weiss eine Trilogie in Anlehnung an Dantes GOETTLICHE KOMOEDIE, in der er ein Welttheater der bürgerlich-kapitalistischen Verhältnisse gestalten wollte. Der dritte Teil der Trilogie, nach dem Paradiso-Teil der GOETTLICHEN KOMOEDIE, wurde unter dem Titel DIE ERMITTLUNG 1965 an 16 Theatern gleichzeitig uraufgeführt und hat die Protokolle des Frankfurter Auschwitzprozesses zur Grundlage.
Hauptfiguren der Oper INFERNO sind wie in der GOETTLICHEN KOMOEDIE Dante selbst und der römische Dichter Vergil. Dante kehrt aus dem Exil in ein Land der Täter zurück. Die Tätergesellschaft nutzt die Schuldgefühle des Überlebenden zum Versuch, den Dichter einzugemeinden. Peter Weiss hat in INFERNO sein Schicksal als emigrierter Jude, als Schriftsteller im Exil und seine Erfahrungen mit dem Deutschland der Nachkriegszeit zum Thema gemacht.
Johannes Kalitzke hat den Text von Peter Weiss gemeinsam mit dem Regisseur der Uraufführung, David Mouchtar-Samorai, für seine Oper gekürzt, den Wortlaut aber ansonsten nicht verändert.
Ankündigung:
hier
REZENSION zur Uraufführung:
hier
***
In Leipzig fand am Donnerstag, den 15.3.2006 von Uhr 12:00 bis 13.00 im Forum, Halle 3, Stand C 506 eine Diskussion statt:
"Berlin Alexanderplatz" und "Marat/Sade". Über das Erzählen von
einer fragmentierten Welt.
Zur Aktualität von Alfred Döblin und Peter
Weiss.
***
"Jüdische Schicksale
Peter Weiss und der Holocaust"
VORTRAG
von Anja Schnabel (Nürnberg)
Donnerstag, 12. Januar 2006, 20.00 Uhr Bibliothek der Wilhelm von Oranien Schule Dillenburg
Peter Weiss (1916-1982), Dramatiker, Maler, Filmemacher und Prosaist, zählt noch heute zu den herausragendsten
Vertretern politisch-engagierter Kunst in den 1960er und 1970er Jahren in Deutschland. Als Sohn eines ungarischen
Vaters und einer aus der Schweiz stammenden Mutter erfuhr er erst mit 22 Jahren von den jüdischen Wurzeln seines
Vaters Eugen Weiss. Dieser hatte seine jüdische Herkunft geheim gehalten - ein Familiengeheimnis, mit dem sich Peter
Weiss ein Leben lang beschäftigen sollte.
In eindrucksvollen Kohlezeichnungen und Oelbildern, spannungsgeladenen Theaterstücken und Romanen hat er sich immer wieder
mit der Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden auseinander gesetzt. Das Vernichtungslager Auschwitz wurde ihm
ideell zum lebenslangen Bezugspunkt, es wurde zu seiner "... Ortschaft, für die ich bestimmt war und der ich entkam."
Anja Schnabel, Literaturwissenschaftlerin, Jahrgang 1968, studierte Germanistik, Romanistik und Philosophie in Hannover.
Sie schreibt an einer Dissertation mit dem Titel "Nicht ein Tag, an dem ich nicht an den Tod denke - Peter Weiss'
Todesvorstellungen und Todesdarstellungen in seinen Bildern und Schriften". Seit 2000 betreut sie die "Kontaktstelle Peter
Weiss-Forschungsprojekte" der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft e.V. (www.peterweiss.org), seit 2002 ist sie Vorstandsmitglied der IPWG.
Veröffentlichungen u.a.:
- Anja Schnabel, Stillgestellte Todes-Augenblicke bei Peter Weiss, in: Michael Hofmann, Martin Rector,
Jochen Vogt (Hrsg.), Peter Weiss-Jahrbuch, Bd. 14, St. Ingbert 2005, S. 123-138.
- Anja Schnabel, Die NS-Vergangenheit im Schafpelz westdeutscher Restauration - Wolfgang Koeppens Nachkriegsromane
als literarische Verarbeitung, in: Joachim Perels (Hrsg.), Im Schatten der NS-Vergangenheit. Zum Umgang
mit dem Hitler-Regime in der Bundesrepublik, S. 165-184, Veröffentlichung voraussichtlich Frühjahr 2006.
***
INSZENIERUNGEN
Zur Uraufführung der Oper "Inferno" am 11. Juni 2005 kam es in Zusammenarbeit mit der Internationalen Peter Weiss Gesellschaft zu Vorveranstaltungen.
INFERNO - Ein unbekannter Text von Peter Weiss
Podiumsgespräch mit Gunnilla Palmstierna-Weiss, Arnd Beise, Karl-Heinz Braun, Yannick Müllender
Moderation: Wend Kässens
Freitag, 10. Juni, 2005, 19.30 Uhr, Theater am Goetheplatz, Rangfoyer
Ein Peter Weiss-Text als Oper?
Podiumsgespräch mit Johannes Kalitzke, Jan Müller-Wieland, Hartmut Lück, Frieder Reininghaus, Stefan Klingele
Moderation: Claus Spahn
Samstag, 11. Juni 2005, 11.30 Uhr, Theater am Goetheplatz, Rangfoyer
***
Die Studiobühne des Schauspiels Frankfurt am Main präsentierte "Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton
unter Anleitung des Herrn de Sade".
Regie: Alexander Brill/ laiensclub
Premiere: zehnter März 2005 in der "schmidtstrasse 12"
(genaue Termine noch nicht bekannt), studiobühne des Schauspiels Frankfurt am Main.
Im Anschluss an die Veranstaltung
findet eine Diskussion statt.
Vgl. dazu die aktuelle Neuerscheinung (25.8.2004):
Weiss, Peter: Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton
unter Anleitung des Herrn de Sade. Drama in zwei Akten.
Mit einem Kommentar von Arnd Beise. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 2004 (Suhrkamp BasisBibliothek, Bd.49). Kartoniert, 180 S. ISBN: 3-518-18849-6. 7,00 Eur(D)/
7,20 Eur(A)/ 13,00 sFr
Abbildung:
http://www.staff.uni-marburg.de/~beise/Marat_Titel.jpeg
***
MITGLIEDERVERSAMMLUNG
Wir laden Sie herzlich zur ersten und letzten Mitgliederversammlung der Internationalen Peter Weiss Gesellschaft im Jahr 2005 ein.
Zum Auftakt der Tagung "Peter Weiss im Diskurs" treffen wir uns am 16. September 2005 in der Evangelischen Akademie Iserlohn.
***
TAGUNGEN
PETER WEISS IM DISKURS
INTERPRETATIONEN UND NEUE FORSCHUNGSERGEBNISSE
Vom 16.-18.9.2005 fand in der Ev. Akademie Iserlohn eine
Tagung der "Internationalen Peter Weiss Gesellschaft"
statt. In Form eines Workshops diskutierten Studierende und DoktorandenInnen, aber auch
ausgewiesene Weiss-Forscher über aktuelle Fragen zu Peter Weiss.
Im Juni 2005 wurde mit der Uraufführung von "Inferno"
im Theater Bremen erneut die Aktualität von Peter Weiss deutlich. Seine Texte
in Anlehnung an Dante werden dort genutzt, um die Fehlentwicklungen unserer Konsumgesellschaft
kenntlich zu machen.
Aktuell finden Auseinandersetzungen mit dem Werk von Peter Weiss auch unter
vielerlei anderen Gesichtspunkten statt: Globalisierung, sechzigster Jahrestag des Kriegsendes,
Diskussion über Revolution und Evolution, Genderfragen und intergenerative Konflikte.
Ebenfalls wird im Bereich der Literatur- und Kulturwissenschaften Weiss in Deutschland,
Europa und weltweit intensiv diskutiert. Neue Textfunde erweitern dabei die
Interpretationsmöglichkeiten und aktuelle Fragestellungen wie etwa zur
Interkulturalität führen zu neuen Erkenntnissen sowohl im Hinblick auf sein Werk
als auch auf unsere Gegenwart.
Anhand von Kurzberichten und Referaten, Gesprächen
in kleinen Gruppen und Diskussionen, Praxisbeispielen und szenischen Präsentationen
wurden die unterschiedlichen Ansätze gegenwärtiger Peter-Weiss-Projekte aus
Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftsszene evident.
Eine Lesung und Diskussion mit dem Autor
Erasmus Schöfer, der sich in seinem Werk "Die Kinder des Sisyfos" ausführlich mit der
Wirkung der "Ästhetik des Widerstands" befasst, gab einen zusätzlichen Einblick in
die Aktualität des Künstlers Peter Weiss.
Ansprechpartner: Dr. Rüdiger Sareika, Evangelische Akademie Iserlohn; sareika@peterweiss.org
Anja Schnabel, Universität Hannover; schnabel@peterweiss.org und
Das PROGRAMM zur Tagung finden Sie:
hier
***
BERLIN ALEXANDERPLATZ
Vom 12.-14. August 2005 fand das Lesesminar "Berlin Alexanderplatz", Döblins Großstadtroman
als Paradigma dfer Moderne im Haus Villigst der Evangelischen Akademie Iserlohn statt.
Das PROGRAMM zur Tagung finden Sie:
hier
Donnerstag, 17.3.2005, 12.00 Uhr, Glashallenforum, Leipzig im Rahmen
von "Leipzig liest"
Erasmus Schöfer: "Die Kinder des Sisyfos" und die "Ästhetik des
Widerstands", Ein Gespräch mit dem Autor zu seiner Romantetralogie, über
Peter Weiss und über die Zeit von 1968 bis zur Gegenwart, Moderation:
Dr. Christa Grimm, Universität Leipzig; Dr. Rüdiger Sareika, Ev.
Akademie Iserlohn.
Am 14.11.2004 fand eine Premiere von "Wie dem Herrn Mockinpott das Leiden ausgetrieben wird" im Rheinischen Landestheater Neuss statt.
Rheinisches Landestheater Neuss
Oberstraße 95, 41460 Neuss (Nordrhein-Westfalen)
Telefon +49/2131/26990, Telefax +49/2131/269944
info@rlt-neuss.de;
Im November und Dezember 2004 wurde in Nantes der Marat/Sade aufgeführt, Regie: Christphe Rouxel.
Von Freitag, den 8. Oktober bis Sonntag, den 10. Oktober
2004 fand im Zusammenhang mit der Verleihung des Peter Weiss - Preises der Stadt Bochum die Jahrestagung der IPWG statt.
13:45-18:00 UHR
"PETER WEISS
IN DER SCHULE UND HOCHSCHULE"
13:45-14:00 Uhr Begrüßung
14:00-14:45 Uhr: DR. PETER BEKES (Universität Essen, Studienseminar Gelsenkirchen): "Auf der Rampe".
Zur Auseinandersetzung mit dem Holocaust bei Peter Weiss und Imre Kertesz ("Roman eines Schicksallosen)
14:45-15:30 Uhr: DR. FLORIAN RADVAN (PH Karslruhe, FH Köln): "In den Büchern trat mir das Leben entgegen, das die Schule mir verborgen hatte."
Peter Weiss' "Abschied von den Eltern" in Schule und Hochschule
16:00-18:00 Uhr
Praxisberichte und Workshop
ANNA LEUSCHNER (Universität Bielefeld): "Die Ermittlung": Bericht über eine szenische Lesung an der Universität Bielefeld
THOMAS BEIER (Frankfurt): Peter Weiss in einem Leistungskurs des zweiten Bildungsweges
KLAUS LAMPING (Peter Weiss-Gesamtschule Unna): "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Texte und Zitate von Peter Weiss zu einem Lernprojekt
Moderation:
DR. SUSANNE KNOCHE (Universität Bochum)
DR.RÜDIGER SAREIKA (Evangelische Akademie Iserlohn)
20:00 Uhr
LESUNG
ANNE WEBER
Eintritt 5/3 Euro
Für Mitglieder der IPWG frei
Wenn nicht anders vermerkt, ist der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei.
Am 8. Februar 2004 hatte eine Neuinszenierung der "Ermittlung" (unter der Regie von Holk Freytag) in der Kreuzkirche zu Dresden Premiere.
Am 13. und 24. Februar 2004 wurde die "Ermittlung" dann noch einmal im Schauspielhaus Dresden gespielt. Die Vorstellungen begannen jeweils
um 19.30 Uhr.
Den Spielplan des Thetares sowie weitere Informationen und Pressestimmen finden Sie
Am 18. Januar 2004, um 11 Uhr, im "theater oben" im Schauspielhaus Dresden wurde aus dem 3. Teil der "Aesthetik des Widerstands" gelesen.
Am 1.12.2003 wurde in einem Hoersaal der Koelner Universitaet noch einmal die "Ermittlung" durch das Theater am
Sachsenring gegeben. Den Spielplan des Thetares sowie weitere Informationen und Pressestimmen finden Sie
Am 7. und 8. November fand die Jahrestagung der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft 2003
in Berlin statt:
Die Uraufführung des Theaterstücks "Die Verfolgung und Ermordung des Jean Paul Marat dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter der Anleitung des Herrn de Sade" 1964 in Berlin machte Peter Weiss mit einem Schlag zu einem international gefeierten Dramatiker. "Totales Theater" wurde das Stück genannt.
Noch heute fasziniert das Stück. Fasziniert es noch heute? Wie erleben junge Menschen dieses vierzig Jahre alte Theaterstück, wie reagieren sie auf die Herausforderungen des Texts, enthält das historische Drama für sie noch immer eine aktuelle Debatte? Die Regisseure Marlene Dittrich-Lux und Alfred Bosshardt antworten auf diese und andere Fragen.
Mit dem Thema "Theater" beschäftigt sich auch das Kolloquium "Neue Forschungen zum Werk von Peter Weiss", das seit dem Jahr 2000 jüngeren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit bietet, ihre aktuelle Forschungsergebnisse vorzustellen. Neben Vorträgen zu den Theaterstücken "Marat/Sade", "Gesang vom Lusitanischen Popanz" und "Die Ermittlung" stehen gleichzeitig zwei Untersuchungen zur "szenischen" Prosa "Das Gespräch der drei Gehenden" sowie zu dem im Herbst beim Suhrkamp Verlag erscheinenden Text "Inferno (Divina Com-media, I. Teil)" auf dem Programm.
Die Tagung ist in allen Teilen öffentlich und kostet keinen Eintritt. Herzlich Willkommen!
Freitag, 7. November 2003
18.00-21.00 - Peter Weiss auf der Schul- und Laienspielbühne
Eine Podiumsdiskussion mit
Marlene Dittrich-Lux (Bensheim)
und Alfred Bosshardt (Zürich)
moderiert von Arnd Beise
Unter der Regie von Alfred Bosshardt bzw. Marlene Dittrich-Lux wurden in Zürich und Bensheim erfolgreiche "Marat/Sade"-Aufführungen mit nichtprofessionel-len Schauspielgruppen inszeniert. Die Aufführungen werden vorgestellt, Chancen und Erfahrungen mit Weiss' Texten im Schul- und Laientheater diskutiert.
Samstag, 8. November 2003
NEUE FORSCHUNGEN ZUM WERK VON PETER WEISS - EIN KOLLOQUIUM
10.00 - Begrüßung
10.15 - Ruth Klütsch: "Marà-Sad"
11.00 - Arndt Engelhardt:
Weiss' ›Theater der Unterdrückten‹ in Portugal und Lateinamerika
11.45 - Pause
12.00 - Klaus Wannemacher:
"Die Ermittlung" als Kulterlebnis und ›drittes Testament‹? Piscators Uraufführung an der Freien Volks-bühne
12.45 - Pause
14.15 - Ulrike Weymann:
Die Verbindung von Gehen - Denken - Erinnern im "Gespräch der drei Gehenden"
15.00 - Claudia Heinrich:
Warum musste Dante zurückkehren? Subjektkonzeption und Deutschlandthematik in Peter Weiss' "Inferno"
16.00-17.00 - Offene Mitgliederversammlung der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft e.V.
Die Tagung fand statt im
Literaturforum im Brecht-Haus
Trägerverein: Gesellschaft
für Sinn und Form e.V.
Chausseestraße 125
10115 Berlin-Mitte
Tel: 030 - 28 22 003 / 28 28 042
Fax: 030 - 28 23 417
info@lfbrecht.de
Am 8. November 2003, von 16.00 bis 17.00 Uhr fand in den Räumen des Literaturformus im Berliner
Brecht-Haus
(Chausseestr. 125, 10115 Berlin Mitte) die Jahresmitgliederversammlung der IPWG statt.
Im September 2003 findet in Berlin das "3. Internationale
Literaturfestival"
statt.
Nach dem Erfolg des ersten und zweiten internationalen Literaturfestivals Berlin fand vom 10. bis 20. September 2003 das 3.
internationale Literaturfestival Berlin statt. Für elf Tage wurde Berlin erneut zum Treffpunkt für Autor/innen und Literaturbegeisterte
aus aller Welt. Das Festival, das mittlerweile zu den größten Literaturfestivals der Welt zählt, leistete damit einen Beitrag zur Weltoffenheit und
Gastfreundschaft der deutschen Hauptstadt.
Das internationale Literaturfestival Berlin 2003 präsentierte in seinen unterschiedlichen Programmsparten sowie dem Rahmenprogramm
einen ebenso umfang- wie abwechslungsreichen Querschnitt durch die zeitgenössische Weltliteratur. Mit Lesungen, Gesprächen und einem
umfassenden Rahmenprogramm wurde das Scheunenviertel in Berlin-Mitte in einen Ort der Poesie und des literarischen Diskurses verwandelt.
Träger der Veranstaltung war die
Peter-Weiss-Stiftung für Kunst und Politik e.V..
Die Eröffnung am 10.9. begann mit
einem Vortrag des indischen Autors
Shashi Tharoor.
THE VISUAL WEISS.
An International Conference on Peter Weiss
arr. by Karlstad University and The International Peter Weiss Society.
Karlstad, Sweden
Friday 29. August
Cinema Arenan
15.00-19.30
Retrospective. Opened by Gunilla Palmstierna-Weiss:
Peter Weiss the Filmmaker: a Historical Background
I. Studien I-V (ca 45 min) 16 mm
II. Ingenting ovanligt und Vad skall vi göra nu då(40 min) 16 bzw. 35
mm
III. Hägringen (70 min) 35 mm
Working with Peter Weiss (Staffan Lamm)
Saturday, 30. August 2003
Värmlands Museum
9.30-17.00
The Visual Culture of Peter Weiss
Moderators: Arnd Beise (International Peter Weiss Society)
John Sundholm (Karlstad University)
I. The Films:
Lutz Koepnick (Prof., Washington University, St. Louis): Peter Weiss as
Film critic and Theoretician
Anton Philipp Knittel (Dr., Heilbronn-Flein): Psychoanalysis and Weiss'
experimental films
II. The Visual:
Magnus Bergh (Stockholm):The Surrealistic Visual in Peter Weiss
Christine Ivanovic (Dr., Friedrich Alexander Universität, Erlangen-Nürnberg): The Aesthetics of The Collage
III. The Images:
Max Reithmann (Dr., Paris): The Resistance of Paintings
Julia C. Hell (Prof., Michigan University, Ann Arbor): After-images of
the Shoah: Peter Weiss and Gerhard Richter
The End
Screenings of Ansikten i skugga und Enligt lag on video (ca 30 min)
Tagungs-Organisation: Dr. John Sundholm (Karlstad-University; E-Mail: john.sundholm@kau.se), in Zusammenarbeit mit Dr. Arnd Beise (IPWG; E-Mail:beise@peterweiss.org)
Schulaufführung des "Mockinpott" am 23./24. Juni um jeweils 20.00
in der Turnhalle der Wichernnschule in Hamburg-Horn unter der Leitung von Ingrid Schwarz-Westermann.
Der TRIUMVIRATUS ART GROUP unter der Leitung von JAVOR GARDEV VARNA
präsentiert: "MARAT/SADE", nach Peter Weiss in bulgarischer Sprache mit deutscher Übertitelung / Deutsche Erstaufführung
In Bulgarien, einem Land, in dem Morde zur täglichen Realität gehören, tötet man kaum noch aus politischen, idealistischen Gründen wie Charlotte Corday, die den Revolutionär Jean-Paul Marat umbrachte. Die heutigen Beweggründe entstehen aus Interesse am Profit oder der wahnwitzigen Furcht, in einer undurchsichtigen politischen und ökonomischen Hierarchie Einfluss zu verlieren.
Javor Gardevs Ästhetik ist gekennzeichnet von einer präzisen Lichtarbeit, einer klaren Aufteilung der Bühne in Ebenen und von dem starken Akzent, den er auf körperlichen Ausdruck legt. Ihm gelingen auf der Bühne Bildsequenzen filmischer Qualität, die für "Marat/Sade" konsequent mit dem Medium Film überschnitten werden. Theaterimmanente Diskurse fügen sich ein mit theoretischen und politischen Diskursen.
"The revolution does not eat its children anymore - now the children eat themselves - alone!" (Javor Gardev)
In Bulgaria, a country where assassinations are part of everyday reality, one hardly kills for political, idealistic motivations anymore, as Charlotte Corday, who killed the revolutionary Jean-Paul Marat. More contemporary motivations are profit and the paranoic fear of loss of influence in a non-transparent political and economical hierarchy.
Regie JAVOR GARDEV. Bühne, Kostüme NIKOLA TOROMANOV. Dramaturgie dagmar pfensig. Musik HANS-MARTIN
MAJEWSKI. Bearbeitung, zusätzliche Kompositionen, Musikalische Leitung ASSEN AVRAMOV. Video, zusätzliche Komposition KALIN NIKOLOV. Mit ensemble.
KOPRODUKTION: Triumviratus Art Group, Varna - Hebbel-Theater, Berlin - La Rose des Vents Festival, Scene Nationale de Villeneuve d'Asco - Dramatic Theatre "Stojan Bachvarov",Varna - kooperierende niederländische Theater von Arnheim, Groningen, Haarlem, Rotterdam und Utrecht - THEOREM - Kultur 2000, Programm der Europäischen Union.
Dauer 100 min
Topographie des Terrors: Lesen gegen das Vergessen vom 6.5 bis 1.7.2003 in Berlin
Vom 22. März bis 30. April 2003 wurde das Lebenswerk des berühmten schwedischen Fotografen Christer Strömholm und sein Wirken an der Fotoschule Stockholm erstmalig in Deutschland gezeigt.
Die Eröffnung war am Freitag, dem 21. März 2003, um 19 Uhr
im WILLY-BRANDT-HAUS, Stresemannstr.28, 10963 Berlin (U-Bhf. Hallesches Tor).
(Öffnungszeiten: Di bis So 12 - 18 Uhr)
"Er ist offen für alles, was erschrecken oder verwirren könnte, offen für das Bedrohliche. Innerhalb einer Wirklichkeit, die auch gefährlich ist, fängt er etwas Wesentliches ein". (Peter Weiss)
Vom 15. bis zum 17. November 2002 fand
in der Ev. Akademie Iserlohn eine Tagung "Zur Konstruktion
von Vielfalt und Fremde im Werk von Franz Kafka"
statt, bei der es unter anderem auch um Weiss' Bearbeitungen
von Kafakas "Proceß" geht. (Programm
hier.)
Am Mittwoch, den 9. Oktober 2002 fand in Zusammenarbeit
mit dem Oberrheinischen Literaturmuseum und der Literarischen
Gesellschaft/Scheffelbund in der Kinemathek Karlsruhe
eine kleine Retrospektive des Filmwerks von Peter Weiss
statt (mit Einführungsvorträgen von Arnd Beise).
Vom 23. bis 25. August 2002 fand in der
Ev. Akademie Iserlohn eine Leseseminar zu Hermann Hesse
statt, bei dem es unter anderem auch um die Beziehungen
zwischen Hesse und Weiss, insbesondere dessen frühe
Erzählung "Cloe" (1938) geht. (Programm
hier.)
Am 25. Mai 2002 fand in der Thomas Morus-Akademie
Bensberg unter dem Titel "Eine Ästhetik des
Widerstands. Zum 20. Todestag von Peter Weiss"
eine offene Akademietagung statt (das
Programm finden Sie hier). Es referierten Arnd Beise
(Marburg), Michael Hofmann (Lüttich) und Ulrich
Engel (Berlin) über den Filmemacher Peter Weiss,
über das Werk insgesamt und seine Ästhetik
nach Auschwitz (in der "Ermittlung" und der
"ÄdW") und über theologische Probleme
im Anschluss an Luigi Nono und "Die Ermittlung".
Vom 10. bis 12. Mai 2002 fand das Berliner
Symposium Peter Weiss (1916-1982) anlässlich des
20. Todestags von Weiss in der Akademie der Künste
Berlin-Brandenburg statt. Es wurde aus unveröffentlichten
Texten gelesen (eine Jugenderzählung, das Dante-Stück
INFERNO). Es gab Vorträge zu verschiedenen Aspekten
des Weiss'schen Oeuvres Weiss von Yannik Müllender,
Rainer Gerlach, Ruth Klütsch, Günter Schütz,
Jürgen Schutte, Wiebke Amthor, Jenny Willner, Magnus
Bergh, Klaus Scherpe, Ingo Breuer, Arnd Beise. Den Abschluss
machte die Vorstellung der neuen Inge Müller-Werkausgabe
durch Sonja Hilzinger; Petra Hinze las Gedichte, Dramatik
und Prosa von Inge Müller. Das Symposium wurde
durch eine Mitgliederversammlung
abgeschlossen.
Das detaillierte Programm der
Tagung ist hier abgelegt. Arno Orzessek berichtete
in der Süddeutschen
Zeitung über die Tagung.
***
Vom 20. Januar bis 1. April 2002 war im Berliner
Kolbe-Museum ein Teil des Projekts "PERGAMON ZU
PETER WEISS DIE ÄSTHETIK DES WIDERSTANDS"
von Rainer Wölzl zu sehen. Mehr dazu in den "Notizblättern"
14 (vom Oktober 2001).