Peter-Weiss-Preis wird in der Sparte Theater vergeben

Die WAZ berichtet, dass der kommende Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum in der Sparte Theater vergeben wird.

„Das Gespräch der drei Gehenden“ als musikalisch-literarische Performance

„Sonntags im Atelierhaus“ am 29. Januar 2017, 18 Uhr:
NLGR und Theater Gegendruck erinnern mit einer musikalisch-literarischen Performance an den Autor Peter Weiss

Mit dem eindrucksvollen Prosafragment „Das Gespräch der drei Gehenden“ lenkt die Reihe „Sonntags im Atelierhaus“ am 29. Januar 2017, 18 Uhr, diesmal den Blick auf den deutsch-schwedischen Roman- und Theaterautor Peter Weiss, der im vergangenen November hundert Jahre alt geworden wäre. In einer musikalisch-literarischen Performance sind der Schauspieler Fabio Menéndez vom Theater an der Ruhr Mülheim und der renommierte Schlagzeuger Martin Blume gemeinsam auf der Bühne von Theater Gegendruck zu erleben.
Der Rhythmus des Gehens pulsiert durch den 1962 entstandenen Text. Drei Männer durchqueren eine große Stadt, „ eine Stadt der Unfälle, der Schrecken, durch Landschaften der Träume, Albträume und Traumata, der Katastrophen und Absurditäten.“ (F.C.Delius) Der 1962 entstandene Text ist geprägt von autobiografischen Erlebnissen des Autors, der 1933 durch die Flucht aus Deutschland dem Holocaust entkam.
„Das Gespräch der drei Gehenden“ steht einerseits in der Tradition seiner surrealistischen Prosastücke wie „Der Schatten des Körpers des Kutschers“. Andererseits folgt er den großen autobiografischen Texten „Abschied von den Eltern“ und „Fluchtpunkt“, die Peter Weiss – ebenso wie seine Theaterstücke „Marat/Sade“ und „Die Ermittlung“ – weltbekannt machten.
Der Schlagzeuger Martin Blume hat sich seit den 1980er Jahren international im Bereich Neuer Improvisationsmusik einen Namen gemacht und kuratiert seit 2004 im Kunstmuseum Bochum die Reihe „Klangwelten“.
Der Schauspieler Fabio Menéndez, 1973 in Hamburg geboren und dort ausgebildet, gehört seit 2002 dem Ensemble des Theaters an der Ruhr Mülheim an. Vor einem Jahr begeisterte er das Publikum im Atelierhaus mit seinem Thomas Brasch-Abend.
Angesichts der beschränkten Platzzahl wird dringend auf die Nutzung des Vorverkaufs hingewiesen.

Sonntag, 29. Januar 2017, 18 Uhr
Atelierhaus Recklinghausen, Königstraße 49a, 45663 Recklinghausen
Das Gespräch der drei Gehenden von Peter Weiss
mit Fabio Menéndez (Rezitation), Martin Blume (Perkussion)
Dramaturgie: Johannes Thorbecke
Veranstalter: Theater Gegendruck e.V. und Neue Literarische Gesellschaft Recklinghausen in Zusammenarbeit mit Atelierhaus e.V.
Eintritt: 11.-/9.- (NLGR-Mitglieder)/7.- (erm.)
Vorverkauf: Buchhandlungen Attatroll, Musial, Winkelmann und Bücherforum

Bericht der Recklinghäuser Zeitung, 13. Januar 2017

Podiumsdiskussion mit Gunilla Palmstierna-Weiss auf SR 2 KulturRadio

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion stand Gunilla Palmstierna-Weiss am 22. Oktober 2016 in der Saarbrücker Buchhandlung St. Johann Rede und Antwort zu Peter Weiss' Moritat Nacht mit Gästen, die in Saarbrücken am Vortag als Musiktheaterstück auf die Bühne gebracht worden war, ihrer eigenen Karriere und ihrer Zeit mit Peter Weiss (Die Ästhetik des Widerstands). SR 2 KulturRadio sendet die Podiumsdiskussion mit Gunilla Palmstierna-Weiss am 17. Januar 2017 in "Literatur im Gespräch".

SR.de

Dem Unerreichbaren auf der Spur – 100 Jahre Peter Weiss

Dienstag, 13. Dezember 2016, 19 Uhr
Freie Akademie der Künste in Hamburg e.V., Klosterwall 23, 20095 Hamburg
In Kooperation mit dem Literaturhaus Hamburg
Birgit Lahann und Werner Schmidt im Gespräch mit Jörg Sundermeier.
Eintritt: 8,- / erm. 5,-

In diesem Jahr wäre Peter Weiss, geboren bei Potsdam und 1982 in Stockholm verstorben, 100 Jahre alt geworden.
In den letzten Jahren ist er zum Klassiker der deutschen Literatur erklärt worden, der er als Autor des Großromans "Die Ästhetik des Widerstands", als Dramatiker mit Stücken wie "Marat/De Sade" und "Die Ermittlung" auch zweifelsohne ist. Doch zugleich war Weiss so viel mehr und anderes: er war schwedischer Schriftsteller, Maler, Filmemacher, engagierter Essayist, Sozialist und der Chronist der Arbeiterbewegung des 20. Jahrhunderts.
Birgit Lahann und Werner Schmidt haben in diesem Jahr jeweils neue biographische Annäherungen an Peter Weiss veröffentlicht. Mit ihnen wird der Moderator Jörg Sundermeier über Weiss und seine Werke sprechen, über Weiss' Leben zwischen Deutschland und Schweden, zwischen Princeton und Hanoi.

Veranstalter-Website

Tag der Menschenrechte 2016. Die Auschwitzprozesse und Fritz Bauer. „Die Ermittlung“ von Peter Weiss

Im Dezember 1963 hatte in Frankfurt am Main unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit der erste sogenannte Auschwitz-Prozess begonnen. Die Urteile wurden am 19. und 20. August 1965 verkündet. Die Aussagen vor Gericht konfrontierten die Öffentlichkeit mit den Schrecken der  Konzentrationslager, mit dem Menschheitsverbrechen der Schoa (des Holocaust). In der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, die nach 1945 nur partiell und äußerst zaghaft stattgefunden hatte, bedeutete dieses Verfahren einen Durchbruch.

Zu danken ist dieser für die demokratische Entwicklung der jungen Bundesrepublik bedeutende Durchbruch zuallererst der mutigen Hartnäckigkeit des hessischen Generalstaatsanwaltes Fritz Bauer (geboren am 16. Juli 1903 in Stuttgart – gestorben am 1.Juli 1968 in Frankfurt am Main). Fritz Bauer wirkte ab 1950 in Braunschweig – die Generalstaatsanwaltschaft ist seit 2012 am Fritz-Bauer-Platz gelegen – und ab 1956 bis zu seinem Tod in Frankfurt am Main. Der brandenburgische Generalstaatsanwalt Erardo C. Rautenberg sagt über Fritz Bauer, dieser war damals „zu Hause unter Feinden“ und sei „der bisher bedeutendste Generalstaatsanwalt der Bundesrepublik Deutschland“.

Einer, der den Prozess nicht nur in der Presse verfolgte, sondern ihn auch aus eigner Anschauung vor Ort. erlebte, war der deutschschwedische Schriftsteller Peter Weiss (geboren vor 100 Jahren am 8. November 1916 in Nowawes b. Potsdam – gest. am 10. Mai 1982 in Stockholm). In „Die Ermittlung. Oratorium in 11 Gesängen“ hat er dieses Erleben für die Bühne literarisch verarbeitet.

Mittwoch, 7. Dezember 2016, 18 Uhr, Humboldt-Universität zu Berlin (Hauptgebäude, Senatssaal), Unter den Linden 6, 10117 Berlin

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